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Ärzteschaft

Vertragsärzte pochen auf Manipulationsschutz bei digitalen Patientenakten

Mittwoch, 2. Januar 2019

/asawinklabma, stockadobecom

Berlin – Die Vertragsärzte verlangen für künftige digitale Patientenakten eine Sicherung gegen Manipulationen. „Es muss gewährleistet werden, dass medizinische Daten stimmen und Befunde nicht verfälscht werden – also dass ein Röntgenbild auch nach dem dritten Mal Hin- und Herschicken noch so aussieht wie vorher“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. Zwingend sei eine sichere Übertragung. Zudem werde jeder Patient für sich entschei­den müssen, welche Daten er elektronisch verfügbar haben wolle und welche nicht.

Um einen Mehrwert zu erreichen, müssten digitale Akten für Ärzte gut durchsuchbar sein, machte Gassen deutlich. „Heute kommen Patienten mit einer Plastiktüte mit Röntgenbildern und Arztbriefen aus den letzten 20 Jahren. Dann wühlt sich der Arzt da drei Stunden durch und findet mit Glück einen relevanten Befund und nicht nur den vom Armbruch als Kind.“ Damit dies digital schneller gehe, brauche man eine Art Indexierbarkeit, um sagen zu können: „Ich will die Laborbefunde der letzten sechs Monate, und dann müssen die identifizierbar herauspoppen.“

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Die Bundesregierung strebt bis 2021 die Einführung elektronischer Patientenakten an, die Versicherte freiwillig nutzen können. Auf eine grundsätzliche Struktur haben sich Ärzte und Kassen inzwischen verständigt. Vorgesehen sind drei Bereiche: einer mit medizinischen Daten der Ärzte, einer mit Versicherteninformationen der Kassen und einer, in den Patienten selbst Daten einspeisen können.

„Was Patienten mit ihrer Akte machen, kann dann nicht mehr in der Verantwortung des Arztes sein“, sagte der KBV-Chef. „Das ist die Hoheit des Patienten. Ob er es in den Tresor legt, bei Facebook postet, oder beim Kegelabend mit seinen Freunden teilt, muss jeder selbst entscheiden.“

Zurückhaltend äußerte sich Gassen zu Einsatzfeldern für künstliche Intelligenz in Arztpraxen. Helfen könne sie etwa beim Auswerten komplexer Laborbefunde. Bei allem, wo menschliche Wärme und Zuwendung gefragt seien, sei dies aber ebenso wie Robotik keine erstrebenswerte Variante. „Ich warne davor, eine künstliche Intelligenz Diagnosen stellen zu lassen. Es wird ärztliche Sache bleiben, Dinge zusammenzuführen und für die individuelle Patientensituation zu werten.“

© dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #662118
Manuela Gr
am Mittwoch, 2. Januar 2019, 20:05

Manipulationsschutz und sichere Apps

Im Zuge der Digitalisierung alles sicherlich richtig. Wie viele Datenpannen hat es allerdings bereits mit der Vivy App gegeben? Das verunsichert doch ungemein die Patienten. Wieso wird nicht eine einzige App vom Verband im Zusammenhang mit allen KK und mit dem Ministerium entwickelt, die alle nutzen müssen/sollen (Ärzte, Krankenkassen und Patienten) einige Kk entwickeln eigene Apps, die anderen nutzen Vivy. Wer soll hier bitte wem vertrauen? Klar, der Patient ist letztendlich selbst verantwortlich, wem oder wo er seine Daten veröffentlich! Hilft nur nicht, wenn die Apps nicht sicher sind. Wenn ich mich richtig erinnere, gibt es zur Zeit Empfehlungen von einschlägigen Verbänden die Vivy App auf keinen Fall zu nutzen! Und nun? Wie soll bis 2020/21 die Sicherheit des digitalen Dschungels gewährleistet werden (Ausnahme, was der Patient selber veröffentlicht)
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