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EU fördert drei Verbundprojekte der Charité

Freitag, 4. Januar 2019

/Gorodenkoff, stockadobecom

Berlin/Brüssel – Wissenschaftler und Ärzte der Charité – Universitätsmedizin Berlin werden drei Verbundprojekte der Europäischen Union (EU) leiten. An weiteren sechs Vorhaben sind sie beteiligt. Insgesamt erhält die Universitätsmedizin dafür rund zehn Millionen Euro aus dem europäischen Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020

„Ein solcher Erfolg über unterschiedliche medizinisch-wissenschaftliche Bereiche hinweg zeigt einmal mehr die Forschungsstärke der Berliner Universitätsmedizin und ist für uns ein hervorragender Start in das Jahr 2019“, sagte der Dekan der Charité, Axel Radlach Pries. 

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Projekt ReSHAPE

Im Rahmen des Projektes „ReSHAPE“ suchen Forscher einen neuen Behandlungsansatz gegen Autoimmunerkrankungen – auch bei Organempfängern. Im Fokus stehen sogenannte regulatorische T-Zellen, um das Immunsystem wieder in eine ausgewogene Balance zu bringen. Diese sogenannten Tregs verhindern natürlicherweise eine Überaktivierung der Entzündungskaskaden im Körper. Sie lassen sich aus dem Blut der Patienten isolieren, außerhalb des Körpers vermehren und funktionell stabilisieren. Injiziert man sie anschließend wieder zurück, kann es gelingen, die fehlregulierte Entzündungskontrolle wiederherzustellen und weitere Gewebeschäden zu verhindern.

Die Forscher wollen im Rahmen von „ReSHAPE“ die Effektivität dieser Zelltherapien verbessern. Geleitet wird das Vorhaben von Petra Reinke, Gründungsdirektorin des Berlin Center for Advanced Therapies (BeCAT) und Transplantationsmedizinerin am Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien (BCRT). 

Projekt VirtualBrainCloud

In diesem EU-Verbundprojekt wollen internationale Forscherteams eine cloudbasierte Neuroinformatikplattform etablieren, die das Gehirn personalisiert simulieren kann.

Bei neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimerkrankheit sind die Symptome und der Krankheitsverlauf der Betroffenen oft sehr unterschiedlich. Deshalb sollten auch Diagnose und Therapie auf den einzelnen Patienten zugeschnitten werden. Die Plattform ist eine Erweiterung des bereits bestehenden Projektes „The Virtual Brain“ und soll Ärzten in Zukunft die Entscheidungen zur individuellen Diagnose und Therapie von Menschen mit neurodegenerativen Krankheiten erleichtern. Leiterin ist Petra Ritter von der Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie der Charité.

Projekt ENDOSCAPE

Im Rahmen des Projektes „ENDOSCAPE“ wollen Forscher eine neue Technologie entwickeln, mit der Gene und andere therapeutische Biomoleküle ohne Virusfähren effizient in Zielzellen eingeschleust werden können. Die Wissenschaftler wollen dafür auf pflanzliche Naturstoffe, sogenannte Glycoside, zurückgreifen und eine Plattformtechnologie für die Gentherapie entwickeln, die nicht auf die Behandlung eines bestimmten Krankheitsbildes beschränkt ist. „So könnten beispielsweise defekte Gene ersetzt oder repariert werden – oder Tumorzellen ließen sich durch Einschleusen spezieller Gene gezielt zerstören“, hieß es aus der Charité.

Leiter des Verbundvorhabens ist Hendrik Fuchs vom Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Pathobiochemie der Charité. © hil/aerzteblatt.de

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