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Politik

Sachsen-Anhalt unterstützt Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“

Freitag, 4. Januar 2019

/Patrick Daxenbichler, stockadobecom

Magdeburg – Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit für das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“, um die Bürger des Landes auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen. „Prävention ist der beste Opferschutz. Jede verhinderte Tat schützt ein Kind“, sagte Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD). Das bundesweit an elf Standorten tätige Netzwerk bietet Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, therapeutische Unterstützung. Betroffene in Sachsen-Anhalt können sich beispielsweise kostenfrei und anonym an die umliegenden Standorte wie die Universitätsklinik Leipzig, die Medizinische Hochschule Hannover oder die Charité – Universitätsmedizin Berlin wenden.

Die Kampagne macht mit der Fragestellung „Lieben Sie Kinder mehr, als Ihnen lieb ist?“ auf sich aufmerksam. Betroffene Männer sollen die Botschaft erhalten: „Du bist nicht schuld an Deinen sexuellen Gefühlen, aber Du bist verantwortlich für Dein sexuelles Verhalten! Es gibt Hilfe! Werde kein Täter!“ Davon Angesprochenen wird ausdrücklich Hilfe unter Einhaltung der Schweigepflicht angeboten.

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Seit Anfang 2018 wird die Therapie in dem Netzwerk im Rahmen eines Modell­vorhabens als Gesundheitsleistung anerkannt. Die gesetzlichen Krankenkassen finanzieren sie mit 2.000 Euro pro Patienten und pro Quartal. Eine Krankenkassenkarte ist nicht erforderlich.

Im April 2018 konnte Klaus Beier, Sprecher des Netzwerks „Kein Täter werden“ und Leiter des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Daten einer Berliner Nachuntersuchung von 56 Teilnehmern des Präventionsprojekts präsentieren. Diese zeigten, dass nahezu alle Therapieteilnehmer (98 Prozent) eine nachhaltige Verhaltenskontrolle aufbauen konnten. „Es ist uns gelungen, sexuellen Kindesmissbrauch zu verhindern“, betonte Beier. © hil/aerzteblatt.de

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