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Münchener Chirurgen wollen Versorgung von Osteoporosepatienten verbessern

Freitag, 4. Januar 2019

/sveta - stock.adobe.com

München – Die Versorgung von Osteoporosepatienten verbessern wollen Ärzte und Wissenschaftler um Wolfgang Böcker und Christian Kammerlander von der Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie des Klinikums der Universität München. Sie wollen dazu ein sektorübergreifendes Versorgungssystem etablieren. Der Innovationsfonds des Gemeinsame Bundes­aus­schusses (G-BA) fördert das Vorhaben in den kommenden vier Jahren mit insgesamt 3,2 Millionen Euro. 

Laut den Münchener Experten gibt es in Deutschland jedes Jahr mehr als 700.000 osteoporoseassoziierte Knochenbrüche. Die Behandlungs- und Folgekosten belaufen sich auf über neun Milliarden Euro. Ein hoher Prozentsatz der Patienten mit osteoporotischen Frakturen erleidet in den Folgemonaten und -jahren weitere Brüche – zumeist infolge banaler Stürze.

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Die Teilnahme an einer Osteoporosetherapie kann 30 bis 80 Prozent dieser Folgefrakturen verhindern. Aber weniger als zehn Prozent der betroffenen Patienten erhalten eine standardisierte Abklärung und Therapie ihrer Grunderkrankung Osteoporose. „Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein häufiges Problem ist die Überleitung des Patienten vom stationären in den ambulanten Sektor. Aber auch fehlendes Wissen über die Grunderkrankung sowie mangelnde Krankheitseinsicht der Patienten sind nicht selten Gründe für die ausbleibende Therapie“, berichtet das Münchener Konsortium.

In dem Projekt „Fracture Liaison Services“ (FLS-CARE) stellt ein Netzwerk aus Ärzten, Pflegekräften und Physiotherapeuten sicher, dass die im Krankenhaus begonnene Abklärung und Therapie der Osteoporose in der ambulanten Struktur weiter erfolgt. Die Koordination der Überleitung der Patienten übernimmt dabei eine Pflegekraft. Zur Osteoporosetherapie wird auch ein Sturzpräventionsprogramm inklusive Hausbesuch durchgeführt. Eine sektorübergreifende IT-Plattform unterstützt das Projekt. Insgesamt sollen 1.200 Patienten nach Hüftfraktur an 18 Zentren in Bayern eingeschlossen werden.

An dem Projekt beteiligen sich neben der Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie verschiedene gesetzliche Krankenkassen, die Akademie der Unfallchirurgie der deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, die Managementfirma PVM und das Health Services Management der Ludwig-Maximilians-Universität München. © hil/aerzteblatt.de

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