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Ursachen für Schädel-Hirn-Trau­mata haben sich stark gewandelt

Freitag, 11. Januar 2019

/dpa

Berlin – Das Schädel-Hirn-Trauma ist eine der schwersten und häufigsten neuro­logischen Schädigungen. Jährlich werden mehr als 200.000 Betroffene in Deutschland neurointensivmedizinisch versorgt. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Ursachen für das Trauma stark verschoben. Darauf hat die Arbeitstagung Neuro­intensiv­medizin (ANIM) hingewiesen.

Vor 40 Jahren war der typische Patient mit Schädel-Hirn-Trauma laut ANIM männlich und zwischen 20 und 40 Jahre alt. Das Trauma war meist durch einen Verkehrsunfall verursacht worden. Heute ist die häufigste Ursache ein Sturz, viele Patienten sind über 65 Jahre alt und häufig weiblich. „Dies ist lediglich dadurch begründet, dass Frauen älter als Männer werden, sodass es mit zunehmendem Alter mehr Frauen gibt“, berichtet die ANIM. Ein Viertel der Patienten sind heute aber auch unter 16 Jahre alt. Die überwiegende Ursache von Verletzungen bei dieser Altersgruppe sind Stürze und Verkehrsunfälle.

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Laut den ANIM-Experten werden auch Sportverletzungen und Kriegstraumata immer wichtiger.  Dabei geht es einerseits um fortschreitende Leistungseinschränkungen des Gehirns, hervorgerufen durch wiederholte kleinere Traumata, zum Beispiel bei Boxern oder Fußballspielern. Therapie sei hier einzig die Prophylaxe einer neuerlichen Verletzung.

Zum zweiten gilt es, vermehrt Verletzungen nach Sprengstoffanschlägen zu behandeln. „Umfangreiche Untersuchungen bei Opfern von Sprengstoffanschlägen haben gezeigt, dass auch ohne direkte Verletzung des Kopfes, allein durch die Druckwelle der Detonation, eine Veränderung im Gehirn hervorgerufen wird, die ihrerseits Funktionseinschränkungen und psychische Störungen auslöst“, erläuterte Uwe Max Mauer, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am Bundeswehrkrankenhaus Ulm.

Durch das zunehmende Lebensalter hat die Bedeutung des chronischen subduralen Hämatoms laut der ANIM deutlich zugenommen. Das chronische Subduralhämatom trete insbesondere bei älteren Patienten nach leichten Schädel-Hirn-Traumata auf und sei eine Einblutung im Schädel.

„Selbstverständlich ist die operative Drainage dieser Hämatome die Behandlung der Wahl, allerdings sind eine Reihe operationstechnischer Fragen zu klären. So ist unklar, an welcher Stelle oder wie lange am besten zu drainieren ist. Auch ist die häufig assoziierte oder gar zugrunde liegende Gerinnungsstörung nach Gabe von blut­verdünnen­den Medikamenten bedeutsam und es muss geklärt werden, wie mit der notwendigen Blutverdünnung umgegangen werden sollte“, erklärte Andreas Unterberg, Direktor der Neurochirurgischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg.

Die ANIM ist die gemeinsame Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG). Sie findet in der kommenden Woche vom 17. bis 19. Januar 2019 in Berlin statt. © hil/aerzteblatt.de

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