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Medizin

Neues Nachweisverfahren für Cytome­galievirus-Infektionen

Dienstag, 15. Januar 2019

/dpa

München – Ein Verfahren, das eine Infektion mit Cytomegalieviren (CMV) anhand der Immunreaktion nachweist, haben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung am Helmholtz-Zentrum München entwickelt. Es könnte in Zukunft helfen, Schutzlücken frühzeitig zu identifizieren und Transplantationen sicherer zu machen. Die Arbeit ist im Journal of Immunology erschienen (2019; doi: 10.4049/jimmunol.1801401). 

Das CMV, ein häufig vorkommendes Herpesvirus, bleibt nach einer Infektion lebenslang im Körper. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, zum Beispiel nach Transplanta­tionen oder wenn ungeborene Kinder sich im Mutterleib infizieren, kann es verschiedene Organe schädigen, unter anderem das Nervensystem.

„Im gesunden Menschen wird die Vermehrung der CMV insbesondere durch T-Zellen eingedämmt“, erklärte Andreas Moosmann, der im Helmholtz Zentrum München eine Forschergruppe leitet. Anhand der spezifischen T-Zellen im Blut ist grundsätzlich feststellbar, ob ein Virus vorhanden ist. Die war bislang jedoch äußerst aufwendig: „Für jeden einzelnen Typ von T-Zelle und für jede einzelne Spezifität wurden separate Tests benötigt“, so Moosmann.

Die Wissenschaftler entwickelten daher ein Verfahren, das die Analyse von Millionen von T-Zellen in einem einzigen Test möglich macht. „Wir sequenzieren die Ribonuklein­säure (RNA) in den Blutproben und erkennen auf diese Weise die vorhandenen T-Zell-Rezeptoren, die wiederum für bestimmte Stücke des CMV spezifisch sind“, erklärte Alina Huth aus der Arbeitsgruppe.

Mit dem neuen Verfahren konnten die Wissenschaftler 1.052 CMV-spezifische T-Zell-Rezeptoren aus 8 gesunden Virusträgern identifizieren. Die Ergebnisse dienen zum Aufbau einer Datenbank von virusspezifischen T-Zell-Rezeptoren. Durch Messung der Häufigkeit dieser Sequenzen in einer zweiten Gruppe von 352 Spendern konnten sie mit großer Genauigkeit vorhersagen, welche Spender infiziert waren.

Diese Methode lässt sich den Forschern zufolge auch auf andere Viren übertragen. „Wir können nun einen Test entwickeln, der in einem Arbeitsgang direkt den Immunstatus gegen verschiedene Viren ermittelt“, sagte Xiaoling Liang, die ebenfalls in der Arbeitsgruppe von Moosmann forscht.

„Wir sehen ein großes Potenzial in einem solchen Test. Damit kann zum Beispiel der Erfolg von Impfungen kontrolliert werden. Und wir können damit in Zukunft die Zusammenhänge zwischen Infektionen, Autoimmunerkrankungen und Allergien besser erforschen“, fügte Moosmann hinzu. © hil/aerzteblatt.de

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