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Medizin

Rheumamedikament Tofacitinib bei kutaner Sarkoidose wirksam

Freitag, 28. Dezember 2018

/dpa

New Haven/Connecticut – Der Januskinase-(JAK-)Inhibitor Tofacitinib, der seit dem letzten Jahr als Reservemittel zur Behandlung einer rheumatoiden Arthritis zugelassen ist, könnte nach einem Fallbericht im New England Journal of Medicine (2018; 379: 2540-2546) auch bei der kutanen Sarkoidose wirksam sein.

Die Sarkoidose ist eine entzündliche Erkrankung, die zur Bildung von nicht verkäsenden Granulomen führt. Viele Patienten erholen sich ohne Behandlung, bei anderen kommt es zu schweren Funktionsstörungen, wobei vor allem Lungen, Herz und Augen betroffen sind. Bei jedem vierten Patienten bilden sich die Granulome auch auf der Haut.

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Diese kutane Sarkoidose ist häufig therapieresistent. So auch bei einer 48-jährigen Patientin, über die ein Team um Brett King von der Yale School of Medicine in New Haven/Connecticut berichtet. In den 8 Jahren seit Beginn der Erkrankung war die Patientin bereits mit topischen Steroiden, Minocyclin, Hydroxychloroquin, Methotrexat, Adalimumab, Tacrolimus und Apremilast behandelt worden – jeweils ohne Erfolg. Da sie unter einem metabolischen Syndrom litt (Hypertonie, Hyperlipidämie und Typ-2-Diabetes), kam eine langfristige systemische Steroidbehandlung nicht infrage.

Der Dermatologe King, der JAK-Inhibitoren bereits bei anderen hartnäckigen Hauterkrankungen einschließlich Vitiligo, Alopecia areata und Ekzemen erfolgreich eingesetzt hatte, riet der Patientin daraufhin zu einer Behandlung mit Tofacitinib. Unter dem ersten Behandlungszyklus kam es über 6 Monate zu einer kontinuierlichen Rückbildung der Granulome auf der Haut. Der CSAMI („Cutaneous Sarcoidosis Activity and Morphology Instrument“), der die Krankheitsaktivität von 0 bis 165 Punkten beurteilt, verbesserte sich von 85 auf 31 Punkte. Nach dem Absetzen kam es wieder zu einer Verschlechterung auf 85 Punkte.

Ein zweiter Zyklus wurde nach 3 Monaten beendet, als der CSAMI auf 53 Punkte abgefallen war. Nach einem erneuten Rückfall wurde die Behandlung zum dritten Mal aufgenommen und bis heute fortgesetzt. Innerhalb von 10 Monaten verschwanden die Granulome (bis auf eine Pigmentierung) vollständig (CSAMI 0 Punkte). Unter der fortgesetzten Therapie, die die Frau laut King ohne Nebenwirkungen verträgt, sei es bisher zu keinem Rezidiv gekommen.

In einer Hautbiopsie sind heute bis auf wenige Histiozyten und Lymphozyten keine Entzündungsreaktionen mehr erkennbar. Immunhistochemische Untersuchungen und die Sequenzierung der RNA aus den Hautproben ergaben, dass im Gewebe keine Januskinasen mehr exprimiert werden. Auch die Granulome in den Lungen, die jedoch niemals Symptome hervorgerufen hatten, haben sich nicht vergrößert.

Die Forscher planen jetzt eine klinische Studie mit über 200 Patienten, die an einer systemischen Sarkoidose mit Beteiligung der Lungen und anderen Organen erkrankt sind. © rme/aerzteblatt.de

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