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Deutschland will gemeinsame Lösung für Flüchtlinge auf zwei Schiffen

Montag, 7. Januar 2019

Rettungsschiff „Sea Watch 3“ /dpa

Berlin – Die Bundesregierung setzt weiter auf eine Verteilung der auf zwei Schiffen deutscher Hilfsorganisationen im Mittelmeer festsitzenden Bootsflüchtlinge. Die EU-Kommission bemühe sich, eine Lösung zu finden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert heute in Berlin. Er plädierte für „eine dauerhafte, europäische, solidarische Lösung, und nicht jeweils neue Verhandlungen mit jedem neuen Schiff, das Flüchtlinge vor einen Mittelmeerhafen bringt“.

Das langwierige Warten auf einen offenen Hafen hat die Lage auf den beiden deutschen Flüchtlingsrettungsschiffen vor Malta nach Angaben von Aktivisten verschlechtert. Auf der „Professor Albrecht Penck“ müsse der Wasservorrat inzwischen „streng rationiert“ werden, teilte die Hilfsorganisation „Sea-Eye“ am Sonntagabend mit. Auch auf der „Sea-Watch 3“ werde die Lage „mit jeden Tag immer instabiler“, sagte Bordarzt Frank Dörner.

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Die Bundesregierung forderte ihre europäischen Partner zur Solidarität auf. Auf der „Professor Albrecht Penck“ müssten die Flüchtlinge auf der Krankenstation schlafen, „in einem Container an Deck“, teilte „Sea-Eye“ mit. Sie teilten sich eine Toilette. Matratzen und Wechselkleidung gebe es nicht, da das Schiff „für längere Personentransporte ungeeignet“ sei.

„Wenn das so weitergeht, dann werden wir Malta in Kürze um Unterstützung und Auffüllung unserer Vorräte bitten müssen. Unsere Treibstoffvorräte sind ebenfalls endlich“, erklärte Einsatzleiter Jan Ribbeck. „Wir wünschen uns, dass diese Situation ein schnelles und positives Ende findet.„

Auch die Besatzung der „Sea-Watch 3“ forderte eine rasche Lösung. Die Unsicherheit sorge bei den ohnehin traumatisierten Flüchtlingen für weiteren Stress, sagte Bordarzt Dörner in einer auf Twitter veröffentlichten Videobotschaft. Nach Angaben von Kapitän Kim Heaton-Heather sind einige Flüchtlinge seekrank und werden wegen Dehydrie­rung behandelt, da sie sich ständig übergeben müssen.

Auf der „Sea-Watch 3“ befinden sich 32 Flüchtlinge, die am 22. Dezember vor der Küste Libyens gerettet wurden. An Bord der „Professor Albrecht Penck“ harren seit mehr als einer Woche 17 Migranten aus. Beide Hilfsschiffe durften aufgrund des hohen Seegangs vergangene Woche in der Nähe der Küste Maltas Schutz suchen, aber nicht anlegen.

Die beiden Organisationen „Sea-Watch“ und „Sea-Eye“ beklagten, dass durch das Warten auf einen offenen Hafen neue Hilfseinsätze der Schiffe verhindert würden. „Wir brauchen jetzt eine Antwort der europäischen Gemeinschaft zu einem sicheren Hafen und einem fairen Verteilungssystem für die Menschen bei uns an Bord“, mahnte Bordarzt Dörner.

Deutschland appellierte heute an seine europäische Partner, sich ebenfalls zur Aufnahme der Flüchtlinge an Bord der beiden Schiffe bereit zu erklären. Deutschland habe „sehr früh entschieden“, sich an einer „europäischen Lösung“ zu beteiligen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. „Das ist eine Frage der humanitären Verant­wortung und der Solidarität.“ Dazu sei aber die „Mitwirkung der europäischen Partner“ nötig. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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