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Ärzte und Psychotherapeuten sollten sich um Anschluss an Telematik­infrastruktur kümmern

Freitag, 11. Januar 2019

/Mike Haufe, stockadobecom

Berlin – Ärzte und Psychotherapeuten müssen bis zum 31. März dieses Jahres die notwendige Technik für die Anbindung an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur bestellt und bis Ende Juni installiert lassen haben. Darauf hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) jetzt erneut hingewiesen. Hintergrund ist, dass ab dem 1. Juli jede Praxis das Versichertenstammdatenmanagement durchführen muss.

Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten sollten die Frist ernst nehmen, weil ansonsten Honorarabzüge drohen, sagte KBV-Vorstandsmitglied Thomas Kriedel in einem Videointerview mit KV-on. Er gehe davon aus, dass die Industrie in der Lage sein werde, bis Ende des zweiten Quartals die Technik auszuliefern, wenn ein Arzt im ersten Quartal bestelle.

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Kriedel wies darauf hin, dass inzwischen alle vier Konnektormodelle zur Verfügung stehen und die Hersteller Komplettpakete, sogenannte „Bundle“, schnüren. Als letzte hatte Mitte Dezember 2018 die Firma secunet ihren Konnektor auf den Markt gebracht. Der Rollout war vor einem Jahr gestartet.

Die Praxen werden laut KBV aktuell mit VSDM-Konnektoren ausgestattet – Geräten, mit denen die Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abgeglichen und aktualisiert werden können. Für spätere Anwendungen wie den Not­fall­daten­satz auf der eGK oder die elektronische Unterschrift müssen die Konnektoren nachgerüstet werden.

Es sei vorgesehen, dass die Industrie Softwareanteile nachrüstet, erläuterte Kriedel. Er gehe davon aus, dass ab dem dritten Quartal diese Softwareupdates kommen. Dann sei die TI rund. Ursprünglich sollten längst alle Praxen an die TI angeschlossen sein. Verzögerungen bei der Auslieferung der Konnektoren hatten dazu geführt, dass der Gesetzgeber den Termin mehrmals verschieben musste. © may/EB/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Freitag, 11. Januar 2019, 16:47

Schon mal drüber nachgedacht, vorsätzlich nicht mitzumachen?

Über die Telematik-Infrastruktur kann man durchaus anderer Meinung als KBV bzw. Gematik sein. Bei den bekanntgewordenen Lücken ist die Frage nicht ganz unberechtigt, ob sich eine Arztpraxis überhaupt an die TI anschließen soll. Das VSDM (Versichertenstammdatenmanagement) gehört eindeutig nicht zu den Aufgaben von Ärzten! Dass sich Ärztefunktionäre bereit erklärt haben, das VSDM ohne Aufwandserstattung von den Kassenfilialen in die Praxen zu verlagern und damit durch die Ärzte zu bezahlen, ist an Dummheit nur schwer zu überbieten.

Der MEDI-Chef Dr. Baumgärtner hat angekündigt, dass er sich mit seiner Praxis nicht anschließen wird. Lieber 1% Strafe zahlen als .....

Als was - das ist doch die interessante Frage. Was bedeutet es denn jetzt und vor allem in der Zukunft, wenn sich eine Praxis NICHT an die TI anschließt?
1. Die Praxis führt kein VSDM durch. Kein VSDM steht für "die eigenen Mitarbeiterinnen müssen sich nicht mit Verwaltungsaufgaben befassen, die von Kassen zu erbringen sind."
2. Die TSS werden nicht in der Lage sein, die Termine für die Praxen zu vergeben, die bei der TI nicht mitmachen.
3. Ohne TI bleiben die Patientendaten alle in der Praxis und nur ausgewählte Daten werden wie bisher weitergegeben.
4. Die Absicht der KVen, alle Termine für alle Patienten in allen Praxen zu vergeben, ist damit unterlaufen. Eine Praxis, die nicht an die TI angeschlossen ist, bleibt Herr über die eigene Terminvergabe.

Sich an die TI anzubinden schafft die Voraussetzungen dafür, dass später die Politik (oder von ihr beauftragte Stellen) die Kontrolle über alle Arztpraxen übernehmen kann. Wer nicht an die TI angebunden ist, kann nicht übernommen werden. So einfach.
LNS

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