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Medizin

Cholesterinwerte nach den Feiertagen häufiger erhöht

Montag, 7. Januar 2019

/Countrypixel, stockadobecom

Kopenhagen – Die Cholesterinwerte der dänischen Bevölkerung sind nach Weihnachten und Neujahr, nachdem sich die Bevölkerung über eine Woche lang fettreich ernährt und wenig bewegt hat, signifikant höher als in den Sommermonaten. Die Forscher raten in Atherosclerosis (2019; doi: 10.1016/j.atherosclerosis.2018.12.011) den Ärzten, eine im Januar gestellte Diagnose einer Hypercholesterinämie im Sommer zu kontrollieren, bevor sie Medikamente verordnen.

Dänen machen es sich zu Weihnachten und zwischen den Jahren gerne gemütlich. Das traditionelle Weihnachtsessen besteht aus Schweinebraten, Kartoffeln mit Zuckerglasur und Desserts mit Schlagsahne. Auch zwischen den Jahren wird mit Familien­angehörigen und Freunden gut gegessen und getrunken. Den Aufenthalt im Freien meiden die meisten an den dunklen, kalten und oft feuchten Tagen. 

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Die Opulenz der Mahlzeiten und die fehlende Bewegung bleibt nicht ohne Auswirkung auf den Stoffwechsel, wie eine Auswertung der Copenhagen General Population Study deutlich macht, die den Gesundheitszustand von 25.764 Dänen im Alter von 20 bis 100 Jahren untersucht hat. Während der Studie wurden unter anderem die Cholesterinwerte bestimmt. Die Blutproben wurden bei verschiedenen Leuten an unterschiedlichen Tagen des Jahres entnommen, was sich offensichtlich auf die Cholesterinwerte auswirkte.

Die Dänen, die in der ersten Januarwoche getestet wurden, hatten im Durchschnitt ein Gesamtcholesterin von 240 mg/dl und ein LDL-Cholesterin von 143 mg/dl. Bei einer Messung im Juni lag das durchschnittliche Gesamtcholesterin bei 197 mg/dl und das LDL-Cholesterin bei 108 mg/dl.

Dies hatte Folgen für die Diagnose einer Hypercholesterinämie, die in Dänemark ab einem Gesamtcholesterin von über 5 mmol/l (193 mg/dl) oder einem LDL-Cholesterin von 3 mmol/l (116 mg/dl) gestellt wird. Im Januar lagen 77 % der Erwachsenen über dem LDL-Limit und bei 89 % war das Gesamtcholesterin zu hoch. Bei den Dänen, die zwischen April und Juni getestet wurden, lagen nur 53 % über den Grenzwerten.

Die Chance auf einen normalen Cholesterinwert war damit im Januar sehr viel seltener. Anne Langsted vom Herlev og Gentofte Hospital in Kopenhagen und Mitarbeiter ermitteln eine Odds Ratio von 6,0, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 4,2 bis 8,5 signifikant war. Der Rat an die Ärzte lautet, sich bei der Diagnose einer Hypercholesterinämie nicht auf die Laborwerte im Januar zu verlassen. © rme/aerzteblatt.de

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