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Stress bei Müttern kann zu Übergewicht bei Kindern führen

Mittwoch, 9. Januar 2019

/tiagozr, stockadobecom

Leipzig – Wenn die Mutter gestresst ist, kann das zu Übergewicht bei den Kindern führen. Der empfundene Stress im ersten Lebensjahr des Kinds sei ein Risikofaktor für eine Übergewichtsentwicklung, teilte das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) heute in Leipzig mit. Das Ergebnis einer Mutter-Kind-Studie (BMC Public Health 2018; doi: 10.1186/s12889-018-6110-5) des UFZ: Vor allem Mädchen sind betroffen und werden langfristig davon geprägt.

Die Forscher untersuchten in der Studie, wie sich psychologische Einflüsse auf das Gewicht von Kindern bis zu einem Alter von fünf Jahren auswirken. „Gerade das Zeitfenster während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren ist in der kindlichen Entwicklung sehr sensibel für äußere Einflüsse, die zu Krankheiten oder auch Übergewicht führen können“, teilte Ernährungswissenschaftlerin Kristin Junge vom UFZ mit.

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Besonders das erste Lebensjahr des Kinds ist entscheidend für die spätere Gewichts­entwicklung. Hat die Mutter in dieser Zeit viel Stress, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Kinder einen höheren Body-Mass-Index entwickeln. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Es gebe Studien, die zeigen, dass das „Stressempfinden der Mutter von Jungen möglicherweise weniger intensiv wahrgenommen oder besser kompensiert“ wird, erklärte Saskia Trump, Autorin der Studie.

Stress in der Schwangerschaft und im zweiten Lebensjahr des Kinds haben keine signifikanten Auswirkungen auf die Gewichtsentwicklung beider Geschlechter. Daher solle der Mutter im ersten Jahr besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, empfahl das UFZ.

Mütter empfanden in der Studie oft viel Verkehr und Lärm als stressig, gefolgt von einem einfachen Wohnumfeld und einem niedrigen Haushaltseinkommen.

Hebammen und Kinderärzte sollten im ersten Jahr besonders aufmerksam sein für Anzeichen von Stress, empfahl Ernährungswissenschaftlerin Junge.

Fast zehn Prozent aller Kinder in Deutschland zwischen zwei und sechs Jahren sind übergewichtig. Drei Prozent gelten als fettleibig. Für die Langzeitstudie wurden 498 Mutter-Kind-Paare untersucht. Sie wurden ab der Schwangerschaft begleitet, um Auswirkungen von Umwelteinflüssen und Lebensgewohnheiten auf Gesundheit und Wohlbefinden zu erforschen. © afp/aerzteblatt.de

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