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Medizin

Suizidrate nach Krebsdiagnose erhöht

Dienstag, 8. Januar 2019

Young woman suffering from cancer/Photographee.eu, stock.adobe.com
/Photographee.eu, stock.adobe.com

Berlin – Die Diagnose einer Krebserkrankung stürzt viele Patienten in tiefe Verzweiflung. Einige nehmen sich das Leben. Die Suizidrate ist laut einer Untersuchung des US-Krebsregisters in Cancer vor allem bei Krebserkrankungen mit einer ungünstigen Prognose am höchsten (2019; doi: 10.1002/cncr.31876).

Suizide von Krebspatienten sind insgesamt selten. Von den 4.671.989 Patienten, die dem US-Krebsregister SEERS („Surveillance, Epidemiology, and End Results“) zwischen 2000 und 2014 gemeldet wurden, begingen 1.585 innerhalb eines Jahres Selbstmord. Das sind etwa 0,34 Promille. Dennoch liegt die Suizidrate über dem Landes­durchschnitt. Ahmed Samir Alfaar von der Berliner Charité errechnete zusammen mit US-Kollegen eine Mortalitätsrate (O/E-Ratio) von 2,52. Das entspricht zusätzlichen 2,51 Suiziden auf 10.000 Personen. 

Die höchste O/E-Ratio bestand nach der Diagnose von Pankreaskarzinom (8,01) und Lungenkrebs (6,05), Krebsarten die nur wenige Patienten überleben. Aber auch beim Darmkrebs, bei dem im Frühstadium gute Heilungschancen bestehen, war die O/E-Ratio mit 2,08 deutlich erhöht. 

Nach der Diagnose von Brustkrebs, der im Frühstadium zu 90 % geheilt werden kann, und dem Prostatakarzinom, das sehr langsam fortschreitet und dessen Endstadium von vielen Patienten nicht mehr erlebt wird, war die Suizidrate nicht signifikant erhöht. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #88255
doc.nemo
am Donnerstag, 10. Januar 2019, 08:26

Müssen sie?

"Die Patienten müssen den Krebs bekämpfen," sagt AhmadSAlfaar. Wo steht das? Ist das gesetzlich so vorgeschrieben? Da halte ich es lieber mit rp_bt und gestehe den Betroffenen das Recht zu, über ihr Schicksal selbst zu entscheiden. Wenn sich jemand dazu entschließt, das natürliche Ende einer infausten Erkrankung nicht abzuwarten, so ist das zu respektieren. Zudem sind es nur sehr wenige Patienten, die diesen Weg wählen.
Avatar #758616
AhmadSAlfaar
am Donnerstag, 10. Januar 2019, 02:20

Prognose

Prognose ist eine Statistik. Gebaut von Tausenden von Patienten. Es spiegelt nicht jeden Patientenfall wider. daher darf Kein Patient seine radikale Entscheidung auf einer solchen Zahl treffen. Die Patienten müssen den Krebs bekämpfen.
Avatar #735550
rp__bt
am Dienstag, 8. Januar 2019, 19:35

Eigentlich rational...

Wenn ich die Diagnose eines unheilbaren Pankreas- oder Bronchaialkarzinomes bekäme, könnte ich mich auch evtl. dazu entschließen, dieses Siechtum nicht bis zum Ende mir und meinen Lieben zuzumuten.
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