NewsVermischtesHandlungs­empfehlungen für die Nutzung von Algorithmen im Gesundheitswesen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Handlungs­empfehlungen für die Nutzung von Algorithmen im Gesundheitswesen

Dienstag, 8. Januar 2019

doctor and medical technology. mixed media. 3d rendering./metamorworks stock.adobe.com
An das Krankenhausinformationssystem angeschlossene Algorithmen können Patienten rund um die Uhr überwachen und bei Abweichungen der Vitalwerte unmittelbar Gegenmaßnahmen einleiten, wie automatisch die Dosis eines Medikaments über einen Infusionsspender erhöhen oder das zuständige Fachpersonal informieren. /metamorworks stock.adobe.com

Berlin – Algorithmen finden immer häufiger Anwendung in der Gesundheits­versorgung. Eine zunehmende Bedeutung prognostizieren Forscher der Universität zu Köln unter anderem bei der Präzisionsmedizin, der Diagnosestellung, dem Monitoring von Vitalwerten, in der Radiologie, Anästhesie, Intensivmedizin und Pathologie. Im Rahmen der ceres-Studie hatten sie eine Literaturrecherche im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung zur Nutzung von Algorithmen in der Gesundheitsversorgung publiziert und dabei (ethische) Herausforderungen analysiert sowie Handlungs­empfehlungen daraus abgeleitet.

Handlungsempfehlungen zum Einsatz von Algorithmen (AR)

  • Technische Voraussetzungen schaffen
  • Zusammenarbeit Mensch/Maschine stärken
  • Informierte Einwilligung sicherstellen
  • Programmierung von AR ethisch gestalten
  • Zuverlässige Anwendung von AR
  • Vernetzte Strukturen schaffen
  • Entwicklung einer AR-Ethik und AR-Kontrolle
Anzeige

Durchsucht wurden vier Datenbanken, aus denen jeweils 150 Artikel in der Auswertung berücksichtigt wurden: Web of Science und Google Scholar (fachübergreifend) sowie PubMed (fachspezifisch Medizin) und PhilPapers (fachspezifisch Philosophie/Ethik). Ergänzend erfolgte eine Recherche über verschiedene Internet-Suchmaschinen, um relevante Unternehmenstätigkeiten und Forschungsprojekte zu iden­tifizieren.

Die Handlungsempfehlungen sollen dabei helfen, den Einsatz von Algo­rithmen im Gesundheitswesen praktisch umzusetzen. Sie umschreiben sieben Felder (siehe Kasten). In Anwendungsszenarien machen die Autoren der Studie zudem deutlich, wie weit das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten von Algorithmen reicht – von der Vorhersage psychischer Erkrankungen bei Nutzern sozialer Medien über die datenbasierte Unterstützung ärztlicher Therapieentscheidungen bis zur Mobilisierung gelähmter Menschen. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die ethischen Fragestellungen, beispielweise nach Verteilungsgerechtigkeit und dem Schutz vor Diskriminierung und der Haftung für algorithmenbasierte Entscheidungen.

Basierend auf dem Status quo erwarten die Autoren, dass Algorithmen verstärkt an Krankenhausinformationssysteme angeschlossen werden, um Patienten rund um die Uhr überwachen zu können. Sie halten es auch für wahrscheinlich, dass Algorithmen Handlungen nicht nur empfehlen, sondern etwa in der Intensivmedizin auch eigenständig veranlassen, heißt es im Kapitel Zukunftsaussichten. © gie/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Mai 2020
Cupertino/Mountain View − Gesundheitsbehörden in 22 Ländern können ab sofort Corona-Warn-Apps veröffentlichen, die mit iPhones und Android-Telefonen zusammenspielen. Google und Apple machten
Apple und Google veröffentlichen Schnittstellen für Corona-Warn-Apps
22. Mai 2020
Berlin – Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt einen Teil der Projekte, die aus dem „WirVsVirus“-Hackathon im März hervorgegangen sind. Mit rund 1,5 Millionen Euro sollen
COVID-19: 1,5 Millionen für digitale Hilfsprojekte
20. Mai 2020
New York − Während einer Epidemie mit einem hoch ansteckenden Erreger wie SARS-CoV-2 kann eine rasche Diagnose eine nosokomiale Ausbreitung verhindern. Eine Klinik im Epizentrum der Epidemie
COVID-19: Künstliche Intelligenz ermöglicht schnelle Diagnose vor PCR-Test
19. Mai 2020
Münster/Köln – Das Controlling weist in großen Krankenhäusern einen höheren Digitalisierungsstand auf als in mittleren und kleinen Häusern. So verfügen fast 70 Prozent der Krankenhäuser mit mehr als
Digitalisierungsgrad in kleinen Krankenhäusern zu gering
19. Mai 2020
München – Betriebsärzte können Arbeitnehmer nur versorgen, wenn sie einen Zugang zur elektronischen Patientenakte (ePA) haben. Das betont die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin
Betriebsärzte wollen Gleichberechtigung bei der elektronischen Patientenakte
19. Mai 2020
Berlin – Die funktionelle Entwicklungstherapie kann für einen Übergangszeitraum auch per Video erfolgen. Darauf haben sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband verständigt,
Funktionelle Entwicklungstherapie per Video möglich
19. Mai 2020
Berlin – Deutsche Universitätskliniken wollen Erkenntnisse aus der COVID-19-Krise nutzen, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben. Zum Auftakt des diesjährigen Healthcare Hackathons
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER