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Auch 2018 Verluste bei der Mainzer Universitätsmedizin

Freitag, 28. Dezember 2018

Universitätsklinik Mainz /dpa

Mainz – Die Mainzer Universitätsmedizin muss auch 2018 Verluste im zweistelligen Millionenbereich hinnehmen. Der Jahresabschluss liege noch nicht vor, sagte der Aufsichtsratschef und rheinland-pfälzische Wissenschaftsstaatssekretär Salvatore Barbaro (SPD) heute. „Das Defizit wird sich aber zwischen 30 und 40 Millionen Euro bewegen.“ 

2017 hatte das Minus der einzigen rheinland-pfälzischen Universitätsklinik 33,2 Millionen Euro betragen. Barbaro verwies auf gestiegene Personalkosten, strukturelle Zwänge sowie Schließungen unrentabler Bereiche bei umliegenden Privatkliniken zuungunsten der Universitätsklinik.

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Ihr Kaufmännischer Vorstand Christian Elsner und Finanzchef Martin Herwig haben die Leiter der 53 Einrichtungen der Universitätsklinik in einem Schreiben zu den Budgetgesprächen für 2019 eingeladen. Laut dem SWR ist zunächst auch an die Entlassung von Ärzten gedacht worden.

Aufsichtsratschef Barbaro sagte: „Niemand steht zur Disposition. Es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen.“ Möglicherweise mache Elsner jedoch Vorschläge, „die von den Einrichtungen als sehr sparsam angesehen werden. Das ist aber auch legitim angesichts des hohen Defizits.“ Zu früheren Angaben der Universitätsklinik, zunächst etwa 40 frei werdende Vollzeitstellen abzubauen, erklärte Barbaro, dies sei realistisch.

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) der CDU warf der rot-gelb-grünen Landesregierung mit Blick auf angeblich zu streichende Ärztestellen vor, sich einer ausreichenden Finanzierung der Universitätsklinik zu verweigern. Barbaro wies dies zurück: Das Land dürfe nur für Infrastruktur und Forschung Geld überweisen – die Mediziner dagegen würden von den Krankenkassen finanziert. Die Uniklinik zählt laut Barbaro insgesamt rund 8.000 Beschäftigte. © dpa/aerzteblatt.de

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Claas Hüttenrauch
am Samstag, 29. Dezember 2018, 20:40

Kassen & Gesundheits-Experten wirtschaften Uni-Klinika runter...

Herr fjmvw
Sie geben selbst eine relevante Antwort auf die prekäre Lage ärztlicher Dienstleistungen in D, egal ob stationär oder ambulant::

„...Oder die Erlöse reichen nicht aus, um ein solches Klinikum wirtschaftlich zu betreiben. Sollte letzteres der Fall sein, müsste man die Preise für die stationäre Versorgung in Universitätsklinika erhöhen....“

Wer hat denn die stationären DRG-Erlöse planwirtschaftlich festgelegt? Wer ambulant die EBM-Bewertungen budgetiert?

Einfach mal im DÄ-Archiv suchen!
Es werden sich Kassen & DRG-Gesundheits-„Experten“ finden, die diesen krassen Unterfinanzierungs-Schlamassel verursacht haben. und fortgesetzt planwirtschaftlich unterhalten. Spitäler & Niederlassungen sind abhängig von (un)wirtschaftlichen Rahmenbedingungen!
Dass es letztlich die Politik ist, die dies mithilfe ihrer Institutionen hat planen und umsetzen lassen, lässt die sich aus der Verantwortung ziehen, indem letztlich über die Länder-Haushalte Steuerzahler für die finanzielle Schieflage aufkommen müssen.
Derweil hörten Kassen zig Milliarden an Rücklagen, ist Politik nicht gewillt, Beitragssätze bei den sozial­ver­sicherungs­pflichtigem Steuerzahlern zu reduzieren.
Ein gordischer Knoten ideologischer dt. Sozialpolitik...
Avatar #109
Claas Hüttenrauch
am Samstag, 29. Dezember 2018, 20:40

Kassen & Gesundheits-Experten wirtschaften Uni-Klinika runter...

Herr fjmvw
Sie geben selbst eine relevante Antwort auf die prekäre Lage ärztlicher Dienstleistungen in D, egal ob stationär oder ambulant::

„...Oder die Erlöse reichen nicht aus, um ein solches Klinikum wirtschaftlich zu betreiben. Sollte letzteres der Fall sein, müsste man die Preise für die stationäre Versorgung in Universitätsklinika erhöhen....“

Wer hat denn die stationären DRG-Erlöse planwirtschaftlich festgelegt? Wer ambulant die EBM-Bewertungen budgetiert?

Einfach mal im DÄ-Archiv suchen!
Es werden sich Kassen & DRG-Gesundheits-„Experten“ finden, die diesen krassen Unterfinanzierungs-Schlamassel verursacht haben. und fortgesetzt planwirtschaftlich unterhalten. Spitäler & Niederlassungen sind abhängig von (un)wirtschaftlichen Rahmenbedingungen!
Dass es letztlich die Politik ist, die dies mithilfe ihrer Institutionen hat planen und umsetzen lassen, lässt die sich aus der Verantwortung ziehen, indem letztlich über die Länder-Haushalte Steuerzahler für die finanzielle Schieflage aufkommen müssen.
Derweil hörten Kassen zig Milliarden an Rücklagen, ist Politik nicht gewillt, Beitragssätze bei den sozial­ver­sicherungs­pflichtigem Steuerzahlern zu reduzieren.
Ein gordischer Knoten ideologischer dt. Sozialpolitik...
Avatar #88767
fjmvw
am Samstag, 29. Dezember 2018, 15:37

Warum nicht die Universitätsmedizin Mainz schließen?

Wäre die Universitätsmedizin Mainz ein Unternehmen, hätte es schon vor Jahren Konkurs anmelden müssen. Pro Jahr Verluste im zweistelligen Millionenbereich, das hält auf Dauer kein Unternehmer durch.

Nun ist die Universitätsmedizin kein Unternehmen, welches sich auf einem Markt behauptetn muss. Es handelt sich um ein, und hier darf sich Jeder das ihm Genehme heraussuchen, wahlweise um ein Prestigeobjekt, um ein für die medizinische Versorgung überlebensnotwendiges Angebot, um das Aushängeschild der JGU (Johannes Gutenberg Universität, Mainz), um einen wichtigen Arbeitgeber, um .... Der Grund spielt keine Rolle, die Universitätsmedizin wird vom Land auch künftig ordentlich subventioniert.

Man könnte, sofern man nicht ideologische Scheuklappen trägt und nur innerhalb seiner gewohnten Denkschemata bleibt, auch die Frage stellen, WARUM die Universitätsmedizin Mainz so defizitär ist. Wie machen das beispielsweise andere Universitätsklinika? Was hat Hessen mit Marburg-Gießen gemacht, wäre das ein gangbarer Weg, das Universitätsklinikum zu veräußern?

Angesichts eines Defizits von 30 bis 40 Millionen ganze 40 Vollzeitstellen einzusparen, ist übrigens ein ganz schlechter Treppenwitz. Selbst wenn pro Vollzeitstelle 100T eingespart werden würden, realistischerweise werden es eher 70T sein, man hätte damit gerade mal 4 Mio eingespart, den Verlust also lediglich um 10% reduziert.

Es drängt sich die Frage auf, wie man das Universitätsklinikum Mainz in die schwarzen Zahlen bringen kann. Mögliche Ansätze, die sich geradezu aufdrängen, könnten sein:
- Steigerung der Auslastung (mehr DRG-Fälle)
- Trennung von Bereichen, die hochdefizitär sind - dazu zählte vor Jahren u. a. die Gynäkologie und die Pädiatrie
- Straffung der Verwaltung
- Outsourcen von Tätigkeiten, die nicht zu den Kerntätigkeiten gehören (Küche, Wäscherei, Technik, ....)

Und falls das Ergebnis der Prüfung wäre, dass das alles nichts hilft, dann ist die Frage zu stellen: Was spricht dagegen, das Universitätsklinikum Mainz zu schließen? Andere Bundesländer sind gerade dabei, neue Medizin-Studiengänge zu schaffen (Augsburg in Bayern, Bielefeld in NRW, ....) bzw. auszuweiten. Entweder sind diese Länder in der Lage, auch Universitätsklinika wirtschaftlich zu betreiben - oder sie können/wollen es sich leisten, solche Einrichtungen zu subventionieren.

Sollte nicht ein einziges Universitätsklinikum schwarze Zahlen schreiben, liegt die Überlegung nahe, dass strukturelle Probleme vorliegen. Entweder ist die öffentliche Hand als Träger nicht in der Lage, ein solches Klinikum wirtschaftlich zu führen. Oder die Erlöse reichen nicht aus, um ein solches Klinikum wirtschaftlich zu betreiben. Sollte letzteres der Fall sein, müsste man die Preise für die stationäre Versorgung in Universitätsklinika erhöhen.

Jedem, der sich an den Kopf fasst und angesichts meines Kommentars fassungslos fragt "hat der Mann noch alle Tassen im Schrank, es geht hier um unsere Uniklinik", sei gesagt: Du darfst dein Uniklinikum behalten, ich will es dir nicht wegnehmen. Aber bitte kein Geschrei darüber, dass der Landeshaushalt defizitär ist und dass es keine Mittel für sinnvolle und überfällig Investitionen im Haushalt gibt.
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