NewsHochschulenProjekt für bessere Therapiebegleitung von Menschen mit chronisch-ent­zündlichen Darm­er­krank­ungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Projekt für bessere Therapiebegleitung von Menschen mit chronisch-ent­zündlichen Darm­er­krank­ungen

Montag, 7. Januar 2019

/Taras_Muroslavovuch, stockadobecom

Kiel – Die Therapiebegleitung für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darm­erkrankungen verbessern wollen Ärzte und Wissenschaftler von der Christian-Albrechts-Universität Kiel um Bernd Bokemeyer. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) fördert das Vorhaben mit rund 5,4 Millionen Euro im Bereich „Neue Versorgungsformen“. Wesentlicher Projektpartner ist die Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel.

In Deutschland leiden rund 400.000 Menschen an chronisch-entzündlichen Darmer­krankungen – die beiden häufigsten sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Patienten leiden unter Bauchschmerzen, häufigen, zum Teil blutigen, Durchfällen sowie, bei länger anhaltenden Schüben, unter Gewichtsverlust und Schwäche. Darüber hinaus können Beschwerden auch außerhalb des Magen-Darm-Traktes auftreten, zum Beispiel an den Gelenken und der Haut.

Anzeige

„Die psychosoziale Dimension ist neben den körperlichen Beeinträchtigungen ein wesentlicher Faktor“, erläutert Bokemeyer. Die Projektpartner wollen daher für Patienten, die auf Grund eines schwereren Krankheitsverlaufs einer Therapie mit Biologika bedürfen, eine intensive Betreuung einführen. Dazu sollen sie eine spezielle „CED-Versorgungsassistenz“ erhalten. Die Projektpartner greifen dabei auf internationale Erfahrungen mit IBD-Nurses (Inflammatory Bowel Disease Nurses) zurück.

„Eine solche patientenzentrierte Betreuung unter Einbeziehung der individuellen somatischen wie psychosozialen Belastungen und Risiken entspricht exakt dem Anspruch unserer Klinik, ein umfassendes, integriertes Versorgungskonzept für CED-Patienten zur Verfügung zu stellen. Diese intensive Begleitung kann unter anderem die krankheitsspezifische Lebensqualität der Patienten steigern“, sagt der Direktor der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Stefan Schreiber.

Die Projektkoordination wird das vom UKSH ausgegründete Kompetenznetz Darm­erkrankungen in Kiel übernehmen. Neben der Klinik für Innere Medizin I beteiligen sich der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands, die Fachgesellschaft für Assistenzpersonal Chronisch-entzündliche Darm­er­krank­ungen, die Techniker Krankenkasse, das Hamburg Center for Health Economics der Universität Hamburg und das Institut für Sozialmedizin/Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung der Universität zu Lübeck. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. April 2019
Boston/Tokio – Kann Vitamin D ein Krebswachstum verlangsamen? Nachdem in den letzten Jahrzehnten andere Vitamine und Spurenelemente reihenweise in klinischen Studien enttäuscht haben, ruhen die
Vitamin D könnte vielleicht gegen Darmkrebs wirksam sein
4. April 2019
Rockville/Maryland – Der Wirkstoff Tegaserod, der 2007 wegen Sicherheitsbedenken vom Markt genommen wurde, kann in den USA künftig wieder an Patienten mit dem Obstipationstyp des Reizdarmsyndroms
Reizdarmsyndrom: Tegaserod in den USA wieder zugelassen
26. März 2019
Greifswald – Die Bauchspeicheldrüse bestimmt die Zusammensetzung der Bakterienbesiedlung im Darm wesentlich. Das berichten Wissenschaftler um Markus Lerch von der Inneren Klinik A an der Unimedizin
Bauchspeicheldrüse hat großen Einfluss auf Bakterienbesiedlung des Darmes
5. März 2019
Singapur – Bestandteile von zerfallenden Darmbakterien werden offenbar vom Darm resorbiert und sind dann im Blut mit einem Antikörper nachweisbar, der in tierexperimentellen Studien in Nature
Antikörper gegen Darmbakterien könnte Autoimmunerkrankungen abschwächen
4. März 2019
Kiel – Einen molekularen Mechanismus, der das Gleichgewicht zwischen Immunreaktionen im Darm und der natürlichen Darmmikrobiota im Gleichgewicht hält, hat eine internationale Wissenschaftlergruppe um
Wie das Immunsystem das Mikrobiom im Gleichgewicht hält
28. Februar 2019
Berlin – Die Krankenkasse Barmer sieht Menschen mit Reizdarmsyndrom (RDS) in Deutschland oftmals falsch behandelt. Die Krankenkasse geht davon aus, dass hierzulande rund elf Millionen Menschen vom
Zu viel Diagnostik und falsche Medikamente bei Reizdarmsyndrom
18. Februar 2019
Bern/Genf – Bei neuroendokrinen Tumoren des Pankreas, Magens und des Darms könnten Medikamente in Kombination besser wirken als einzeln – insbesondere wenn Somatostatin-Analoga beteiligt sind. Zu
LNS
NEWSLETTER