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Medizin

Valproinsäure in der Schwangerschaft kann ADHS beim Kind auslösen

Montag, 7. Januar 2019

/nd3000, stockadobecom

Aarhus/Dänemark – Das als teratogen eingestufte Antikonvulsivum Valproinsäure erhöht offenbar auch das Risiko auf die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS), wie eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie in JAMA Open Network (2019; doi: 10.1001/jamanetworkopen.2018.6606) zeigt.

Obwohl die ADHS überwiegend genetische Ursachen hat – die Heritabilität wird auf 75 % geschätzt –, werden verschiedene „Umweltfaktoren“ diskutiert. Zu den Kandidaten gehört eine intrauterine Exposition mit Valproinsäure. Das Antikonvulsivum, das nicht nur bei Epilepsien, sondern Off-label auch zur Migräneprophylaxe, bei bipolaren Störungen und anderen Erkrankungen verordnet wird, ist teratogen.

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Eine intrauterine Exposition führt bei 9 bis 10 % der Kinder zu Fehlbildungen, der IQ der Kinder ist später um 7 bis 10 Punkte vermindert und 4,42 % der Kinder erkranken an einer Autismus-Spektrum-Störung. Valproinsäure ist deshalb in der Schwangerschaft kontraindiziert. Die Fachinformationen raten vom Einsatz bei Frauen im gebärfähigen Alter generell ab oder fordern eine strenge Kontrazeption.

Eine weitere Folge einer intrauterinen Exposition könnte die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) sein, wie Jakob Christensen von der Universitätsklinik in Aarhus und Mitarbeiter jetzt herausgefunden haben. Die Forscher ermittelten in einer Analyse des dänischen Patientenregisters 580 Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Valproinsäure eingenommen hatten. Bei 49 dieser Kinder (8,4 %) wurde später eine ADHS diagnostiziert, bei den übrigen 912.722 Kindern lag der Anteil bei 3,2 %. Christensen ermittelt eine adjustierte Hazard Ratio von 1,48, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,09 bis 2,00 statistisch signifikant war.

Von den 580 Müttern waren 516 wegen einer Epilepsie mit Valproinsäure behandelt worden. Die adjustierte Hazard Ratio des Kindes auf eine ADHS betrug hier 1,39 (1,00-1,93). Bei den 64 Müttern, die das Mittel aus anderen Gründen eingenommen hatten, betrug die adjustierte Hazard Ratio 1,89 (0,76-4,68). Damit kann weitgehend ausgeschlossen werden, dass die Epilepsie der Mutter die Ursache für die ADHS des Kindes war. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #749369
Ambush
am Mittwoch, 9. Januar 2019, 02:06

59% ADHS in der Psychiatrie auffälliges Schweigen der Psychiater und Psychotherapeuten , jahrzehntelange Irrtümer und Lebenslügen , Alan Greenspan galt auch mal als Regenmacherbis Lehman Brothers

Neulich gab es eine gravierende Studie zur Häufigkeit der häufigsten Hirnentwicklungsstörung ADHS in der Psychiatrie mit indem Fall 59% verkapptem ADHS in der Allgemeinpsychiatrie , darunter Prof. Arno Deister , aktuell Präsident der DGPPN , als Co-Autor. Diese Zahl von 59% ist so brachial, dass sie, falls tatsächlich zutreffend, ein weiter so in der Psychiatrie nicht zulässt. http://news.doccheck.com/de/blog/post/8424-59-prozent-von-patienten-der-allgemeinpsychiatrie-haben-adhs/ Hier die Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=deister+adhd

das Ergebnis war für viele Leute in der ADHS-Community nicht mal überraschend, von selbst betroffenen Fachleuten wird seit über 30 Jahren auf die extrem hohe Dichte an verkapptem ADHS in der Psychiatrie hingewiesen , und wenn dann mehr und mehr prominente Fälle von ADHS wie “Naddel” , Hirschhausen https://www.stern.de/gesundheit/gesund-leben/eckart-von-hirschhausen/eckart-von-hirschhausen–humor-ist–wenn-man-spaeter-kommt-3808736.html , Jan Ullrich und viele bisher nicht öffentliche Fälle (einer macht gerade Schlagzeilen mit seiner Privatinsolvenz und spielte früher mal Tennis) an die Oberfläche treten, dann lässt das erahnen, dass da quantitativ noch viel mehr sein muss. 10% in Deutschland bei einem Geschlechterverhältnis von in Wahrheit 1:1 (die betroffenen PatientINNEN kommen dann zum Psychiater wegen Depression, Angststörungen, Borderline, Essstörungen usw. nach dem zugrunde liegenden ADHS , das hat der Psychiater meist nicht auf dem Schirm) https://www.refinery29.de/2017/04/151067/mein-recht-auf-adhs
https://www.youtube.com/watch?v=HJ8BBUiwjVc

dem Journalismus muss man dabei zu Gute halten, dass, seit mehr und mehr die wahre quantitative Dimension von ADHS durchdringt, man dort die Fehler der Vergangenheit erkannt hat und von dem ca. 20 bis 25 Jahre dauernden Bashing gegen ADHS auf Ratgeber-Berichterstattung umgeschwenkt ist, definitiv lobenswert... solche Kurswechsel erfolgen aber meist still und heimlich und der eigene Irrtum über Jahrzehnte , der wird nicht lautstark eingeräumt und in de Welt hinaus geschrien, der wird still und heimlich verschwiegen... wie war das denn noch bei dem häufigen ADHS-Bashing auf Frontal 21 und der Gruppe um Astrid Randerath vom ZDF , da kamen in regelmäßigen Abständen haarsträubende, stark tendenziöse Beiträge gegen ADHS , und ein gewisser Jörg Blech vom Spiegel, der hat dort in der Spiegel-Printausgabe in regelmäßigen Abständen seine Meinungen (Meinungen und nicht Fakten) gegen ADHS und seine subtanzlosen, anti-psychiatrischen Thesen insgesamt aufstellen dürfen... weil es gesamtgesellschaftlich hoffähig war... oder ein gewisser "Prof. Dr. Gerald Hüther" , auf dem wichtigsten Ärztekongress in Deutschland überhaupt, dem Hauptstadtkongress 2011, da durfte dieser "Guru" seine Ansichten gleich ganz besonders prominent platziert in der Eröffnungsrede verbreiten: https://videogold.de/begeisterung-schluessel-zur-menschlichen-entwicklung-gerald-huether-vortrag-2011/ , was wirklich dahinter war hinter dem ADHS-Bashing von dem Herrn "Prof. Dr." ohne Lehrstuhl , das wussten die Kongressverantwortlichen und die meisten Vertreter der Ärzteschaft dort wohl eben nicht, dazu hier: https://www.zeit.de/2013/36/bildung-schulrevolution-bestsellerautoren bzw. https://www.psiram.com/ge/index.php/Gerald_H%C3%BCther und https://www.weltanschauungsfragen.de/informationen/informationen-a-z/informationen-s/sinnstiftung/lange-version/ welche unrühmliche Rolle die Medien in der Vergangenheit bei der Hüther-Hofberichterstattung eingenommen haben, verdeutlicht die Live-Schalte mit Hüther im Heute Journal zur besten Sendezeit: https://www.youtube.com/watch?v=A6vtFS_CwkA ...nun ist es generell so, dass man Peinlichkeiten eben lieber totschweigt anstatt sie herum zu posaunen... und die ganzen ADHS-Kritiker in den Medien... die sind dort weitgehend verstummt... so etwa ein gewisser Guido Bohsem noch 2013 in der Süddeutschen: https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/adhs-und-ritalin-wir-haben-laengst-amerikanische-verhaeltnisse-1.1586583 , zu solchen ad-hoc-Verurteilungen wie dort in dem Artikel von Guido Bohsem entgegne ich das hier:

Was diese ganze Hirndoping, Neuro-Enhancement,-Gespensterdebatte angeht, diese wird ja vor allem in der linken Hälfte des politischen Spektrums gerne aufgegriffen und für pauschale Kapitalismus-Kritik verwendet, nach dem Motto: “Die Mama von dem ADHS-Kind, die will halt zu viel vom Leben und wenn sie nicht ihre 3 Nebenjobs gleichzeitig machen würde, um sich die 3-malige Urlaubsreise pro Jahr zu finanzieren, dann hätte sie auch wieder mehr Zeit für das ADHS-Kind und das ADHS-Kind bräuchte dann kein Ritalin mehr.” Zuwendung statt Ritalin. Ja, schön, wenn es so einfach wäre. Solche ad-hoc Verurteilungen, die kamen in der Vergangenheit oft gerade von linksliberalen Journalisten wie Guido Bohsem von der Süddeutschen, die einer wohlhabenden städtischen Elite bzw. Münchener Schickeria angehören und die sich im Gegensatz zu den allermeisten Familien in Deutschland tatsächlich eine 3-malige Urlaubsreise im Jahr leisten können.
Es wir letztendlich bei dieser Gespensterdebatte um Hirndoping das komplexe Thema ADHS und Ritalin (und um nichts anderes geht es dabei, Modafinil ist sehr nachrangig und dient nur als Alibi, um zu verschleiern, dass es nur um Ritalin geht) vermischt mit pauschaler Kapitalismus-Kritik. Nichts gegen eine mitfühlendere Welt, nichts gegen Entschleunigung und Muse, aber an die vielen leider auch Ärzte und sonstige “Fachleute”, die bei ADHS und Ritalin vorschnell vorurteilen: erst mal schlau machen und dann erst reden.

alternativ gibt es natürlich auch die Möglichkeiten, Fakten immer weiter zu ignorieren und weiter zu machen wie bisher, dieser Vorwurf richtet sich hinsichtlich ADHS insbesondere an die Ärzteschaft und zuvorderst an die Zunft der Psychiater und auch Kinder- und Jugendpsychiater, dazu hier ein recht anschaulicher Link: https://adhsspektrum.wordpress.com/2014/03/28/es-kann-nicht-sein/ , ja, und ich selbst, ich hatte im PJ mal einen Oberarzt, der mutmaßlich auch dachte, dass er es per se besser weiß, der sagte dann in einem Seminar gegenüber uns Studenten "...ich möchte mich bei der Gelegenheit outen als ADHS-Gegner..." , eine Begründung für seine wissenschaftlich so fundierten Ansichten und seine mutmaßlich auch entsprechende Handhabung als praktizierender Psychiater ist er selbstverständlich schuldig geblieben, Gruß an PD Dr. nach Würzburg , ich empfand Sie wirklich als ärztliches Idol und Ihr Verständnis von ärztlichem Ethos ist sicherlich inspirierend auch gerade für den ärztlichen Nachwuchs ….


Ja, ein noch viel größeres Problem, was die Blockadehaltung bei ADHS angeht, das findet sich in Teilen der Ärzteschaft selbst und da dort das Zugeben von Irrtümern und Fehlern nicht gerade vorgelebt wird, wird das wohl auch noch dauern...


Für das Covern des quantitativ bisher dramatisch unterschätzten Themas ADHS (insbesondere auch dessen gesamtgesellschaftliche und volkswirtschaftliche Bedeutung bzw. eben auch Problematik) jedenfalls Chapeau an ärzteblatt online

Bei der Offenheit, die im journalistischen Bereich mittlerweile zu dem Thema ADHS und ASS herrscht, es ist auffallend, dass die Ignoranz und ablehnende Haltung dazu von großen Teilen der Ärzteschaft, insbesondere der Psychiater nur sehr langsam zurückgeht. Das hat zu tun mit mangelnder Fehlerkultur, mit insgeheim gekränktem Stolz und Scham, dass man es jahrzehntelang in der alltäglichen medizinischen Praxis jeden Tag falsch gemacht hat....wie soll ein Chefarzt, der jahrzehntelang ADHS als Modethema oder vorübergehende Erscheinung bezeichnet hat, der jahrzehntelang Patienten in seiner Klinik die ADHS-Diagnose abgesprochen hat und nicht ernst genommen hat, wie soll der jetzt sein Versagen vor der gesamten Klinik eingestehen. Jahrzehntelange Irrtümer und entsprechende Scham werden still und heimlich für sich behalten und unter den Teppich gekehrt, oder aber man hält in der entsprechenden Zunft weiter fest an diesen Irrtümern , weil man die Wahrheit gar nicht an sich heranlassen will.
Avatar #725920
Syntaxie
am Dienstag, 8. Januar 2019, 21:56

Wirklich 59% ?

Möglicherweise sind von den 59% ein Drittel als unerkanntes Aspergersyndrom abzuziehen.
Ein solcher Fall fiel mir in einem Forum auf. Der empfohlene Test http://www.rdos.net/de/index.php zur evtl. weiterführenden persönlichen Selbsterkenntnis brachte eine deutliche Tendenz für Aspergersyndrom. Dem Betreffenden erging es dann fast genau so:
>In der Psychiatrie wurde ich einige Wochen vorher wegen meines Verdachts regelrecht bei der Visite ausgelacht („Warum wollen Sie unbedingt die ADHS Diagnose erhalten?“).<
Das Ergebnis des empfohlenen Tests wurde von ärztlicher Seite heruntergespielt und dann stellte sich heraus, daß der Sohn des Betreffenden (bei getrennt lebender Mutter) bereits die Diagnose Aspergersyndrom erhalten hatte
Avatar #749369
Ambush
am Dienstag, 8. Januar 2019, 13:28

ADHS an sich keine Krankheit , Ätiologie und Pathogenese von ADHS ausschließlich durch Schädigung in Schwangerschaft darf bezweifelt werden

ich persönlich kenne ziemlich viele Betroffene mit ADHS (man spricht zunächst einmal von Betroffenen und nicht von Kranken und auch nicht von Patienten , der Krankheitswert von ADHS KANN (aber eben MUSS NICHT ) sich ergeben durch unglückliche Sozialisierung und unglückliche bzw fehlende Coping-Mechanismen in einem ungünstigen Umfeld bzw. Umwelt ) , da selbst betroffen und seit über 20 Jahren bewusst mit dem Thema persönlich konfrontiert , ich kenne aber bisher keinen Betroffenen , bei dem ich weiß , dass die Eltern nicht genau so sind wie er oder sie auch . Eine alleinige Ätiologie und Pathogenese von ADHS durch exogene Noxen in der Schwangerschaft in manchen Fällen darf bezweifelt werden, ich glaube zwar dass Schadstoffe in der Schwwangerschaft die Hirnentwicklung bei ADHS modifizieren können, dass aber dies alleine ausreicht, um ein vollumfängliches ADHS-Gehrin mit allen charakteristischen Merkmalen zu erzeugen, meine persönliche Erfahrung in über 20 Jahren Bewusstsein über ADHS spricht klar dagegen. Die Zukunft wird wissenschaftlich valide zeigen, ob ich richtig liege mit dieser Vermutung .

Im Übrigen sollte man auch von fachlicher Seite Erfahrungsberichte von Betroffenen nicht einfach abtun als belanglos , Empirie und Aha-Effekte sind in ihrer Treffer-Frequenz und Wahrheit nicht zu unterschätzen , die Studie von Arno Deister , Präsident der DGPPN , mit diesen 59% verkapptem ADHS in der Psychiatrie , selbst von ADHS betroffene Fachleute haben sich das schon seit ca 30 Jahren gedacht bzw es "gewusst" , man hatte es halt nicht schwarz-auf-weiß , hier noch einmal gesondert die Studie von Arno Deister http://news.doccheck.com/de/blog/post/8424-59-prozent-von-patienten-der-allgemeinpsychiatrie-haben-adhs/ Hier die Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=deister+adhd , zu Aha-Effekten im Zusammenhang mit ADHS , ADHS und Griechenland , auch in dem Kontext erkennt der ADHS-Betroffene mit geschulter Wahrnehmung und geschultem Blick für ADHS Aha-Effekte , die skurilen Zustände in griechischen Archiven und schlicht und einfach das alltägliche Erleben von Griechen oder Personen mit griechischem Migrationshintergrund in Deutschland oder wie ich es auch erlebt habe, in Krankenhäusern als Patienten , das wird dann von Wissenschaftlern als Spinnerei und nichts Substantielles abgetan , nun , schauen wir mal, was über die Häufigkeit von ADHS in Griechenland in 15 Jahren bekannt sein wird und ein gewisser Varoufakis dürfte sich ohnehin ins kollektive Gedächtnis der Bevölkerung in Deutschland eingebrannt haben, tja, jedenfalls steht über Griechenland im Raum knapp die Hälfte der Bevölkerung dort mit ADHS-Persönlichkeit oder manifestem ADHS (was war zuerst, die Gene oder die Kultur, wahrscheinlich beeinflusst sich beides evolutionär betrachtet wechselseitig ) , ähnlich verhält es sich mit den Sinti und Roma , auch da gibt es bisher keine ernst zu nehmenden Erhebungen im Zusammenhang mit ADHS und auch da gibt es jedoch klare Aha-Effekte im Zusammenhang mit ADHS , das sehen auch einige überregional bekannte Fachleute für ADHS exakt genau so, diese werden aber den Teufel tun, sich dazu öffentlich zu äußern, da man angesichts von Rassismus-Vorwürfen und Nazi-Assoziationen dann ganz schnell einpacken könnte. Und auch von akademischer Seite muss sich das erst einmal jemand trauen, das nach wissenschaftlich qualitativ hochwertigen Kriterien zu untersuchen , da man angesichts des Postulats Sinti und Roma , ethnischer Hotspot von ADHS ? ganz schnell seine eigene akademische Karriere gefährdet , jedenfalls auch hier, was war zuerst, die Gene oder die Kultur, wahrscheinlich beeinflusst sich beides evolutionär betrachtet wechselseitig, hier nochmals die Qunitessenz zu ADHS und Evolution :

Das Thema Evolution und ADHS fassen folgende Sätze des deutschlandweit führenden Genetikers (und auch einer der weltweit führenden Genetiker) zu ADHS Prof. Klaus-Peter Lesch von der Psychiatrie der Uniklinik Würzburg zusammen:”…Früher vermuteten die Forscher, einige wenige Gene würden ADHS auslösen; doch das trifft, wenn überhaupt, nur auf ganz wenige Familien zu. Für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gilt: Vermutlich sind es 500 bis 1000 Gene, die einen – jeweils minimalen – Einfluss auf das Temperament und die Konzentrationsfähigkeit des Menschen haben. Diese sind mithin auch keine Krankheitsgene, vielmehr gehören sie zur natürlichen Ausstattung des Menschen. “ADHS ist ein Extrem einer Persönlichkeitsvariante, das zunächst einmal gar keinen Krankheitswert besitzt”, bestätigt auch Klaus-Peter Lesch. Diese milden Ausprägungsformen von ADHS seien in einem Fünftel der Bevölkerung vorhanden und hätten sich im Laufe der Evolution des Homo sapiens immer wieder als vorteilhaft durchgesetzt. Lesch: “Der hohe Energiepegel, der Enthusiasmus, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen, die große Kreativität, die Fähigkeit zum Querdenken und der Gerechtigkeitssinn – all das sind Ressourcen, die für unsere Gesellschaft wichtig sind.” zu finden in dem Artikel des ADHS-Gegners Jörg Blech im Spiegel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-99311928.html
Man muss ansonsten nur durch die Straßen einer durchschnittlichen deutschen Stadt laufen und es werden einem jeden Tag Personen mit ADHS über den Weg laufen, um zu erkennen, dass bei Person X ADHS vorliegt, da braucht es aber oftmals schon ein gewisses Gespür, was man vollumfänglich nur als selbst mit ADHS Betroffener hat. Man kann sehr wohl “spüren” , wenn das Gegenüber auch ADHS hat, Stichwort Wesensverwandtschaft , und mit ADHS Betroffene erkennen sich untereinander so wie in China ein Deutscher einen anderen Deutschen erkennt, am Habitus und an der Persönlichkeit . Jemand, der kein ADHS hat, der muss all das rein kognitiv kompensieren , allein schon aus diesem Grund besteht der harte Kern an ADHS-Therapeuten in Deutschland und weltweit überwiegend aus selbst mit ADHS betroffenen Ärzten , Psychotherapeuten etc. und man ist, so unfair das auch sein mag, als Nicht-Betroffener schon deswegen ein ADHS-Therapeut 2. Klasse.

Avatar #749369
Ambush
am Montag, 7. Januar 2019, 17:18

komorbide Epilepsie bei Mütter mit ADHS und Vererbung auf die Kinder ?

Epilepsie tritt als Komorbidität bei ADHS gehäuft auf, ein nicht unwesentlicher Teil der Epileptiker hat ebenfalls ADHS . Woher weiß man , ob in dieser Studie die Mütter der Kinder mit ADHS , die Valproat genommen hatten, ob viele dieser Mütter nicht in Wahrheit ADHS haben und dieses ADHS an ihre Kinder genetisch weitervererbt habe. ADHS als Hirnentwicklungsstörung , die einher gehen KANN mit Epilepsie als Komorbidität eben...
Avatar #749369
Ambush
am Montag, 7. Januar 2019, 17:14

Exogene Noxen in der Schwangerschaft bei ADHS von untergeordneter Bedeutung

Bei den den jeweiligen Hirnentwicklungsstörungen können offensichtliche exogene Noxen während der Schwangerschaft tatsächlich eine Rolle spiele (ob die alleinige Rolle, ob das überhaupt möglich ist insbesondere bei ADHS, da habe ich Zweifel, eine ADHS-Symptomatik bei den Müttern mit Epipelspsie und bei den Kindern mit ADHS bei Valproat sollte vielleicht dort abgeklärt werden) ...zur Genetik der verschiedenen Hirnentwicklungsstörungen bzw Neurodevelopmental disorders :

Dass ADHS erblich und genetisch bedingt ist, kann ich als selbst davon betroffene Person bestätigen. Bei einer (nicht-professionellen)Stammbaumanalyse in meiner Familie kann ich ziemlich genau sagen, wer bei mir ADHS hat bzw, hatte. Ich Diagnose Mitte der 90er mit 9 , Mutti Diagnose vor 14 Jahren in der Burnout-Klinik mit Ende 40, Vater der Mutter ganz klarer Fall, Mutter der Mutter nur entsprechende Persönlichkeitsmerkmale, Bruder nicht betroffen, hat aber bestimmte Persönlichkeitsmerkmale in dieser Richtung, Vater ebenfalls nicht manifest betroffen, hat aber auch bestimmte entsprechende Persönlichkeitsmerkmale, Mutter des Vaters definitiv manifest von ADHS betroffen gewesen (plus Kriegstraumata und Vergewaltigung 1945 als negative Sozialisationsfaktoren dort), Vater des Vaters nicht betroffen gewesen, Bruder der Mutter definitiv manifest betroffen (lehnt eine Diagnostik jedoch ab, dessen Tochter jedoch auch wiederum klare Auffälligkeit hinsichtlich ADHS), Schwester des Vaters (Messi-Syndrom gehabt) definitiv betroffen gewesen und mit Mitte 50 recht verwahrlost gestorben, andere Schwester des Vaters nicht betroffen... solche ADHS-Stammbäume sind eher die Regel und nicht die Ausnahme bei ADHS …. im Übrigen bleiben von ADHS Betroffene in der Tendenz unter sich... sozial und auch was Partnerschaft und Beziehung angeht... und auch hier gilt wieder: nicht schwarz-weiß , nicht alles oder nichts, sondern "tendenziell"...und je ausgeprägter das ADHS , desto unwahrscheinlicher ist es, dass der oder die Partner/in gar kein ADHS hat. Mein Vater hat kein manifestes ADHS , aber Mutti hätte sich niemals mit jemandem einlassen können, der nicht entsprechende Persönlichkeitsmerkmale besitzt …. das läuft nach dem allgemein gültigen Prinzip: "gleich zu gleich gesellt sich gern" und auch sämtliche meiner echten Freunde haben ADHS oder zumindest entsprechende Persönlichkeitsmerkmale …. zur Genetik der ADHS wieder hier:

Das Thema Evolution und ADHS fassen folgende Sätze des deutschlandweit führenden Genetikers (und auch einer der weltweit führenden Genetiker) zu ADHS Prof. Klaus-Peter Lesch von der Psychiatrie der Uniklinik Würzburg zusammen:”…Früher vermuteten die Forscher, einige wenige Gene würden ADHS auslösen; doch das trifft, wenn überhaupt, nur auf ganz wenige Familien zu. Für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gilt: Vermutlich sind es 500 bis 1000 Gene, die einen – jeweils minimalen – Einfluss auf das Temperament und die Konzentrationsfähigkeit des Menschen haben. Diese sind mithin auch keine Krankheitsgene, vielmehr gehören sie zur natürlichen Ausstattung des Menschen. “ADHS ist ein Extrem einer Persönlichkeitsvariante, das zunächst einmal gar keinen Krankheitswert besitzt”, bestätigt auch Klaus-Peter Lesch. Diese milden Ausprägungsformen von ADHS seien in einem Fünftel der Bevölkerung vorhanden und hätten sich im Laufe der Evolution des Homo sapiens immer wieder als vorteilhaft durchgesetzt. Lesch: “Der hohe Energiepegel, der Enthusiasmus, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen, die große Kreativität, die Fähigkeit zum Querdenken und der Gerechtigkeitssinn – all das sind Ressourcen, die für unsere Gesellschaft wichtig sind.” zu finden in dem Artikel des ADHS-Gegners Jörg Blech im Spiegel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-99311928.html
Man muss ansonsten nur durch die Straßen einer durchschnittlichen deutschen Stadt laufen und es werden einem jeden Tag Personen mit ADHS über den Weg laufen, um zu erkennen, dass bei Person X ADHS vorliegt, da braucht es aber oftmals schon ein gewisses Gespür, was man vollumfänglich nur als selbst mit ADHS Betroffener hat. Man kann sehr wohl “spüren” , wenn das Gegenüber auch ADHS hat, Stichwort Wesensverwandtschaft , und mit ADHS Betroffene erkennen sich untereinander so wie in China ein Deutscher einen anderen Deutschen erkennt, am Habitus und an der Persönlichkeit . Jemand, der kein ADHS hat, der muss all das rein kognitiv kompensieren , allein schon aus diesem Grund besteht der harte Kern an ADHS-Therapeuten in Deutschland und weltweit überwiegend aus selbst mit ADHS betroffenen Ärzten , Psychotherapeuten etc. und man ist, so unfair das auch sein mag, als Nicht-Betroffener schon deswegen ein ADHS-Therapeut 2. Klasse.

ADHS ist deshalb so häufig, weil die ADHS verursachenden Gene evolutionär gesehen nicht nur Mist , sondern auch positive Aspekte , Stärken und Vorteile verursachen. ADHS als eine solche je nach Schweregrad Störung , Konstitution oder Persönlichkeitsvariante hat deshalb diese hohe Prävalenz – vergleiche dazu Prävalenz von ADHS in Deutschland von in Wahrheit etwa 8% bis 10% mit Autismus-Spektrum-Störungen mit Prävalenz von 1% bis maximal 2%. Ohne die Berücksichtigung der evolutionären Anthropologie psychischer Störungen wird man auch die jeweiligen teils gravierend unterschiedlichen Prävalenzen der verschiedenen Hirnentwicklungsstörungen (eben ADHS , Autismus aber auch Schizophrenie und Bipolare Störung und Unipolare Endogene Depression) nicht verstehen können.

Leider wird ADHS nach wie vor von weiten Teilen der Psychiater in Deutschland in der quantitativen Dimension nicht erfasst und akzeptiert, obwohl auch hier sich etwas tut, neulich gab es eine Studie zur Häufigkeit von ADHS in der Psychiatrie mit Prof. Arno Deister , immerhin Präsident der DGPPN , als Co-Autor , die, falls tatsächlich zutreffend, in den Auswirkungen weitreichend sein muss (!!!) bzw. von der Psychiater-Zunft ein Handeln erzwingt!... laut dieser Studie haben 59% der Psychiatrie-Patienten Auffälligkeiten im Sinne von ADHS , 59% !!! , die ADHS als Komorbidität oder kausale Erkrankung dort haben:

http://news.doccheck.com/de/blog/post/8424-59-prozent-von-patienten-der-allgemeinpsychiatrie-haben-adhs/ das Erbenis dieser Studie mit in dem Fall 59% ADHS in der Allgemeinpsychiatrie ist so brachial , dass die möglichen Konsequenzen vielleicht noch gar nicht durchgedrungen sind.
Mal angenommen, diese Studie mit 59% verkapptem ADHS in der Allgemeinpsychiatrie stimmt, das bedeutet, dass seit Anbeginn der modernen Geschichte der Psychiatrie die entsprechenden Patienten nur in ihren Begleit- und Folgeerkrankungen aber nicht ursächlich in ihrem ADHS therapiert wurden. Was das für die persönlichen Schicksale aber auch für die volkswirtschaftlichen Kosten bedeutet, dürfte ebenfalls in Quantität und Qualität brachial sein. Wie prognostiziert doch Russel Barkley , der weltweit renommierteste Wissenschaftler bezüglich ADHS, wonach ADHS sich irgendwann einmal als das “zentrale Thema in der Psychiatrie insgesamt herausstellen wird”.

Hier die Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=deister+adhd
das Ergebnis war für viele Leute in der ADHS-Community nicht mal überraschend, von selbst betroffenen Fachleuten wird seit über 30 Jahren auf die extrem hohe Dichte an verkapptem ADHS in der Psychiatrie hingewiesen , und wenn dann mehr und mehr prominente Fälle von ADHS wie “Naddel” , Hirschhausen https://www.stern.de/gesundheit/gesund-leben/eckart-von-hirschhausen/eckart-von-hirschhausen–humor-ist–wenn-man-spaeter-kommt-3808736.html und viele bisher nicht öffentliche Fälle (einer macht gerade Schlagzeilen mit seiner Privatinsolvenz und spielte mal Tennis) an die Oberfläche treten, dann lässt das erahnen, dass da quantitativ noch viel mehr sein muss. 10% in Deutschland bei einem Geschlechterverhältnis von in Wahrheit 1:1 (die betroffenen PatientINNEN kommen dann zum Psychiater wegen Depression, Angststörungen, Borderline, Essstörungen usw. nach dem zugrunde liegenden ADHS , das hat der Psychiater meist nicht auf dem Schirm) https://www.refinery29.de/2017/04/151067/mein-recht-auf-adhs
https://www.youtube.com/watch?v=HJ8BBUiwjVc
und die leichtgradigen Fälle miteinbezogen bei einer Persistenz einer zumindest Restsymptomatik von quasi 100% an der Gesamtbevölkerung , das ist auch ein “Markt” , den auch seit einiger Zeit der Journalismus entdeckt hat.

Leider gibt es unzählige Psychiater in Deutschland, die solche Fakten nicht wahrhaben wollen, solche Erfahrungsberichte z.B.:

"Ja, das wäre sicher die ideale Lösung.
Mutter eines Sohnes mit ADHS, selbst betroffen (Diagnose allerdings erst mit 48 Jahren erhalten!!!), habe ich vor ein paar Jahren ein paar Monate in einer Mutter-Kur-Klinik gearbeitet.
In jeder Gruppe (ich betreute die Kinder) erkannte ich die ADHS Kinder sofort (ich wusste vorher nicht, welche Kinder betroffen waren, die Kollegin hat mir jedes Mal meine Ahnung bestätigt).
Die ADHS meines Freundes habe ich gewusst, bevor er die Diagnose erhalten hat.
Oft weiß ich, wer betroffen ist, aber meine Hinweise werden sehr oft in den Wind geschlagen (mein eigener Ex-Mann-mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit selbst betroffen-hat die Diagnose unseres Sohnes von Anfang abgelehnt, wie seine Schwester die Diagnose ihres Sohnes abgelehnt hat).
ADHS wird offensichtlich in der allgemeinen Bevölkerung als Stigma wahrgenommen (von vielen Ärzten als „Modediagnose“ oder „Möchte-Gerne-ADHS-Haben“-Krankheit).Man ist lieber „depressiv“ oder „ängstlich“ als ein ADHSler.
Zum Glück gibt es aber auch sehr kompetente Ärzte, die nicht betroffen sind, aber die Diagnose stellen können. Das ist der Fall für meinen Arzt, der gleichzeitig Arzt für Psychotherapie ist.
Die Suche nach diesem Arzt war aber steinig: als Betroffene mir in Foren sagten, ich sei sehr wahrscheinlich selber betroffen, habe ich vergeblich nach einem Arzt in meiner Nähe gesucht.
Bis ich auf die Idee kam, meinen Ex-Hausarzt darauf anzusprechen (die Praxis habe ich wegen seiner Frau verlassen.Er ist sehr gut, macht leider nur Hausbesuche). Er fand 2 Adressen „in meiner Nähe“. Ein Arzt ist 115 km von meinem Wohnort entfernt, der andere Arzt 70 km.
Da ich keinen Termin beim 1. Arzt bekam, habe ich den 2. angerufen. Und die Diagnose nach dem 3.Termin erhalten (Gespräche + 3 Fragebögen).
In der Psychiatrie wurde ich einige Wochen vorher wegen meines Verdachts regelrecht bei der Visite ausgelacht („Warum wollen Sie unbedingt die ADHS Diagnose erhalten?“).
Jetzt weiß ich, dass ein großer Teil meiner erheblichen Schwierigkeiten in meinem Leben an dieser Gehirnstoffwechselstörung lagen. Hätte man sie in jungen Jahren diagnostiziert und therapiert, hätte man mir viel Leid (darunter viele depressive Tiefe mit 4 Selbstmordversuchen!!!) erspart." zu finden hier: https://adhsspektrum.wordpress.com/2018/05/21/adhs-diagnostik-bei-erwachsenen/#comments

zur Ignoranz und Inkompetenz der Ärzteschaft in Deutschland über ADHS auch das hier: http://news.doccheck.com/de/blog/post/5098-adhs-geballte-inkompetenz-und-ignoranz-der-psychiater/ …inwiefern sind solche vorurteilsbehafteten Einstellungen zu ADHS in der Ärzteschaft den vereinbar mit Hippokratischem Eid und Genfer Gelöbnis? Erst mal informieren und dann erst reden – das gilt erst recht für Ärzte.
ADHS wird – von männlichen, hyperaktiven Grundschülern, die im Klassenzimmer randalieren, abgesehen – nicht überdiagnostiziert, sondern nach wie vor massivst unterdiagnostiziert. Nach ADHS wird, so dicht und markant die Hinweise darauf auch sein mögen, von der deutlichen Mehrheit der Psychiater in Deutschland nicht einmal sondiert. Die Mär von der Kinderkrankheit, die hält sich gerade auch in der Ärzteschaft nach wie vor noch. Wie viele Schicksale man zum Positiven hätte beeinflussen können, wenn vom Psychiater zumindest einmal nach ADHS sondiert worden wäre und wieviele volkswirtschaftlichen Kosten man hätte sparen können, wenn nicht nur Begleit- und Folgeerkrankungen von ADHS bei unzähligen Psychiatrie-Patienten therapiert worden wären sondern die ursächliche ADHS , das ist nict auszudenken: das Geschlechterverhältnis bei ADHS ist übrigens bei 1:1 in Wahrheit , https://www.refinery29.de/2017/04/151067/mein-recht-auf-adhs

Ich sehe das so: mit ADHS in der Psychiatrie verhält es sich so wie mit der Nutzung von Pornoseiten im Internet. Beides ist der große, blaue Elefant mitten im Raum , den irgendwo jeder sieht bzw. dessen Präsenz fühlt, aber keiner redet darüber und will was damit zu tun haben.
Im Übrigen sind ca. 70% gerade auch der Psychiater in Deutschland ignorant bezüglich ADHS. Unterdiagnostik und das Nicht-Erkennen von ADHS geschehen dort massenhaft. Die Anzahl tatsächlich kompetenter Spezialisten für ADHS (die in den meisten Fällen übrigens mehr oder weniger ausgeprägt selbst ADHS haben) ist leider mehr als überschaubar. Zusätzlich kommt nichts nach, um die alten Hasen und ADHS-Pioniere, die zusehends in den Ruhestand gehen oder aus anderen Gründen, z.B. dem systematischen Mobbing gegen niedergelassene ADHS-Therapeuten durch die institutionalisierte ADHS-Gegnerschaft, aus der Versorgung der ADHS-Patienten ausscheiden, zu ersetzen.
Ich habe selbst Medizin studiert und habe in der Universitätspsychiatrie 4 Monate Praktisches Jahr absolviert. Der Oberarzt meiner Station sagte dort in einem Seminar gegenüber uns Studenten:”…Ich möchte mich bei der Gelegenheit outen als ADHS-Gegner…”…das war übrigens diejenige Universitäts-Psychiatrie, die ansonsten als das ADHS-Zentrum schlechthin in Deutschland gilt. Und selbst dort sieht sich ein Teil der Ärzte als “ADHS-Gegner”…die deutliche Mehrheit der Psychiater in Deutschland dürfte diese Einstellung zu ADHS haben. Bei ca. 4 Millionen Erwachsenen mit ADHS in Deutschland (und das noch gemäß der “konservativen Diagnosekriterien gemäß ICD-10) dürfte riesiger Bedarf für die fachärztliche Betreuung von ADHS-Patienten bestehen und die bisher (Stand 2018) mit ADHS diagnostizierten Erwachsenen dürften sicher nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Leider beißen die Betroffenen bei überwiegend ignoranten und übrigens unethisch (und zwar so gar nicht gemäß Hippokratischem Eid bzw. Genfer Gelöbnis) handelnden Ärzten meistens nur auf Granit und erfahren gerade von dieser gesellschaftliche Gruppe noch stärkere Ablehnung bis hin zu offener Feindschaft, als dies für die Gesellschaft insgesamt gilt. Zeit, mal ein bischen Radau zu machen.

Eine ehemalige Schulkameradin von mir war einst in der KJP gelandet. 0815-Diagnostik, Schema F , das wars. 10 Jahre später, keine Ausbildung, HartzIV, immer noch chronisch depressiv, das Leben nicht komplett, aber nicht unwesentlich verpfuscht (auch wenn es prinzipiell niemals zu spät ist). Nach diesen 10 Jahren sagt ihr der selbst betroffene ehemalige Schulkamerad: "Du hast ADHS " ...das wurde nach mittelfristig darauf folgender Diagnostik von fachlicher Seite dann auch bestätigt. Das hätte man auch schon vor 10 Jahren haben können in der KJP , aber die waren damals wahrscheinlich der Meinung, das sei ne Modediagnose und so. Ein solch fahrlässiges und unethisches , schlampiges Unterlassen zumindest einer Sondierung nach ADHS gehört bestraft !

Wie sagte doch mein Oberarzt einst: "ich möchte mich bei der Gelegenheit outen als ADHS-Gegner." Auch solch eine ignorante, arrogante und unethische Einstellung gehört bestraft! (Gruß an den "herausragenden" Fachmann für ADHS PD Dr. ... nach Würzburg)

Man muss dazu noch sagen, dass bei einem Geschlechterverhältnis von in Wahrheit 1:1 und einer Persistenz von zumindest einer Restsymptomatik in in Wahrheit 100% der Fälle die Prävalenz von ADHS in Deutschland bis zu 10% der Bevölkerung beträgt.

Natürlich ist ADHS nicht Alles-oder-Nichts, sondern eine dimensionale wie auch eine kategoriale Angelegenheit, d.h. es gibt ganz leichte und ganz schwere Fälle und es gibt auch bei ca. gleichem Schweregrad Unterschiede auch in der Neurobiologie. Zudem KÖNNEN (nicht müssen) FAST alle anderen Störungen der Psychiatrie bei ADHS als Komorbidität vorkommen. Z.B. wird geschätzt, dass mehr als 1/3 der Patienten mit Schizoaffektiver Störung / Schizophrenie ebenfalls ADHS hat, bei Depression, “Burnout”, Borderline, Alkoholismus, Bipolare Störung ( Kurt Cobain hatte Bipolare Störung und parallel dazu ADHS ) etc. ist es ähnlich.

Der angeborene Part bei den multifaktoriellen Erklärungsmodellen zur Pathogenese Psychischer Erkrankungen geht auch mehr und mehr zu den Hirnentwicklungsstörungen und ADHS ist die mit Abstand häufigste Hirnentwicklungsstörung aufgrund der evolutionären Vorteile, die ADHS-Gene bzw. mitunter auch phänotypisch manifestes ADHS haben können.

Zur überlappenden Genetik der verschiedenen Hirnentwicklungsstörungen gab es aktuell eine vielbeachtete Publikation:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29930110

bzw. hier ein Teil der journalistischen Berichterstattung darüber:

https://www.spektrum.de/news/psychische-stoerungen-sind-teils-eng-verwandt/1572184

der quantitative Champion unter diesen Hirnentwicklungsstörungen ist jedoch ADHS , eben aufgrund der evolutionären Vorteile , die mit ADHS-Genen bzw. mit etwas weniger auch phänotypisch manifestem ADHS einhergehen.

Der evolutive Vorteil von ADHS-Genen ist im Ausmaß abhängig von den Umweltbedingungen. So gibt es Länder, Ethnien und Kulturen, die ADHS-Gene und ADHS evolutiv begünstigen (während andere es entsprechend benachteiligen). So erklären sich auch die in Wahrheit weltweit deutlich unterschiedlichen Prävalenzen von ADHS, die macherorts wahrscheinlich ein Mehrfaches der bis zu 10% in Deutschland erreichen. Zusätzlich zum Faktor evolutive Selektion kommt dann bei den ADHS-Prävalenzen noch der Faktor geographische Isolation hinzu, so auch betrffend wahrscheinlich die Inseln bzw. Inselgruppen Island, Kreta und Japan .
Dass die Umweltbedingungen des 21. Jahrhunderts ADHS verstärkt von der Latenz in den sichtbaren Bereich rücken, versteht sich ebenfalls.
So viel zur Evolutionären Anthropologie der ADHS.
Was die Akzeptanz von ADHS erschwert, ist der sperrige Begriff aus 4 Großbuchstaben. Der Begriff “Autismus” (hier noch erwähnenswert: bis zu ca. 50% der Patienten mit Asperger sollen ebenfalls ADHS haben) z.B. ist viel weniger sperrig und flüssiger.
Es wird mitunter von ADHS-Gegnern diverser Couleur argumentiert, dass sich hinter ADHS diverse andere Psychische Störungen verbergen können und es ADHS somit quasi gar nicht gäbe. Die Wahrheit ist viel eher: Hinter FAST allen anderen Diagnosen in der Psychiatrie KANN sich ADHS als kausale oder komorbide Störung verbergen. So auch z.B. die Prognose von Russel Barkley , dem weltweit renommiertesten Wissenschaftler zu ADHS , dass sich das ADHS-Spektrum irgendwann einmal als das zentrale Thema in der Psychiatrie insgesamt herausstellen wird.

Wenn nun argumentiert wird: “Patient X kann gar kein ADHS haben, der will nur Stoff zum Hirndoping” , so sei auf die hiermit ausgeführte hohe Relevanz von ADHS auch gerade quantitativ verwiesen.

Ein Vorwurf, der sich in weiten Kreisen , darunter leider auch Ärzte , leider immer noch hält, ist, ADHS sei eine westliche Wohlstandskrankheit im verweichlichten 21. Jahrhundert, dazu empfehle ich diese BBC-Dokumentation über ADHS in Ägypten

https://www.youtube.com/watch?v=W-avhR0Vohg

nebenbei ist ADHS im arabischen Raum alles andere als selten:
http://english.alarabiya.net/en/life-style/healthy-living/2015/01/03/Saudi-Arabia-15-of-children-have-ADHD-.html

in der Türkei genau so wenig:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26002410
( “…Our results confirmed a substantially higher ADHD prevalence rate (more than double) than the suggested pooled worldwide prevalence…”)

ADHS ist also keineswegs ein westliches Wohlstandsproblem…

oder Thailand: http://englishnews.thaipbs.or.th/1-million-thai-children-suffer-adhd/ etc. etc.

Und früher gab es keinen Elektrosmog, genau, da hat man die ungezogenen Kinder eben gezüchtigt, gebrochen und dadurch sind sie alle was Ordentliches geworden. Nebenbei war zu dieser Zeit die Selbstmordrate ca. 3 mal so hoch wie heute, die Psychiatrie erinnerte teilweise tatsächlich irgendwie an “Shutter Island” und früher war alles besser. ADHS gab es aber auch schon früher und zwar sehr viel früher:

Die bisher älteste bekannte kulturhistorische Schilderung von ADHS findet sich nicht erst im Struwwelpeter von 1844, sondern bereits um 250 v. Chr. in einer Ode von Herondas . Dort klagt eine Mutter über einen Jungen, der ihr den letzten Nerv raubt, nicht richtig lesen kann, die Tafel mehr verkratzt, als schön darauf zu schreiben, keine Hausaufgaben macht, mühsam Gelerntes schnell wieder vergisst, überall herumturnt, ständig irgendwelchen Blödsinn macht und falsche Freunde hat.

ADHS gibt und gab es seit Anbeginn der Menschheit, und auch schon zuvor, bei Tieren, gab und gibt es Äquivalente von ADHS – so z.B. den Zappelhund, der nur Gassi gehen kann, wenn er das Ritalin vom Herrchen frisst und spezielle “Persönlichkeiten” bzw. “Typen” bei Schimpansen . In der ADHS-Forschung wird auch sehr viel am Tier-Modell geforscht.

Das die komplexe Realität etwas simplifizierende Modell der Jäger und Sammler in einer Gesellschaft von sesshaften Bauern, auch damit wird ADHS beschrieben.



“Früher” gab es natürlich genau so viele Fälle von ADHS , wie heute. Das fiel aber zum einen in der Tat weniger auf oder entsprechende Person wurde als “einfach nur dumm” abgestempelt (was nicht heißt, das es nicht unzählige Personen gibt, die tatsächlich dumm sind, und es gibt sogar dumme Personen mit ADHS bei einer annähernd normalverteilten Intelligenz bei ADHS ) zum anderen ist die Sozialisation mit ADHS in einer Großstadt wie Berlin oder Seoul im 21. Jahrhundert mit Smartphone und Cybermobbing natürlich in der Tat bei ADHS eher suboptimal. Das bedeutet aber lediglich, das sich ADHS dadurch von der Latenz ins Pathologische und damit stärker Sichtbare verschiebt.

Ein Beispiel von ADHS , das als Kind übersehen wurde, weil das unbekannt war, ist Noah Gordon :

Und das ADHS eben nicht einfach mit dem 18. Lebensjahr verschwindet, sondern bis zum Lebensende besteht, sieht man z.B. am Medicus-Autor Noah Gordon, der erst im Alter von 70 Jahren mit ADHS diagnostiziert wurde: http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/803168/medicus-autor-noah-gordon-wird-90-jahre-alt “Nur wenige Fans der ab 1986 erschienenen „Medicus“-Trilogie, die die Medizinerdynastie der Familie Cole im Mittelalter beschreibt, werden von der Tortur wissen, der Gordon sich beim Schreiben unterziehen musste. Wegen einer erst im Alter von 70 Jahren diagnostizierten Aufmerksamkeitsdefizit-Störung (ADHS) quälte Gordon sich oft über Stunden, um klare Gedanken zu fassen und zu Papier zu bringen. „Eine Fülle, ein Überangebot schneller Gedanken“ sei ihm dabei durch den Kopf gerauscht, sodass er sich übermäßig stark konzentrieren musste, um gedanklich überhaupt bei einem Thema zu bleiben. “

Spätere Generationen von Ärzten werden sich fragen warum neue Erkenntnisse jahrzehntelang ignoriert werden konnten. Wie bei Semmelweiss. Siehe auch Semmelweissreflex. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Semmelweis-Reflex , ich habe das Gefühl , der nächste Fall oder das Pendant heute von Kindsbettfieber wie bei Semmelweis , das ist ADHS

ADHS ist zunächst mal keine Krankheit , sondern eine je nach Schweregrad Konstitution, Persönlichkeitsvariante oder eben doch Störung, die abhängig vom Umfeld, den Umweltbedingungen und der Sozialisation sowie etwaigen Primären Komorbiditäten ( Kurt Cobain hatte ADHS und parallele dazu als "primäre Komorbidität" Bipolare Störung , eine Freundin von mir hat Diagnose ADHS plus Diagnose Schizoaffektive Störung als "primäre Komorbidität" ) Krankheitswert erlangen KANN , aber nicht MUSS !

Mit gemischten Gefühlen muss man dagegen betrachten die Entwicklung des Attributs ADHS als Hipster- und Lifestyle-Thema. Die Dunkelziffer der Prominenten mit ADHS dürfte gigantisch sein, auch in Deutschland (zu Prominenten mit ADHS hier: https://www.adhspedia.de/wiki/Bekannte_Pers%C3%B6nlichkeiten_mit_ADHS )

ADHS wird mehr und mehr gebraucht eben als Hipster und Coolness-Attribut , das wird aber dem Leidensdruck und dem Krankheitswert von ADHS bei der Mehrheit der Fälle nicht gerecht , nichts desto trotz hat z.B. Hollywood in entsprechenden Kreisen schon den Beinamen ADHD City , auch der Faktor Neid ( und Hybris und Prahlerei von entsprechend Betroffenen ) erschwert die gesellschaftliche Akzeptanz von ADHS .

zu den Folgeerkrankungen bzw. gesellschaftlichen Kosten und volkswirtschaftlichen Kosten , die mit ADHS einhergehen:

ADHS laut Kennern in der Versicherungsbranche die teuerste Krankheit bzw. Konstitution überhaupt
Allein schon wegen der hohen Quantität aber auch im Verbindung mit den hohen volkswirtschaftliche Kosten durch das jeweilige Individuum... so etwa der ungesunde Lebensstil: https://de-de.facebook.com/Aufmerksam.fuer.Menschen/posts/2051240818274665?__xts__%5B0%5D=68.ARB2VboKjFdP-Gk4C1fOKAzx8ig2xH83PItoHAT94gDm8PQgr66GOFOSJa5MPxK7nQhTxJ8WxfM_Q0dQskUVz2v5ktoLVw7fWj1GDbVHp1jBtvDAsIJYBVhDRmrVG7gs4Hjgt94rP3nw-_BTBkZmhGzobrq8X4azaepqQKjTBaxdYCXlteYwBnoO5hbhNYgRPOnI_-3Q2HjwrO2SSOkZxgFsOJmjvxQUWXuC15-gUCf4bTXq5A218QAlDXghN3oiltS4HtN2v_Kg3jpPiOD8Cvk7v5Xze2iiip5l-Z2LIsWlnyDVtIYWlTLETVLf9-kFnRXwAnBF0FRHBPkmGwOd4gyOeQ&__tn__=K-R aber auch die häufigen Unfälle im Kindes- aber auch Erwachsenenalter (dass ich selbst nicht vor dem 10. Lebensjahr gestorben bin bzw. schwerst verletzt wurde, war reines Glück) plus z.B. auch die hohe Raten an Teenager-Schwangerschaften bei ADHS : Häufig beobachtet ist ein früherer Beginn sexueller Aktivität im durchschnittlichen Alter von 15 bis 16 Jahren bei beiden betroffenen Geschlechtern. Studien von Barkley und Murphy weisen zudem auf dreimal häufiger wechselnde Sexualpartner (Promiskuität) hin.[10]
Eine auffallend hohe Rate an unerwünschten Schwangerschaften wurde unter den weiblichen ADHS-Betroffenen festgestellt (38 % versus 4 %). Da gemäß der Studie Verhütungsmaßnahmen gehäuft mangelhaft waren, leiten die Autoren für ADHS-Betroffene zudem ein viermal höheres Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten ab.[11] Aus einer Rostocker Untersuchung aus dem Jahr 2003 geht hervor, dass mehr als die Hälfte der Kinder unter 18-jähriger Mütter mit einer ADHS-Diagnose nach ICD-10 geführt wurden, von den Kindern der unter 20-jährigen Mütter etwa 50 %.[11] ausführlich nachlesbar hier: https://www.adhspedia.de/wiki/Sexualität und last but not least ADHS in der JVA : https://www.adhspedia.de/wiki/Kriminalität_und_ADHS dazu ein kurzer Auszug aus dem Link: "ADHS und Strafvollzug
Expertenschätzungen gehen von einer ADHS-Quote von 30 % - 50 % in deutschen Jugendstrafanstalten und bis zu 30 % unter den erwachsenen Inhaftierten aus.[11] Studien zeigen, dass sich inhaftierte mit ADHS im Vollzug häufig negativer entwickeln und häufiger rückfällig werden[12]. Eine Behandlung in Gefangenschaft gestaltet sich diffizil, eine abgesicherte Diagnostik ist schwierig durchzuführen. Im Strafvollzug fehlt zudem neben der Möglichkeit einer Durchführung evaluierter Behandlungsprogramme die Unterstützung des sozialen Umfelds. Insgesamt sind die Resozialisierungsmaßnahmen für ADHS-Betroffene in der Praxis momentan magelhaft, sodass die Entwicklungsprognose für die Betroffenen in der Regel negativ ist. "

Die Gesellschaft hat somit ein Interesse , sich der ADHS-Thematik bzw. eben auch -Problematik intensiver zu widmen, volkswirtschaftlich und kulturell bzw. was das Zusammenleben in Deutschland angeht...

zu ADHS und Essstörungen oder ADHS und insbesondere Magersucht / Anorexie :

https://www.youtube.com/watch?v=W27G1djHj4s

hier auch: https://steemit.com/adhs/@nightshadow1217/adhs-auf-der-intensivstation-eine-begegnung
und darin auch:

https://adhsspektrum.wordpress.com/tag/essstorungen/

http://www.spiegel.tv/videos/140142-leben-mit-adhs

in sehr hoher Anteil der Magersucht bzw Anorexie-Patientinnen hat primär ADHS
LNS

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