NewsMedizinNeues ebolaartiges Virus entdeckt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Neues ebolaartiges Virus entdeckt

Dienstag, 8. Januar 2019

Rosettenflughund /Ivan Kuzmin, stock.adobe.com
Rosettenflughund /Ivan Kuzmin, stock.adobe.com

Wuhan – Chinesische Virologen haben in der Leber von Flughunden genetische Spuren eines Virus aus der Familie der Filoviridae entdeckt, zu denen auch das Ebolavirus gehört. Untersuchungen in Nature Microbiology deuten darauf hin, dass das Virus auf den Menschen übertragen werden könnte (2019; doi: 10.1038/s41564-018-0328-y).

Das neue Virus wurde bereits im Dezember 2015 in der südchinesischen Provinz Yunnan entdeckt. Xing-Lou Yang vom Virologischen Institut der Provinz Wuhan und Mitarbeiter benannten es nach dem Fundort, dem Kreis Mengla an der Grenze zu Myanmar und Laos. Genau genommen haben die Forscher nur die Gene des Menglavirus nachgewiesen. Die Isolate stammten aus der Leber eines Rosetten­flughunds, der im südchinesischen Regenwald heimisch ist. 

Die Gensequenz des Virus stimmte nur zu 32 bis 54 % mit der anderer Filoviridae überein. Die Forscher ordnen es deshalb einer neuen Unterfamilie zwischen Marburg- und Ebolavirus zu, deren erster bekannter Vertreter das Menglavirus ist.

Trotz der genetischen Unterschiede zu anderen Filoviridae ist das Menglavirus vermutlich pathogen. Dafür spricht, dass ein Kernbereich des Oberflächenproteins, mit dem Filoviridae an den Zielzellen binden, mit anderen Filoviridae identisch ist. Die Forscher haben die Infektiosität mithilfe von anderen Viren untersucht, die sie mit dem Glykoproteingen des Menglavirus ausgestattet haben. Diese Viren infizierten nicht nur Zellen von Rosettenflughunden. Experimente an Zellkulturen von Hamstern, Hunden, Affen und Menschen deuten darauf hin, dass das Virus vermutlich für eine große Bandbreite von Spezies ansteckend ist.

Damit sind die Voraussetzungen für eine zoonotische Übertragung gegeben. Es ist allerdings noch unklar, wie verbreitet die Viren im südchinesischen Regenwald sind und ob Übertragungen auf andere Tiere und Menschen tatsächlich vorkommen. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
VG WortLNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER