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Medizin

Adipositas: Nachoperationen nach einigen bariatrischen Operationen häufig

Donnerstag, 3. Januar 2019

Nachuntersuchung bei einem Adipositas-Patienten (Stadtkrankenhaus Schwabach). /dpa

Göteborg – Die bariatrische Chirurgie, die bei adipösen Patienten eine dauerhafte Gewichtsabnahme erzielt und einen Typ-2-Diabetes kurieren kann, hat eine längere Entwicklungsphase hinter sich. Von den ersten Patienten, die vor 2001 operiert wurden, musste sich laut einer Studie in JAMA Surgery (2019; doi: 10.1001/jamasurg.2018.5084) jeder vierte später einer zweiten Operation unterziehen.

Bariatrische Operationen wurden in den 1980er- und 1990er-Jahren zumeist offen durchgeführt. Neben dem Roux-Y-Magenbypass, der auch heute noch zu den Standardverfahren gehört, waren die offene vertikale Gastroplastik und das steuerbare Magenband beliebt. Diese beiden Verfahren werden heute kaum noch durchgeführt. 

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Ein Grund waren die häufigen Nachoperationen. Wie Stephan Hjorth von der Sahlgrenska Academy in Göteborg und Mitarbeiter jetzt in einer Analyse der SOS-Studie („Swedish Obese Subjects“) ermittelt hat, war nach einem steuerbaren Magenband bei 153 von 376 Patienten (40,7 %) eine Revision erforderlich. Nach einer offenen vertikalen Gastroplastik mussten 386 von 1.365 Patienten (28,3 %) erneut operiert werden. Nach einem Magenbypass lag die Revisionsrate lediglich bei 7,5 % (20 von 266 Patienten). Bei den Patienten mit Magenband oder vertikaler Gastroplastik wurde meist eine Konversion zu einem Magenbypass durchgeführt. Korrekturoperationen (beispielsweise wegen insuffizienter Anastomosen) oder Umkehroperationen waren in den Anfangsjahren der bariatrischen Chirurgie ebenfalls keine Seltenheit. 

Die offene vertikale Gastroplastik wurde inzwischen verlassen und auch das steuerbare Magenband wird kaum noch verwendet, berichtet der Editorialist Ricardo Cohen vom Oswaldo Cruz German Hospital in São Paulo. Die bevorzugten Techniken sind heute die Sleeve-Gastrektomie und der „Omega loop“-Magenbypass. Bei der Sleeve-Gastrektomie wird lediglich der Magen verkleinert, was eine gute Gewichtsreduktion erzielt. Ein gastro-ösophagealer Reflux (GERD) ist jedoch eine häufige Folge. Die Rate der Neuerkrankungen lag in einer Kohortenstudie aus Belgien bei 40 % (Obesity Surgery 2017; 27: 1797-1803). 

Der „Omega loop“-Magenbypass gilt als komplikationsarm, weil nur eine Anastomose zwischen dem Magenpouch und dem Dünndarm hergestellt wird. Revisionen sind nach einer größeren Fallserie selten erforderlich (Obesity Surgery 2017; 27: 1153-1167). Es fehlen aber noch Langzeiterfahrungen. Ein gewisses Problem besteht nach Einschätzung von Cohen in einem Gallenreflux. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #735550
rp__bt
am Donnerstag, 3. Januar 2019, 19:22

Ich hatte jetzt gelesen...

..."Nachoperationen nach einigen barbarischen Operationen häufig" ;-)
LNS

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