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Iran: Ge­sund­heits­mi­nis­ter wegen Haushaltskürzung zurückgetreten

Donnerstag, 3. Januar 2019

Teheran – Der iranische Ge­sund­heits­mi­nis­ter ist wegen der drastischen Haushalts­kürzung als Folge der akuten Finanzkrise im Land zurückgetreten. „Ich bin kein ungeduldiger Mensch, aber was zu viel ist, ist nun mal zu viel“, sagte Minister Hassan Ghasisadeh Haschemi heute laut Videoportal Khabar One. Er könne unter den jetzigen Umständen nicht mehr effektiv arbeiten. Daher sei es besser, wenn das Ministerium einen neuen Leiter bekomme. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA soll dies der Akademiker Saeid Namaki werden.

Dem Ge­sund­heits­mi­nis­terium wurde weitaus weniger Budget für das nächste persische Jahr, das am 21. März 2019 beginnt, zugesprochen, als im Vorfeld geplant. Hintergrund ist die akute Finanzkrise im Zusammenhang mit der Verhängung neuer US-Sanktionen gegen den Iran.

Da die Sanktionen besonders den iranischen Ölexport treffen, sind diesbezüglich die Einnahmen des Landes im nächsten Jahr noch unklar.

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Besonders schlimm sind die Auswirkungen der Sanktionen im Bereich Gesundheit, da auch der Import von Medikamenten wegen der Banken-Sanktionen nicht mehr möglich ist. Darunter leiden vor allem viele schwerkranke Iraner, unter anderem Krebs­patienten.

Präsident Hassan Ruhani steht wegen der Finanzkrise bereits unter immensem Druck und musste nach der Kritik im Parlament diverse Änderungen in seinem Kabinett vornehmen. Nun verliert er auch Ge­sund­heits­mi­nis­ter Haschemi, der als Augenarzt und Akademiker einen sehr guten Ruf hatte.

Seit geraumer Zeit wird die iranische Führung vom Volk heftig kritisiert, weil sie es auch nach den US-Sanktionen vorzieht, das Ölgeld weiterhin für außenpolitische Belange auszugeben. Die Iraner sehen nicht ein, warum Millionen in palästinische und jemenitische Freiheitsbewegungen oder das politische Überleben von Syriens Machthaber Baschar al-Assad investiert werden, nicht aber dem Volk zugutekommen. Besonders beim Thema Gesundheit und Medikamentenmangel ist die Kritik der Bürger zuletzt heftiger geworden. © dpa/aerzteblatt.de

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