NewsMedizinMadariagavirus verbreitet sich in Haiti
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Madariagavirus verbreitet sich in Haiti

Freitag, 11. Januar 2019

A) Scheininfizierte Vero-E6-Zellen nach 23 Tagen. B) Mit der Plasmaprobe 1-1901 beimpfte Vero-E6-Zellen. Infizierte Zellen entwickeln dunkle, granulierte Zytoplasmen mit Einschlusskörpern, die Zellen vergrößern sich und abgestorbene Zellen lösen sich von der wachsenden Oberfläche./ Morris et al. 2019

Gainesville – Das Madariagavirus (MADV), auch bekannt als Eastern equine encephalitis virus (EEEV) wurde bis jetzt vor allem bei Tieren in Süd- und Mittelamerika gefunden. Beim Menschen waren bisher weniger als 12 Infektionen dokumentiert. Sie stammen von einem Ausbruch im Jahr 2010 in Panama. Nun berichten Wissenschaftler in PLOS Neglected Tropical Diseases, dass sie MADV in Plasmaproben aus den Jahren 2015 und 2016 von 8 Kindern in Haiti identifiziert haben (2019; doi: 10.1371/journal.pntd.0006972).

Im Gegensatz zu den früheren Fällen aus Panama, die meist an einer Enzephalitis litten, traten bei den Kindern in Haiti Fiebererkrankungen auf, die am ehesten mit dem Denguefieber verglichen werden können. Damit stützen die Forscher um Glenn Morris von der University of Florida die These, dass eine milde oder gar asymptomatische Infektion mit MADV vorkommen kann. Denn auch serologische Untersuchungen im Nachgang des Ausbruchs in Panama ergaben, dass 2 bis 5 % der Bevölkerung in den von MADV betroffenen Gebieten Anzeichen einer früheren Infektion aufwiesen.

Anzeige

Morris und seine Kollegen führen ein Überwachungsprogramm in einer Schulklinik in Haiti durch, bei dem sie seit 2014 Blutproben von Kindern mit akuten fieberhaften Erkrankungen sammeln. Im April 2015 wurde eine solche Probe von einem 8-jährigen Mädchen in der Region Gressier/Leogane auf Haiti positiv auf MADV getestet. Das Virus wurde dann im Laufe des Jahres 2016 von weiteren 7 Patienten aus derselben Kohorte kultiviert.

Weitere Ausbreitung nicht ausgeschlossen

Alle isolierten Stämme waren sich sehr ähnlich. Aufgrund der genetischen Sequenzen vermuten die Forscher, dass das Virus zwischen Oktober 2012 und Januar 2015 aus Panama nach Haiti eingeführt wurde. Die Forscher schließen nicht aus, dass sich MADV auch in andere Teile der Karibik oder in Nordamerika ausbreiten könnte.

Das Madariagavirus ist eine durch Mücken übertragene Krankheit, die von Tieren, darunter Pferde, Mäuse, Ratten und Fledermäuse, auf den Menschen übertragen wird. Über seine Epidemiologie oder ihren Lebenszyklus ist wenig bekannt. © gie/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

7. März 2019
Philadelphia – US-Forscher haben einen spezifischen Wirkstoff gegen das Epstein-Barr-Virus entwickelt, mit dem 90 % aller Menschen infiziert sind und das weltweit für 1 bis 2 % aller Krebserkrankungen
Wirkstoff gegen Epstein-Barr-Virus entwickelt
28. Februar 2019
Mainz – Auf einen neuen Ansatz zur Behandlung der Afrikanischen Schlafkrankheit hoffen Wissenschaftler um Ute Hellmich von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Die Gruppe konnte nachweisen, wie
Wissenschaftler beschreiben neuen Therapieansatz gegen Afrikanische Schlafkrankheit
14. Februar 2019
Braunschweig – Herpesviren bleiben nach der Infektion bekanntlich lebenslang in ihrem Wirt. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) und der Technischen Universität
Herpesviren überlisten das Immunsystem
8. Februar 2019
Genf – In Nigeria stecken sich immer mehr Menschen mit dem gefährlichen Lassafieber an. Zudem meldeten vier weitere Länder in Westafrika Ausbrüche, wie die Welt­gesund­heits­organi­sation WHO heute in
Lassafieber breitet sich in Nigeria aus
25. Januar 2019
Barcelona – Ein internationales Forscherteam hat erstmals ein onkolytisches Virus bei einem Augentumor am Menschen klinisch getestet. Die Behandlung von 2 Säuglingen mit einem Retinoblastom erwies
Onkolytisches Virus zeigt (begrenzte) Wirkung beim Retinoblastom
21. Januar 2019
Berlin – Die besonderen Probleme bei der Diagnostik von Zika- und Chikungunyaviren haben Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) an der Charité – Universitätsmedizin
Tücken bei Diagnostik von Zika- und Chikungunyaviren
17. Januar 2019
Heidelberg – Ein therapeutischer Impfstoff konnte im Mausmodell durch humane Papillomviren (HPV) verursachten Gebärmutterhalskrebs bekämpfen. Bei der Hälfte der geimpften Nager bildeten sich die
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER