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Ärztekammer Westfalen-Lippe kritisiert Anwerbung ausländischer Ärzte

Mittwoch, 2. Januar 2019

/dpa

Köln – Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, fordert mehr Studienplätze für Mediziner in Deutschland. Es sei der „pure Wahnsinn“, dass derzeit Tausende Ärzte aus dem Ausland geholt würden, sagte er im Deutschlandfunk. Dies gefährde die medizinische Versorgung in deren Heimatländern. Gleichzeitig würden in Deutschland nicht mehr Ärzte ausgebildet, obwohl dies angesichts der guten Wirtschaftslage möglich wäre und rund 50.000 Bewerber auf einen Studienplatz warteten.

Windhorst kritisierte zudem Pläne der Kultusministerkonferenz (KMK), künftig einen höheren Anteil der Medizinstudienplätze nach der Abiturnote zu vergeben. Wichtigere Auswahlkriterien seien Eignung, Leistung und vorausgegangene Tätigkeiten.

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Die KMK will die Abiturbestenquote von 20 auf 30 Prozent erhöhen. Zusätzlich soll es eine neue Eignungsquote geben, über die jeder zehnte Platz vergeben wird. Das Bundesverfassungsgericht hatte vor gut einem Jahr entschieden, dass das bisherige Zulassungsverfahren teilweise verfassungswidrig ist und bis Ende 2019 neu geregelt werden muss.

Nach Ansicht Windhorsts müsste auch mehr getan werden, um dem Ärztemangel auf dem Land entgegenzuwirken. In seiner Region Westfalen-Lippe sei es hier durch eine Reihe von Maßnahmen gelungen, ein „Minimum an Attraktivität“ wiederherzustellen, sagte der Mediziner. Als Beispiele nannte er eine Verbesserung der Notfallversorgung und die Abschaffung der Residenzpflicht.

Künftig will Windhorst verstärkt die Kommunen ansprechen. Diese sollten Medizinern verstärkt Wohnraum und Kitaplätze anbieten, um ihnen eine Tätigkeit auf dem Land „schmackhaft“ zu machen.

Der nordrhein-westfälische Ge­sund­heits­mi­nis­ter Laumann (CDU) hatte kürzlich eine Landarztquote für das Bundesland angekündigt. Sie soll ab dem Wintersemester 2019/2020 rund 170 jungen Menschen ein Medizinstudium ermöglichen, sofern sie anschließend in unterversorgten Regionen arbeiten.

© kna/aerzteblatt.de

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Avatar #89767
kosmo
am Donnerstag, 3. Januar 2019, 13:50

Heuchelei

"Dies gefährde die medizinische Versorgung in deren Heimatländern.."
Ja, natürlich, der Kollege Windhorst kann nicht ruhig schlafen - weil er sich so für die Gesundheitsbranchen anderer Länder kümmert.
Ehrlich gestehen, dass das Berufsleben von Aertzen in D seit Jahrzehnten immer
Avatar #88255
doc.nemo
am Donnerstag, 3. Januar 2019, 10:34

Wutrede

Es wird sich nicht viel ändern, denn die gegenwärtige Situation ist für die Entscheidungsträger die bequemste. Wenig Studienplätze und kleine Semester bedeuten für die Universitäten weniger Personal, weniger Ausrüstung, kleinere und billigere Hörsäle, mehr Zeit für die Professoren, sich um ansehenssteigernde Veröffentlichungen zu kümmern. Die Politik muss sich nicht um die Finanzierung zusätzlicher Studienplätze bemühen, die Kosten für die Medizinerausbildung werden kurzerhand ins Ausland verlegt. Die Erhöhung der Abitursquote verringert die Anzahl aufwändiger und teurer Auswahlverfahren, bei denen letztlich doch wieder irgendwelche Noten oder die Ergebnisse sinnloser schriftlicher "Eignungstest" zählen, die schnell und billig absolviert werden können, vielleicht sogar online. Das ist noch bequemer für die Unis. Die Nachqualifizierung ausländischer Ärzte ist wesentlich kostengünstiger und schneller, als eigene Ärzte auszubilden. Die radebrechenden Neukollegen können schon zügig für die Niederungen des klinischen Alltags eingesetzt werden. Zum Blutabnehmen braucht es kein gutes Deutsch. Und die mangelnde Eingangsqualifikation rechtfertigt vielleicht sogar geringere Einstiegsgehälter, was die Kliniken und Krankenkassen freut. Wer also sollte ein Interesse daran haben, am Status quo etwas zu ändern? Ja, Patienten natürlich, aber wen interessieren die? Im Gesundheitswesen ging es noch nie um die Patienten, sondern einzig und allein ums Geld.
Avatar #562834
anaesthesist_meyer
am Donnerstag, 3. Januar 2019, 09:58

Rückbesinnung auf die Tugenden

Wenn sich für die Ärzte, und nicht nur die, erkennen ließe, daß sie nicht in einer Medizinindustrie arbeiten, sondern daß sie in Kliniken und Praxen für ihre Patienten eine Heilkunst ausüben könnten, die von den eigentlichen Grundidealen des medizinischen Wirkens geprägt wäre (wieder!), bräuchten wir keine Gastarbeiter für die Medizinproduktion ins Land zu holen. Hier sind wir als Ärzte aber auch selbst in der Pflicht, etwas für solche Bedingungen zu tun. Weder Merkel, Spahn noch CEO's von Pharma- und Medizintechnik-firmen sollten uns daran hindern! Eigentlich sollte die Reihenfolge umgekehrt lauten, denn die Politiker sind nicht mehr als Erfüllungs-gehilfen profitgieriger Aktionäre.
LNS

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