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Schwedische Patienten zufrieden mit Möglichkeiten der elektronischen Patientenakte

Donnerstag, 10. Januar 2019

/Hugo Félix, stockadobecom

Stockholm/Köln – Das Potenzial einer elektronischen Patientenakte, die den Betreffenden den Zugang zu ihren Gesundheitsdaten ermöglicht, lässt sich nicht ausschöpfen, wenn Ärzte und medizinisches Personal große Vorbehalte gegenüber diesem Dienst haben. Das berichtet die Kölner Medieninformatikerin Christiane Grünloh in ihrer Promotion zum Thema. 

Darin hat sie die unterschiedlichen Erwartungshaltungen und Vorbehalten von Ärzten und Patienten gegenüber elektronischen Patientenakten ermittelt. Als Region wählte sie die schwedische Region Uppsala. 2012 wurde hier der E-Health-Dienst „Patient Accessible Electronic Health Records (PAEHRs)“ eingeführt. 

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Grünloh initiierte eine nationale Patientenbefragung, um zu untersuchen, wie Patienten diesen Dienst sehen und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben, auf ihre Gesundheitsakte online zuzugreifen. Insgesamt haben 2.587 Teilnehmer den Fragebogen beantwortet, 520 von diesen kamen aus der Region Uppsala.

Sie führte zudem rund ein halbes Jahr nach Einführung des Systems qualitative Interviews mit zwölf Ärzten der Region.

Laut der Arbeit hatten die Ärzte vor allem die Sorge, viele Patienten könnten den Inhalt der Patientenakte aufgrund der Fachbegriffe nicht verstehen beziehungsweise Diagnosen und der Zugriff auf die Gesundheitsakten könnten vermehrt Ängste und Sorgen bei den Patienten auslösen. Außerdem befürchteten die Ärzte, dass die Patienten dadurch vermehrt Kontakt aufnehmen, Fragen stellen oder um Korrektur gewisser Inhalte in der Akte bitten könnten.

Die überwiegende Mehrheit der an der Umfrage teilnehmenden Patienten empfindet den Zugang zu ihrer Akte hingegen als positiv. Laut der Befragung lesen sie ihre Gesundheitsakte überwiegend nach einem Arztbesuch, um sich einen Überblick zu verschaffen sowie um vermehrt in ihre eigene Gesundheitspflege einbezogen zu werden. Als Hauptgründe für die Wichtigkeit des Zugangs nannten die Befragten, sie fühlten sich besser informiert, es verbessere die Kommunikation mit dem medizinischen Personal sowie ihr eigenes Verständnis für ihren Gesundheitszustand und gebe „ein sicheres Gefühl“. Der Großteil der Studienteilnehmer gab an, den Inhalt der Akte größtenteils zu verstehen. Nur wenige haben in der Vergangenheit etwas gelesen, das bei ihnen Angst oder Ärger ausgelöst hätte. In diesen Fällen gab der Großteil der Teilnehmer an, bis zum nächsten Arzttermin zu warten oder telefonisch Kontakt aufzunehmen.

„Die Ergebnisse dieser Arbeit deuten darauf hin, dass der Zugang zur Gesundheitsakte es Patienten ermöglicht, sich stärker in ihrer Gesundheitsversorgung einzubringen und sich in der Selbstversorgung zu engagieren“, folgert die Autorin. Auf der anderen Seite mache dieses System Ärzten, die das paternalistische Gesundheitssystem bevorzugen, es schwer, dieses weiterhin umzusetzen, meint sie. Sie empfiehlt, Schulungen über effektive Kommunikationsstile und -formen sollten künftig bei der medizinischen Ausbildung stärker berücksichtigt werden. © hil/aerzteblatt.de

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