NewsPolitikBundesamt für Strahlenschutz rät zum freiwilligen Röntgenpass
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bundesamt für Strahlenschutz rät zum freiwilligen Röntgenpass

Dienstag, 8. Januar 2019

/dpa

Salzgitter – Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) rät Patienten dazu, über strahlendiagnostische Untersuchungen in Eigenregie Buch zu führen. Hintergrund ist, dass Arztpraxen und Kliniken seit dem Jahreswechsel nicht mehr gesetzlich verpflichtet sind, Patienten einen Röntgenpass zur Verfügung zu stellen und Röntgenunter­suchun­gen in einen solchen einzutragen.

„Wir gehen davon aus, dass jede Röntgenuntersuchung mit einem gewissen – wenn auch geringen – Strahlenrisiko verbunden ist“, sagte die Präsidentin des BfS, Inge Paulini. Das Amt empfiehlt Patienten daher, ein Dokument zu führen, in dem von Arztpraxen und Kliniken freiwillig Röntgen- und nuklearmedizinische Untersuchungen eingetragen werden. „Damit kann ein Abgleich mit vorherigen Aufnahmen erfolgen und auf eine unnötige Wiederholungsuntersuchung verzichtet werden“, so Paulini. 

Anzeige

In Deutschland werden laut dem BfS etwa 135 Millionen Röntgenuntersuchungen pro Jahr durchgeführt, im Schnitt wird jeder Deutsche also 1,7-mal pro Jahr geröntgt. Die daraus resultierende Strahlenbelastung liegt bei rund 1,6 Millisievert. Zum Vergleich: Die durchschnittliche natürliche Strahlenbelastung, der eine Person in Deutschland im Schnitt im Jahr ausgesetzt ist, liegt bei 2,1 Millisievert.

Das BfS weist in diesem Zusammenhang auf die sogenannte rechtfertigende Indikation für eine strahlendiagnostische Anwendung hin: Demnach ist eine strahlen­diagnosti­sche Maßnahme nur dann gerechtfertigt, wenn der Patient aus der Untersuchung einen Nutzen zieht, der größer als das Risiko sein muss. 

Das BfS stellt auf seiner Internetseite ein Dokument zum Download zur Verfügung, das Patienten für eine persönliche Dokumentation der strahlendiagnostischen Unter­suchungen nutzen können. 

Folgende Angaben zur Untersuchung sollten eingetragen werden:

  • die Institution, in der die Untersuchung oder Behandlung durchgeführt wurde
  • die untersuchte oder behandelte Körperregion
  • die Bezeichnung der Untersuchung, Untersuchungstechnik oder Bezeichnung des Behandlungsverfahrens
  • das Datum der Untersuchung oder Behandlung

Allerdings ist es auch möglich, den alten Röntgenpass in Eigenregie weiterzuführen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. März 2019
Berlin – Angesichts der heute beginnenden Versteigerung von Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G hält das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) weitere Forschungen über die gesundheitlichen
Mehr Untersuchung zu gesundheitlichen Folgen elektromagnetischer Strahlung nötig
27. Februar 2019
Phoenix/Arizona – Wenn Krebspatienten kurz nach einer nuklearmedizinischen Behandlung sterben, kann es bei einer Leichenverbrennung im Krematorium zu einer Strahlenbelastung kommen, wie ein
Erhöhte Strahlenwerte im Krematorium nach Verbrennung von Krebspatienten
11. Februar 2019
Salzgitter – Auch nach einer jüngst veröffentlichten Studie des US-amerikanischen National Toxicology Programs (NTP) hält das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die elektromagnetische Strahlung von
Bundesamt für Strahlenschutz hält Mobilfunkstrahlen weiter für unbedenklich
30. Januar 2019
Berlin – Deutliche Kritik an der neuen Strahlenschutzverordnung, die zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, übt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Hintergrund ist,
Fachgesellschaft betont Unbedenklichkeit des Ultraschalls in der Schwangerschaft
14. Januar 2019
Düsseldorf – Haben Kinder, die in der Nähe eines Atomkraftwerkes aufwachsen, ein höhere Risiko, an Leukämie zu erkranken? Das Bundesamt für Strahlenschutz unterstützt jetzt mit mehr als 850.000 Euro
Onkologen untersuchen Zusammenhang zwischen Atomkraftwerken und Leukämierisiko bei Kindern
13. Dezember 2018
Berlin – Es gibt keinen Beleg dafür, dass die Strahlung von Mobiltelefonen, WLAN-Geräten, Bluetooth-Schnittstellen oder auch von Babyüberwachungsgeräten für den Menschen gesundheitliche Risiken haben.
Bundesregierung hält Mobilfunkstrahlung für gesundheitlich unbedenklich
2. November 2018
Silver Spring/Maryland – Die US-Food and Drug Administration (FDA) hat sich vom Abschlussbericht einer von ihr in Auftrag gegebenen Untersuchung zum Krebsrisiko durch „Handystrahlung“ distanziert. Die
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER