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Small-Ves­sel-Disease: Magnetresonanz­tomografie zeigt Demenzrisiko an

Montag, 7. Januar 2019

/crevis, stockadobecom

Barcelona – Hyperintense Läsionen in der Magnetresonanztomografie (MRT) können bei Patienten mit arterieller Hypertonie auf eine drohende Demenz hinweisen, vor allem wenn sie sich in der Nähe der Ventrikel befinden und sich mit der Zeit vergrößern. Dies kam in einer prospektiven Beobachtungsstudie in Hypertension (2019; doi: HYPERTENSIONAHA.118.12090) heraus.

Eine arterielle Hypertonie ist der wichtigste Risikofaktor für Schlaganfälle, denen Durchblutungsstörungen oder kleine Einblutungen im Gehirn zugrunde liegen. Nicht alle Läsionen führen zu einem Schlaganfall. Häufiger sind klinisch „stumme Ischämien“. Sie werden heute häufig bei einer aus anderen Gründen durchgeführten MRT entdeckt. Dort sind sie als hyperintense Bereiche sichtbar.

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Die ISSYS-Studie („Investigating Silent Strokes in Hypertensives: a Magnetic Resonance Imaging Study“) begleitet eine Kohorte von Hypertonikern im Alter von 50 bis 70 Jahren. Zu Beginn der Studie wurde bei allen Teilnehmern, deren Blutdruck im Durchschnitt 144,5/76,5 mgHg betrug, eine MRT durchgeführt. Bei einigen Patienten wurden, wie in dem Alter nicht ungewöhnlich, hyperintense Läsionen im MRT gefunden. Keiner der Teilnehmer hatte zu diesem Zeitpunkt eine kognitive Einschränkung. Keiner hatte zuvor einen Schlaganfall erlitten.

4 Jahre später hatten 9,1 % der Teilnehmer leichte kognitive Einschränkungen, die ein erstes Zeichen einer Demenz sein können, aber nicht müssen. Bei vielen dieser Patienten war es in der gleichen Zeit häufig zu einer Zunahme der hyperintensen Läsionen in tieferen Regionen des Gehirns und in der Nähe der Ventrikel gekommen.

Das Team um Pilar Delgado vom Institut de Recerca Vall d’Hebron in Barcelona ermittelt eine Odds Ratio von 6,18, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,50 bis 25,37 signifikant war. Hypertoniker mit einer Zunahme der periventrikulären hyperintensen Läsionen hatten demnach ein mehr als 6-fach erhöhtes Risiko auf die Entwicklung kognitiver Beeinträchtigungen.

Die Studie zeigt laut Delgado, dass MRT-Läsionen in der Umgebung des Ventrikels ernst genommen werden müssten, selbst wenn sie bei der Untersuchung keine klinischen Symptome verursachen. Dies gelte insbesondere für Menschen mit einer arteriellen Hypertonie, die in der Studie nicht besonders ausgeprägt war. Bei den meisten Patienten war „nur“ der systolische Blutdruck erhöht, was im Alter sehr häufig der Fall ist und lange Zeit nicht als pathologische eingestuft wurde. Heute gilt die systolische Hypertonie als behandlungsbedürftige Störung. © rme/aerzteblatt.de

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