NewsVermischtesBauern mit Traktoren im Pflegeeinsatz
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Bauern mit Traktoren im Pflegeeinsatz

Freitag, 11. Januar 2019

/dpa

München – Die Schneemassen im südlichen Oberbayern haben Bauern zu Helfern in der ambulanten Pflege werden lassen. Pflegekräfte des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) kommen auf den verschneiten Straßen teilweise mit ihren eigenen Autos nicht mehr weiter und erreichen die alten und kranken Menschen nur noch schwer, wie Pressesprecher Sohrab Taheri-Sohi heute in München sagte.

Die medizinische Versorgung sei trotz der erschwerten Bedingungen aber immer sichergestellt. Mit Traktoren und Unimogs unterstützen Landwirte den Angaben zufolge die Pfleger auf dem Weg zu den eingeschneiten Hilfsbedürftigen.

Anzeige

Hilfe bekommen die Pfleger auch von Bergwacht und Katastrophenschutz. Mit Geländefahrzeugen bringen die Einsatzkräfte dem BRK zufolge die Pfleger zu ihren Patienten. BRK-Präsident Theo Zellner dankte den Rettungs- und Hilfskräften „für ihren intensiven, teilweise gefährlichen und auch körperlich höchst anspruchsvollen Einsatz“.

Weil in Süddeutschland mancherorts nur noch schweres Gerät der Bundeswehr helfen kann, hat das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr den sogenannten Militärischen Katastrophenalarm ausgelöst. Rund 340 Gebirgsjäger seien derzeit im Einsatz, weitere 300 in Bereitschaft, teilte die Bundeswehr heute mit. Die Soldaten räumen vor allem Dächer, versorgen von den Schneemassen eingeschlossene Menschen oder übernehmen Transportaufgaben und medizinische Versorgung.

Grundlage für den Einsatz ist der Artikel 35 Grundgesetz, Absatz 1, der technisch-logistische Unterstützung im Zuge der Amtshilfe vorsieht – etwa bei Naturkatastrophen oder besonders schweren Unglücksfällen. Es handele sich „nicht um einen Einsatz“ und es würden entsprechend „keine hoheitlichen Aufgaben“ übernommen, erläutert ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums.

Angefordert werden muss die Amtshilfe von den zuständigen Behörden, etwa Landratsämtern, oder von Polizei und Feuerwehr über einen Hilfeleistungsantrag beziehungsweise ein Eilhilfeersuchen. Denn Katastrophenhilfe ist Ländersache.

Weitere Einheiten, die durch den Militärischen Katastrophenalarm in Bereitschaft versetzt wurden, sind das Landeskommando in Bayern, Transporthubschrauber in Niederstetten sowie Logistiker, Feldjäger, das Verpflegungsamt in Oldenburg sowie mehrere Sanitätseinheiten. Insgesamt wurden zwölf Dienststellen und Verbände alarmiert.

© dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. März 2019
Berlin – Der Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR), Franz Wagner, hat eine neue Verteilung der Aufgaben im Gesundheitswesen gefordert. „Man muss die Potenziale der Pflegekräfte erkennen und dafür
Pflegende wollen Medikamente selbst verordnen
11. März 2019
Mainz – In der Debatte über bessere Rahmenbedingungen in der Pflege hat der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus (CDU), auf mehr Fortschritte gepocht. Rund 48 Prozent der
Die Pflege braucht mehr Fortschritte
26. Februar 2019
Düsseldorf – Die Pflegewirtschaft steht nach einer Studie vor einer großen Investitionswelle. Laut einer Untersuchung der in Kassel ansässigen Evangelischen Bank, über die das Handelsblatt vom
Große Investitionswelle in der Pflegebranche
21. Februar 2019
Berlin – Der Krankenpfleger Alexander Jorde hat die Pflegekräfte in Deutschland dazu aufgerufen, sich stärker berufspolitisch zu engagieren. „Wir Pflegekräfte sind nur zu etwa zehn Prozent in
Krankenpfleger Jorde fordert mehr politisches Engagement von Pflegekräften
4. Februar 2019
Mainz – Das rheinland-pfälzische Sozialministerium will die ehrenamtliche Unterstützung in der Pflege stärken. „Derzeit arbeiten wir an einer Förderrichtlinie, mit der die Förderung bürgerschaftlichen
Rheinland-Pfalz will Ehrenamt in der Pflege ausbauen
31. Januar 2019
Berlin – Die Bundesbürger halten Deutschland bei der Digitalisierung der Pflege für rückständig. Nach einer gestern in Berlin veröffentlichten Umfrage des Digitalverbands Bitkom sagen mehr als vier
Deutsche sehen Defizite bei Digitalisierung in der Pflege
30. Januar 2019
Dortmund – Immer mehr Menschen suchen Hilfe wegen Problemen bei der Einstufung in den richtigen Pflegegrad. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz registrierte im vergangenen Jahr eine gestiegene Zahl
LNS
NEWSLETTER