NewsPolitikAlthusmann kritisiert Beiträge von Pflegekammer
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Althusmann kritisiert Beiträge von Pflegekammer

Freitag, 11. Januar 2019

/DURIS Guillaume, stockadobecom

Hannover – Im Streit um die geforderten Beiträge der niedersächsischen Pflege­kammer hat sich der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) gegen Pflichtabgaben ausgesprochen.

„Unsere engagierten Pflegekräfte brauchen eine starke Vertretung, die auch von ihnen gewollt ist. Zwangsbeiträge und Zwangsmitgliedschaft benötigen unsere Pflegekräfte nicht“, sagte er gestern in Hannover.

Anzeige

Er warnte davor, bei einer möglichen bundesweiten Pflegevertretung dieselben Fehler wie in Niedersachsen zu machen. „Hier wächst der Protest gegen die Pflegekammer täglich, und über 40.000 Unterschriften in der Petition gegen die Kammer sind ein deutliches Signal“, sagte er.

Die 2017 per Gesetz beschlossene Pflegekammer ist eine berufsständische Selbst­verwaltung, der alle niedersächsischen Fachkräfte der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege angehören. Sie müssen einen Beitrag zahlen, der nach dem Einkommen bemessen wird. Vor Weihnachten hatte die Kammer Bescheide über 140 Euro fürs Jahr 2018 verschickt, was Jahreseinkünften von 70.000 Euro entspricht.

Nach massiver Kritik über die Höhe der geforderten Beiträge hat die niedersächsische Pflegekammer kürzlich angekündigt, ihre Beitragsordnung zu ändern. Die Kammer­versammlung solle eine Arbeitsgruppe gründen, die zeitnah eine Lösung vorlegen werde, hatte Kammerpräsidentin Sandra Mehmecke nach einem Treffen mit Sozialministerin Carola Reimann (SPD) erklärt. Sie wolle vorschlagen, insbesondere die Festsetzung des Höchstbeitrags für die künftigen Bescheide abzuschaffen.

Reimann betonte, durch das „unglückliche“ Vorgehen der Pflegekammer sei Vertrauen bei den Pflegekräften in die neue Einrichtung verloren gegangen. Dieses müsse nun zurück­gewonnen werden. „Die Kammer muss deutlich machen, dass sie nicht gegen, sondern für die Pflegepersonen arbeitet.“ © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #36227
Wolff
am Freitag, 11. Januar 2019, 19:07

Pflegekammer und Ärztekammer

Wenn ich daran denke, dass die GOÄ seit 1996 unverändert geblieben ist, stellt sich mir schon die Frage, ob die Beiträge zur Ärztekammer sich in der jetzigen Höhe rechtfertigen lassen. Denn von einer Interessenvertretung kann vor diesem Hintergrund keine Rede sein.
LNS

Nachrichten zum Thema

19. Mai 2020
Hannover − Die niedersächsische Pflegekammer wehrt sich gegen einen Gesetzentwurf, der eine Dienstverpflichtung für Pflegekräfte während einer Epidemie ermöglichen würde. „Ein Pflichteinsatz für
Pflegekammer gegen Dienstverpflichtung in Epidemien
1. April 2020
Hannover – Die Online-Befragung unter Pflegekräften zur umstrittenen Pflegekammer in Niedersachsen wird verschoben. Grund sei die Coronakrise, sagte Kammerpräsidentin Nadya Klarmann heute zu einem
Befragung zur Pflegekammer Niedersachsen verschoben
30. März 2020
Hannover – Nach dem Tod von 15 mit dem Coronavirus infizierten Menschen in einem Wolfsburger Altenheim hat die Pflegekammer Niedersachsen angemahnt, Pflegekräfte in Krisenstäbe zu holen. Die Pflege
Pflegekräfte wollen Teil der Krisenstäbe sein
9. März 2020
Hannover – Nach dem Rücktritt von Sandra Mehmecke als Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen hat die in der Kritik stehende Kammer eine Nachfolgerin gewählt. Die Altenpflegerin Nadya Klarmann
Wechsel an Spitze der Pflegekammer Niedersachsen
25. Februar 2020
Hannover – Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) hat im Streit um die angeschlagene Pflegekammer durchgegriffen und lässt die Pflegekräfte über die Zukunft der Kammer abstimmen. „Die
Niedersachsens Sozialministerin greift bei angeschlagener Pflegekammer ein
24. Februar 2020
Hannover – Der Streit um die Pflegekammer Niedersachsen nimmt kein Ende. Nachdem die Kammer gerade erst eine Geldspritze der Landesregierung für die Beitragsfreiheit von 2018 bis 2020 angenommen hat,
Pflegekammer wirft Landesregierung politische Einmischung vor
20. Februar 2020
Hannover – Die umstrittene Pflegekammer Niedersachsen gerät immer weiter unter Druck. Die Regierungsfraktionen von SPD und CDU haben den Fortbestand der Kammer heute offen angezweifelt und den
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER