NewsAusland„Akustik-Attacken“ auf US-Botschafts­personal womöglich natürlichen Ursprungs
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

„Akustik-Attacken“ auf US-Botschafts­personal womöglich natürlichen Ursprungs

Dienstag, 8. Januar 2019

/forest71, stockadobecom

Washington – Die angeblichen „Akustik-Attacken“ auf US-Botschaftspersonal in Havanna könnten laut einer neuen Untersuchung eine natürliche Ursache gehabt haben. Ein Aufnahme von Geräuschen, über die sich Mitarbeiter der US-Botschaft in der kubanischen Hauptstadt seit Ende 2016 beklagten, stimme mit dem Paarungsruf einer Grillenart mit dem wissenschaftlichen Namen Anurogryllus celerinictus überein, heißt es in der Studie von zwei Biologen.

Dass es davon abgesehen auch Akustik-Attacken mit moderner Technologie gegeben haben könnte, schlossen Alexander Stubbs von der University of California in Berkeley und Fernando Montealegre-Zapata, Professor für sensorische Biologie an der britischen Lincoln-Universität, damit allerdings nicht aus. Die Geräusche auf der Aufnahme jedenfalls seien „nicht körperlich gefährlich und stellen keine Akustik-Attacke dar“, erläuterten die Wissenschaftler.

Anzeige

Vornehmlich in der Zeit zwischen Ende 2016 und Sommer 2017 hatten zahlreiche Mitarbeiter der US-Botschaft in Havanna oder deren Angehörige berichtet, sie hätten ungewöhnliche Geräusche wahrgenommen. Sie klagten über Beschwerden wie Kopfschmerzen, Hörprobleme, Orientierungslosigkeit und Konzentrationsschwächen. Als Reaktion auf die mutmaßlichen „Akustik-Attacken“ zogen die USA mehr als die Hälfte ihres Botschaftspersonals aus Havanna ab und wiesen 15 kubanische Diplomaten aus.

Stubbs und Montealegre-Zapata nahmen sich eine Tonaufnahme vor, die ein US-Regierungsmitarbeiter angefertigt und der US-Armee zur Auswertung zugeschickt hatte. Sie glichen die Geräusche mit einer Datenbank von Insektenlauten ab. Die Studie wurde vergangene Woche veröffentlicht, wurde aber noch nicht von anderen Wissenschaftlern geprüft oder in einem Fachblatt publiziert.

Die US-Regierung hat die kubanische Regierung nicht offiziell für die Vorkommnisse verantwortlich gemacht. US-Präsident Donald Trump warf Kuba jedoch vor, die US-Diplomaten und ihre Angehörigen nicht ausreichend geschützt zu haben. © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. Januar 2019
Berlin – Die Bundesregierung plant vor 2021 keine strengeren Grenzwerte für Fluglärm. Das Umweltbundesamt solle prüfen, wie sich die Lautstärke von Flugzeugen etwa beim Start und der Landung
Regierung will Fluglärm-Grenzwerte nicht vor 2021 verschärfen
14. Dezember 2018
Miami – Die Erkrankung von US-Diplomaten in Havanna, die vor 2 Jahren nach vermeintlichen „akustischen Attacken“ über Schwindelgefühle und kognitive Einschränkungen klagten, bleibt rätselhaft. Nachdem
Havanna-Syndrom: Erlitten US-Botschaftsangehörige Schäden im Innenohr?
15. Oktober 2018
Stuttgart – Der Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg, Thomas Marwein (Grüne), fordert von den Kommunen stärkere Anstrengungen gegen laute Verkehrsgeräusche. „Lärm macht krank“,
Landesbeauftragter in Baden-Württemberg für mehr Engagement gegen Verkehrslärm
10. Oktober 2018
Genf – Windturbinen machen Lärm, und der sollte nach einer neuen Richtlinie der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) durchschnittlich 45 Dezibel tagsüber nicht überschreiten. „Lärm von Windenergieanlagen
WHO empfiehlt erstmals Richtwerte für Windturbinen und Freizeitlärm
6. September 2018
Hamburg – SPD und Grüne haben sich auf eine Verschärfung der Maßnahmen zur Einhaltung des Nachtflugverbots am Hamburger Flughafen verständigt. Ein entsprechender Maßnahmenkatalog zum Lärmschutz soll
Rot-Grün will Lärmschutz am Flughafen Hamburg verschärfen
9. August 2018
Hamburg – Bei einer Umfrage der Umweltbehörde Hamburg zur Lärmbelastung der Hansestadt haben 85 Prozent der mehr als 4.300 Teilnehmer angegeben, dass sie den Straßenlärm zu laut finden. Ein Großteil
Deutliche Mehrheit findet Straßenlärm zu laut
15. Juni 2018
Mainz – Der Stress, der durch eine nächtliche Lärmbelästigung, vornehmlich durch Flugzeuge ausgelöst wird, schädigt Blutgefäße und das Gehirn. Welche Mechanismen dafür verantwortlich sind, zeigen
LNS
NEWSLETTER