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Diskussion um Untergrenzen für Pflegepersonal geht weiter

Montag, 14. Januar 2019

/dpa

Berlin – Kritik an dem seit Anfang Januar geltenden Gesetz „Personaluntergrenze für pflegesensitive Krankenhausbereiche“ übt die Deutsche Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI). Dabei geht es der Fachgesellschaft weniger um den grundsätzlichen Ansatz, Untergrenzen festzulegen, als um die konkrete Ausgestaltung und die Umsetzbarkeit.

„Grundsätzlich erscheint eine gesetzliche Festlegung von Untergrenzen im Verhältnis von Pflegekraft zu Patienten sinnvoll. Ob mit den im neuen Gesetz festgelegten Untergrenzen allerdings das geplante Ziel der Qualitäts­verbesserung sowie der deutlichen Entlastung der Pflegenden erreicht werden kann, bleibt abzuwarten“, teilte die DGNI mit.

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Die Fachgesellschaft empfiehlt für neurologische Intensivstationen – wie auch die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) – einen Personalschlüssel von einer Pflegekraft für die Versorgung von zwei Patienten. Laut dem Gesetz sind ab sofort pro Tagschicht maximal 2,5 Patienten pro Pflegekraft zu versorgen, in der Nachtschicht 3,5 Patienten pro Pflegekraft.

Im internationalen Vergleich sei diese festgesetzte pflegerische Grenze eher am unteren Bereich angesiedelt. „Es sollen zudem initial nur die 25 Prozent der schlechtesten Krankenhäuser im Hinblick auf Personal/Patientenverhältnis an die übrigen 75 Prozent angeglichen werden“, kritisiert die Fachgesellschaft weiter.

Erfolge die Berechnung der Untergrenzen jedoch auf oder nur knapp über dem Niveau der am schlechtesten besetzten Kliniken, bestehe das Risiko, dass Kliniken mit besserem Personalschlüssel Personal einsparen und trotzdem die gesetzlichen Vorgaben einhalten würden. „Daher erscheint ein positiver finanzieller Anreiz für Krankenhäuser mit besserem Personalschlüssel eigentlich als besserer Ansatz“, betonte Sylvia Bele aus dem DGNI-Präsidium.

Die geplante Schaffung neuer Pflegestellen und die Vorgabe von Untergrenzen könne die Versorgung aber auch daher im Augenblick nicht verbessern, weil nicht genügend Pflegekräfte am Markt verfügbar seien. „Im Gesetz fehlen grundsätzlich der Anreiz zur Bindung der Pflegekräfte an die jeweilige Versorgungseinheit und das Krankenhaus, zur Steigerung der Attraktivität des Arbeitsplatzes in einem pflegesensitiven Bereich sowie die Aufwertung und Wertschätzung des Pflegeberufes“, kritisiert die DGNI. © hil/aerzteblatt.de

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