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Politik

Bereits über 2.000 Grippefälle in Deutschland

Mittwoch, 9. Januar 2019

/dpa

Berlin – Rund 2.400 Grippefälle sind in Deutschland seit Oktober bereits gemeldet worden, darunter auch sechs Todesfälle. Allein in der ersten Januarwoche seien es 489 Fälle gewesen, sagte Silke Buda vom Robert-Koch-Institut heute. Die vergangene Grippesaison sei stürmischer losgegangen. Die Dunkelziffer liege stets viel höher, weil nicht alle Grippekranken untersucht würden. Nur laborbestätigte Fälle müssen an die Gesundheitsämter gemeldet werden.

Die Komponenten des diesjährigen Impfstoffs passten gut zu den bislang entdeckten Viren des Typs A. „Wer noch nicht geimpft ist und zu den Risikogruppen gehört, sollte das jetzt tun“, sagte Buda. Dazu zählten Über-60-Jährige, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal. Es dauert allerdings bis zu zwei Wochen, bis ein Impfschutz aufgebaut ist. Und es ist nicht sicher, dass jeder Arzt noch Impfstoff bekommt.

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Wegen des Impfstoffmangels in dieser Saison hat Deutschland mehrere Tausend Dosen Grippeimpfstoffe von EU-Ländern importiert. Dennoch gibt es mancherorts noch Engpässe bei der Versorgung. Allein nach Berlin seien 3.000 Dosen geordert worden, sagte eine Sprecherin des Landesamts für Gesundheit und Soziales. Das Saarland erhielt nach Auskunft der Landesapothekenkammer „sehr kleine Mengen“ von Impfstoffen aus Polen und Frankreich, dennoch sei nun keiner mehr verfügbar. Auch nach Bayern wurden Impfstoffe importiert. „Wir hatten eine enorm erhöhte Nachfrage“, sagte der Sprecher der Landesapothekenkammer, Thomas Metz.

Apotheken in Schleswig-Holstein hätten Impfstoffe „im vierstelligen Bereich“ aus dem Ausland, überwiegend aus Großbritannien, bezogen, sagte der Geschäftsführer der Landesapothekenkammer, Frank Jaschkowski. „Damit konnten kleinere Versorgungs­lücken geschlossen werden.“ Geschätzt einige Tausend Menschen des Bundeslandes hätten sich wegen des Impfstoffmangels nicht gegen Grippe impfen lassen. In anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gibt es nach Behörden­angaben keine größeren Probleme mit den Impfstoffen.

Die ungewöhnlich starke Grippewelle der vergangenen Saison sehen Experten als einen Grund dafür an, dass sich diesmal so viele Menschen impfen ließen. Ein weiterer Grund sei die Einführung des Vierfachimpfstoffs, der als wirksamer gilt als der mit drei Komponenten, sagte eine Sprecherin des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).

Für diese Saison hatte das PEI 15,7 Millionen Dosen freigegeben, rund eine Million mehr als in der Vorsaison verimpft worden waren. Nach Engpässen hatte das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium im November den Import von weiteren Grippe­impfstoffen erlaubt.

Die Herstellung der Impfstoffe muss langfristig geplant werden, denn sie dauert mehrere Monate und geschieht nach wie vor zumeist mithilfe von Hühnereiern. Die Pharmafirmen produzieren im November zudem die Grippeimpfstoffe für die Südhalbkugel und haben daher keine weiteren Kapazitäten.

Die frühe Planung der Impfstoffzahl ist schwierig. Auch 2005 kam es zu einem Mangel. Aus Angst vor der Vogelgrippe hatten sich viele Menschen impfen lassen, obwohl die gewöhnliche Grippeimpfung gar nicht davor schützt, wie eine PEI-Sprecherin damals sagte.

Die vergangene Grippewelle hatte das RKI bereits als stärkste in Deutschland seit Jahren gewertet. Geschätzte neun Millionen Menschen sind wegen einer Influenza­erkrankung zum Arzt gegangen, vermutlich starben mehr als 20.000 Menschen, vor allem Ältere. © dpa/aerzteblatt.de

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