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Ärzteschaft

Modellprojekt für bessere Patientensteuerung im Notfalldienst im Rheinland

Donnerstag, 10. Januar 2019

/dpa

Düsseldorf – Ein Modellprojekt zur besseren Patientensteuerung im Notfalldienst haben die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein und die Integrierte Leitstelle der Berufsfeuerwehr der Stadt Köln gestartet. Dabei arbeiten die unter der 112 erreichbare Rettungsleitstelle der Stadt und der unter der Telefonnummer 116117 erreichbare Notdienst der niedergelassenen Ärzte in Nordrhein bei der Bearbeitung der Patientenanrufe aus dem Stadtgebiet eng zusammen

„Für Anrufer aus Köln ist die Arztrufzentrale NRW jetzt unter der 116117 telefonisch rund um die Uhr erreichbar – nicht wie bisher nur abends, nachts oder am Wochenende. Zudem können sich die Arztrufzentrale und die Rettungsleitstelle bei Bedarf nun gegenseitig Anrufer durchstellen und diese dorthin lotsen, wo sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Beschwerden hingehören“,  erläuterte der KV-Vorstands­vorsitzende Frank Bergmann. Ziel sei, die Notfallversorgung effizienter zu gestalten und den lokalen Rettungsdienst von Fällen zu entlasten, für die kein Rettungsdienst erforderlich sei.

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Wesentlicher Anlass für die Kooperation ist die seit Jahren allgemein steigende Inanspruchnahme des Not- und Rettungsdienstes. So ist die Zahl der ambulanten Behandlungsfälle im Notdienst im Rheinland seit 2010 um gut 300.000 Fälle auf zuletzt 2,7 Millionen Behandlungsfälle im Jahr gestiegen – etwa die Hälfte der Patienten nahm dafür die Ressourcen einer Krankenhausambulanz in Anspruch.

„Der Anstieg beruht dabei auch auf der Zunahme an sogenannten Bagatellfällen, also Patienten, die aus medizinischer Sicht keine akuten Notfälle sind, aber dennoch Rettungsleitstellen und Kliniken konsultieren. Diese Fehlentwicklung soll das Modellprojekt bremsen“, so Bergmann. 

Darin sieht auch Alexander Lechleuthner, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Köln, das große Potenzial der neuen Kooperation: „Wir realisieren eine Zusammenarbeit, die beide Seiten entlastet und die Notfallversorgung der Stadt weiter verbessert. Die jeweiligen Zuständigkeiten und Strukturen von Leitstelle und Arztrufzentrale bleiben dabei unangetastet, entscheidend ist die direkte technische und inhaltliche Vernetzung im Bedarfsfall“, sagte er.

Sollte künftig bei einem Anrufer der 112 aus Köln keine lebensbedrohliche Situation vorliegen, die den Einsatz des Rettungsdienstes erforderlich macht, übergibt die Rettungsleitstelle den Anrufer an die Arztrufzentrale NRW. Diese übernimmt dann eine Lotsenfunktion: Außerhalb der Praxisöffnungszeiten vermittelt sie den Patienten entweder an eine umliegende ambulante Notdienstpraxis in Köln oder organisiert – wie bisher – einen ärztlichen Hausbesuch. Erfolgt der Anruf des Patienten während der regulären Praxisöffnungszeiten, vermittelt die Arztrufzentrale den Patienten an eine geeignete Arztpraxis im Stadtgebiet. Dafür hat die KV im Kölner Stadtgebiet bislang schon mehr als 30 sogenannte Partnerpraxen gewonnen. „Sie sind ab sofort unsere Anlaufstellen, wenn ein Patient während der Praxisöffnungszeiten den Notdienst oder Rettungsdienst in Anspruch nimmt, obwohl er kein medizinischer Notfall ist“, sagte Jürgen Zastrow, Vorsitzender der KV-Kreisstelle Köln. 

Das Modellprojekt „Komplementäre Notfallversorgung“ soll zwei Jahre laufen. Die Technische Universität Köln begleitet es wissenschaftlich. © hil/aerzteblatt.de

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