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Medizin

Sport und Bewegung bei bipolaren Erkrankungen hilfreich

Montag, 7. Januar 2019

/chalabala, stockadobecom

Baltimore – Erhöhte körperliche Aktivität kann bei Menschen mit bipolarer Erkrankung die Stimmung und das Energieniveau verbessern. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Vadim Zipunnikov vom Department of Biostatistics an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore. Die Arbeit ist im Fachmagazin JAMA Psychiatry erschienen (2018; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2018.3546). 

Patienten mit bipolaren Störungen erleben depressive und manische Stimmungs­schwankungen. Laut den Wissenschaftlern leiden in den Vereinigten Staaten rund 3 % der Erwachsenen unter dieser chronischen psychischen Erkrankung.

Zipunnikov und seine Kollegen schlossen 242 Teilnehmer im Alter von 15 bis 84 Jahren in die Studie ein, 150 von ihnen waren Frauen. Motorische Aktivität und Schlafdauer erfassten sie aus minutengenauen Aktivitätszählungen von einem sogenannten Aktigraphiegerät, das die Teilnehmer 2 Wochen lang am nicht dominanten Handgelenk trugen. Parallel dazu führten sie 4-mal täglich zu definierten Zeitpunkten ein elektronisches Tagebuch, um ihrer Stimmung und Energie zu dokumentieren. In den Tagebuch bewerteten die Teilnehmer ihre wahrgenommene Energie und Stimmung auf einer 7-stufigen Skala, die von „sehr müde“ bis „sehr energisch“ und von „sehr glücklich“ bis „sehr traurig“ reichte.

Insgesamt ergab die Studie, dass eine höhere körperliche Aktivität zu einem dieser Zeitpunkte mit einer besseren Stimmung und einem höheren Energieniveau zu dem folgenden Zeitpunkt korrelierte. Die Korrelationen wirkten auch umgekehrt, was bedeutet, dass höhere Energieniveaus an einem Punkt des Tages mit höheren körperlichen Aktivitäten am nächsten Tag verbunden waren.

Wie die Autoren erklären, ist die gleichzeitige Untersuchung von Schlaf, körperlicher Aktivität, Stimmung und Energie für Menschen mit bipolarer Störung sehr wichtig, da sowohl Schlaf als auch Aktivität das psychische Wohlbefinden der Teilnehmer beeinflussten. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Interventionen, die sich auf motorische Aktivität und Energie konzentrieren, eine höhere Wirksamkeit haben können als aktuelle Ansätze, die nur auf die depressive Stimmung abzielen“, so ihr Fazit. 

Sie fügen hinzu, dass die Studie „das Potenzial für die Kombination von Bewegungs­meldern und elektronischen Tagebüchern veranschaulicht, um die komplexen dynamischen Zusammenhänge zwischen mehreren Systemen in Echtzeit und in der Praxis besser zu verstehen“. © hil/aerzteblatt.de

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