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Medizin

Kurzzeitpflaster als lang wirkendes Kontrazeptivum

Dienstag, 15. Januar 2019

Mikronadel-Verhütungspflaster /Christopher Moore, Georgia Tech

Atlanta – US-Bioingenieure haben ein neues Depot-Kontrazeptivum entwickelt, das ohne ärztliche Hilfe angewendet werden könnte. Das in Nature Biomedical Engineering (2019; doi: 10.1038/s41551-018-0337-4) vorgestellte Mikronadelpflaster müsste nur einmal im Monat für wenige Sekunden auf die Haut gehalten werden, um einen sicheren Empfängnisschutz zu gewährleisten.

Hormondepots gelten als zuverlässiges und im Grund bequemes Kontrazeptivum, da die tägliche Einnahme der „Pille“ entfällt und damit auch nicht vergessen werden kann. Die Anwendung ist jedoch umständlich, da das Depot in der Praxis des Frauenarztes alle 3 Monate mit einem speziellen Gerät unter die Haut implantiert werden muss.

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Die Alternative, die ein Team um Mark Prausnitz vom Georgia Institute of Technology in Atlanta entwickelt hat, käme ohne Implantat aus. Es handelt sich um ein Pflaster, das mit Hunderten kleiner Nadeln besetzt ist. Die Nadeln dringen nach dem Auflegen des Pflasters in die Haut ein, was für die Anwenderin schmerzfrei sein soll.

Wenn das Pflaster nach wenigen Sekunden wieder entfernt wird, brechen die Nadeln an einer Sollbruchstelle. Die Spitzen bleiben in der Haut. Sie bestehen aus einer Verbindung von D,L-Milchsäure und Glycolsäure und Polymilchsäuren, die vom Körper langsam abgebaut werden. Dabei wird das Hormon Levonorgestrel freigesetzt, das als synthetisches Progesteronanalogon eine Schwangerschaft vortäuscht und dadurch einen Eisprung verhindert. Pharmakokinetische Studien an Ratten ergaben, dass über mehr als 30 Tage therapeutische Konzentrationen von Levonorgestrel erreicht werden.

Prausnitz hält eine Verbesserung für möglich. Das Ziel sei ein Pflaster, das nach einmaliger Anwendung über 6 Monate eine Ovulation verhindere. Die einmal monatliche Anwendung dürfte allerdings für viele Frauen akzeptabel sein, wenn es ihnen die Einnahme der Pille und den Besuch beim Frauenarzt erspart. Klinische Erfahrungen mit dem neuen Nadelpflaster liegen allerdings noch nicht vor.

Das Mikronadelpflaster war ursprünglich zu Impfzwecken entwickelt worden. Es wurde bereits erfolgreich in einer Phase-1-Studie zur Influenzaimpfung getestet (Lancet 2017; 390: 649-658). © rme/aerzteblatt.de

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