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Politik

Heilmittelerbringer wünschen sich schnelle Anbindung an Telematik­infrastruktur

Dienstag, 15. Januar 2019

/Pornchai Soda, stockadobecom

Köln – Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und andere Heilmittelerbringer wollen bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens nicht außen vor bleiben. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) forderte daher eine sofortige Lese- und Schreibberechtigung auch für Heilmittelerbringer, „natürlich verbunden mit Einführung des elektronischen Heilberufeausweises“.

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Der damit verbundene finanzielle Aufwand sei „durchaus überschaubar“: Die Versorgung von rund 100.000 Heilmittelpraxen in Deutschland mit einem Konnektor, dessen Kaufpreismarkt etwa bei 60 Euro liege, erfordere etwa sechs Millionen Euro.

„Im Vergleich zu den Kosten in anderen Versorgungsbereichen sollte diese Summe im Sinne des Bürokratieabbaus nicht zum Ausschluss der Heilmittelerbringer führen“, betonte der SHV. Es sei wichtig, dass Heilmittelerbringer bei der Telematik „nicht von Beginn an abgehängt werden“, schreibt der Verband und regt an, dies in das Termin­service- und Versorgungsgesetz (TSVG) aufzunehmen. 

Ein weiterer wichtiger Punkt für den SHV ist die gesetzliche Verankerung von Modellvorhaben zum Direktzugang – also einer physiotherapeutischen, ergotherapeutischen oder logopädischen Behandlung ohne ärztliche Verordnung. „Die Erfahrungen im Ausland bestätigen sowohl eine hohe Patientenzufriedenheit und -sicherheit als auch die Effektivität dieser Versorgungsoption“, betont der SHV. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Dienstag, 15. Januar 2019, 23:39

Lebenswichtig

ist das für die Heilmittlerbringer! Wenn Ärzte nämlich fehlerhafte Verordnungen ausstellen und der Heilmittelerbringer erbringt die Leistung, wird ihm die Behandlung nicht bezahlt. Nur per Telematik können also die Heilmittelerbringer sicherstellen, dass sie nur Leistungen erbringen, die auch vergütet werden
Avatar #88767
fjmvw
am Dienstag, 15. Januar 2019, 21:28

Mein Gott, so dämlich können deren Funktionäre doch gar nicht sein - oder?

Wenn ein Konnektor 60 Euro kosten würde, würden sich die Ärzte darüber aufregen? Nein.
Ein Anschluss einer Praxis erfordert (nur an Fremdkosten) Investitionen von ca. 3.000€ pro Praxis. Dazu die laufenden Kosten (Service, Wartung, Software, Leitung, ...) von ca. 100€ pro Monat.

Für die Heilmittelerbringer ist der persönliche Aufwand geringer, da sie keine Diagnosen u. ä. eintragen müssen und sich auch nicht durch zig Voruntersuchungen bzw. Vorbefunde durchhangeln müssen. Sie lesen einfach die letzten Einträge, das reicht (in der überwiegenden Mehrheit) aus.

Aber warum sollen nur Ärzte unterbelichtete Funktionäre haben? Ich kann Leute dieses Kalibers auch anderen gönnen. Jeder so, wie er es selbst verursacht hat. ;-)
LNS

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