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Forscher prüfen Haltbarkeit von Arzneimitteln bei Hitze

Freitag, 28. Dezember 2018

/dpa

München/Berlin – Viele Medikamente, die in Deutschland verkauft werden, dürfen nicht bei mehr als 25 Grad Celsius gelagert werden. Hitzerekorde gibt es allerdings immer häufiger – Wissenschaftler arbeiten deshalb inzwischen an Arzneimitteln, die auch größere Wärme vertragen können.

„Manche Firmen prüfen bereits seit Längerem die Haltbarkeit ihrer Medikamente nicht mehr bei 25 Grad Celsius, sondern bei der alternativ in den internationalen Leitlinien vorgesehenen Temperatur von 30 Grad Celsius“, erläuterte Siegfried Throm vom Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) in Berlin. Bei den berühmten 25 Grad handele es sich allerdings nicht um eine absolute Obergrenze. „Ein Medikament verdirbt also nicht, wenn es für einige Tage ein paar Grad höheren Temperaturen ausgesetzt wird; von Zäpfchen und Cremes einmal abgesehen.“

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Für Regionen, in denen es sehr viel wärmer ist als in Deutschland, ist eine robuste Haltbarkeit deutlich wichtiger. Throm berichtet von einem HIV-Medikament, das früher im Kühlschrank gelagert werden musste und das gerade in Afrika vielfach eingesetzt wird. Der Hersteller habe dann eine besondere Art Filmtabletten entwickelt, die ungekühlt gelagert werden kann.

Für Deutschland stelle sich die Frage von neuen Darreichungsformen von Arzneimitteln, die auch bei höheren Temperaturen haltbar sind, „auf absehbare Zeit“ nicht, urteilt der Geschäftsführer Forschung, Entwicklung, Innovation des vfa.

„Denn wegen der EU-weiten Geltung der Arzneimittelregelungen ist die Haltbarkeit unserer Medikamente für eine Lagerung in der gemäßigten und der subtropischen/mediterranen Zone ausgelegt; das sind härtere Anforderungen, als sie speziell das in der gemäßigten Zone liegende Deutschland erfordern würde.“

Grundsätzlich gibt es Throm zufolge internationale Richtlinien, die Hersteller bezüglich der Haltbarkeitsanforderungen beachten müssen und die vier Klimazonen der Erde berücksichtigen. Der Klimawandel könnte da zu einer leichten Grenzverschiebung führen, vermutet der Pharmazeut. Vor einer unlösbaren Aufgabe sieht er sich und seine Kollegen aber nicht: „Es wird keine neue Zone hinzukommen, mit der die Arzneimittel­entwickler noch nicht zu tun hatten.“

Einige Unternehmen und Forschungsgruppen arbeiteten etwa an Impfstoffen, die ungekühlt in den Tropen eingesetzt werden können, berichtet Throm. So könne man die Arbeit der Impfteams dort wesentlich erleichtern. © dpa/aerzteblatt.de

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