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Mindestens jeder dritte Todesfall durch Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen in Europa vermeidbar

Donnerstag, 10. Januar 2019

/Brent Hofacker, stockadobecom

Halle – Jeder zweite bis dritte Todesfall durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Europa wäre Forschern zufolge durch eine ausgewogenere Ernährung vermeidbar. Von insgesamt 4,3 Millionen kardiovaskulären Todesfällen im Jahr 2016 in Europa gehen 2,1 Millionen auf eine unausgewogene Ernährung zurück, wie die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mitteilte. Allein in Deutschland waren 2016 rund 160.000 Todesfälle und damit fast die Hälfte aller Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen ernährungsbedingt.

Für die Studie (European Journal of Epidemiology 2019; doi: 10.1007/s10654-018-0473-x) wertete ein internationales Forscherteam Daten der globalen Krankheits­lastenstudie von 1990 bis 2016 aus. Sie analysierten, wie häufig beispielsweise Herzinfarkte oder Schlaganfälle in den 51 Ländern vorkamen, die von der Weltgesund­heitsorganisation (WHO) als europäische Region zusammengefasst werden. Hierzu gehören neben den EU-Mitgliedsstaaten und weiteren europäischen Ländern auch mehrere Staaten Vorder- und Zentralasiens wie Armenien und Israel.

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Anhand des Lebensmittelkonsums und weiterer Risikofaktoren errechneten die Forscher den Anteil der Todesfälle, der auf eine unausgewogene Ernährung zurückzuführen ist. Dazu zählen sie unter anderem einen zu geringen Verzehr von Vollkornprodukten, von Nüssen und Samen sowie von Gemüse und einen zu hohen Salzkonsum.

Während in Deutschland, aber auch in Italien, Großbritannien und Frankreich mindestens 40 Prozent aller kardiovaskulären Todesfälle mit einer unausgewogenen Ernährung in Verbindung gebracht werden, betrifft dies in Israel und Spanien dagegen nur jeden dritten Todesfall.

In Schweden und Norwegen beispielsweise trägt den Forschern zufolge ein zu geringer Verzehr von Nüssen und Samen zu den meisten ernährungsbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei, in vielen zentral- und osteuropäischen Ländern ist hingegen der zu geringe Verzehr von Vollkornprodukten der Hauptrisikofaktor.

Große Unterschiede fanden die Forscher auch hinsichtlich Alter und Geschlecht. 2016 starben rund 601.000 Menschen unter 70 Jahren an den Folgen einer ernährungs­bedingten Herz-Kreislauf-Erkrankung, davon 420.000 Männer und 181.000 Frauen. Männer waren tendenziell bereits in jüngeren Jahren betroffen, Frauen dagegen erst ab dem 50. Lebensjahr.

Der Risikofaktor Alkohol wurde in der im Fachmagazin European Journal of Epidemiology veröffentlichten Studie nicht berücksichtigt. In Ländern mit einem hohen Alkoholkonsum könnte das Ausmaß ernährungsbedingter Herz-Kreislauf-Erkrankungen damit noch größer sein. © afp/aerzteblatt.de

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