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Ärzteschaft

Montgomery: Genveränderter Mensch muss ein Tabu bleiben

Donnerstag, 27. Dezember 2018

/catalin, stock.adobe.com

Bonn – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, hat die Genmanipulation an Babys in China verurteilt. In einem Interview des General-Anzeigers sprach er von einem sehr gefährlichen Spiel. Es strahle die Botschaft aus, dass Forscher „aus Ruhmsucht oder aus materiellem Streben“ alles machten, was möglich sei.

Der BÄK-Präsident forderte einen „verbindlichen Kodex“ dafür, welche Forschungs­projekte mit medizinisch-ethischen Standards vereinbar seien und welche nicht. Ein entsprechendes Papier sei in Arbeit. „Wir müssen sicherstellen, dass die Erschaffung genveränderter Menschen ein Tabu bleibt.“

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Das in China angewendete Verfahren sei in Forscherkreisen „seit Jahren bekannt“, erläuterte Montgomery. Allerdings habe sich die „seriöse Wissenschaftler-Gemeinde“ darauf verständigt, es aus ethische Gründen nicht anzuwenden.

Montgomery mahnte eine Erneuerung der Debatte um embryonale Stammzellen an. Es werde weiter Druck von „interessierten Gruppen“ in der Forscherwelt geben, die in Projekten wie dem in China eine finanzielle oder ruhmreiche Zukunft sehen. Er könne sich nicht vorstellen, dass es in Deutschland eine Mehrheit für die Legalisierung von Genmanipulationen gebe. © kna/aerzteblatt.de

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