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Medizin

Kardiologen mahnen mehr Sport für Diabetiker an

Mittwoch, 16. Januar 2019

/seventyfour, stockadobecom

Eindhoven – Körperliche Aktivität kann (auch) bei Menschen mit Typ-2-Diabetes die Sterblichkeit senken. Ärzte sollten ihren Patienten deshalb ein Sportprogramm verordnen, zu dem die European Society of Cardiology im European Journal of Preventive Cardiology (2019; doi: 10.1177/2047487318820420) eine Reihe von Vorschlägen macht.

Sitzender Lebensstil und ungesunde Ernährung gelten als die wichtigsten Ursachen für den Anstieg der Erkrankungen am Typ-2-Diabetes, und die meisten Patienten setzen diesen Lebensstil auch nach der Diagnose fort. Die wenigsten sind für ein Sportprogramm zu motivieren, obwohl dieses nachweislich ihren Blutzucker verbessern und ihr Sterberisiko senken könnte, schreibt ein Team um Hareld Kemps vom Máxima Medical Centre in Veldhoven bei Eindhoven in den Niederlanden.

Mit dem einfachen Ratschlag, sich doch im Alltag etwas mehr zu bewegen, ist es nach Erfahrung von Kemps nicht getan. Die Ärzte sollten die Patienten auf ihre Komorbidität untersuchen, die Belastbarkeit testen und die persönlichen Vorlieben erfragen, bevor sie ein persönliches Bewegungsprogramm entwerfen, das eventuell von den Versicherungsträgern finanziell gefördert wird.

Natürlich könnten die Patienten auch ohne einen Arztbesuch tätig werden und leichtere sportliche Tätigkeiten wie Wandern oder Radfahren aufnehmen. Um die langfristige Adhärenz zu erhöhen sei es jedoch ratsam, frühzeitig erreichbare und messbare Ziele festzulegen, wobei die Trainingspläne an die Präferenzen der Patienten angepasst werden sollten. Smartwatches, die ihre Daten an den Arzt weiterleiten und dann ein Feedback für den Patienten ermöglichen, sind nach Einschätzung von Kemps eine vielversprechende Entwicklung.

Die Ziele sollten dabei nicht zu hoch gesteckt werden. Für eine ältere Person könnte das Treppensteigen zu Hause oder der Weg zum Supermarkt ein erstes praktisches Ziel sein, dass die Lebensqualität verbessert und möglicherweise sogar einen Beitrag zu einer besseren Blutzuckerkontrolle leistet. Für viele Patienten könnte dies eine starke Motivation sein.

Für den Arzt sind die kardiorespiratorische Fitness und die Blutzuckerkontrolle die wichtigsten Ziele. Beide verbessern sich bei einem konsequenten Training. Sport helfe auch, den Blutdruck und die schädlichen Blutfette zu senken.

Eine Gewichtsabnahme hält Kemps dagegen nicht für ein geeignetes Ziel. Es sei schwierig, allein durch Sport abzunehmen. Wer die Gewichtsreduktion in den Mittelpunkt stelle, werde viele Patienten demotivieren.

Die Art und Intensität der sportlichen Aktivität sollte laut Kemps auf jeden Patienten individuell angepasst werden. Am effektivsten für Herz und Kreislauf ist ein Intervall­training mit hoher Intensität, zum Beispiel abwechselnd mäßiges und kräftiges Laufen, Dies steigere die Fitness am stärksten und auch die Blutzuckerkontrolle sei am effektivsten. Ein Intervalltraining sei jedoch nicht für alle Patienten geeignet. Für Patienten mit Arrhythmien oder Ischämien könnte es gefährlich sein.

Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes kommt es nach Erfahrung von Kemps auf kleine Schritte an. Für Menschen, die es gewohnt waren, die meist Zeit des Tages zu sitzen, könnten auch kleine Unterbrechungen sinnvoll sein. 2 Stunden flottes Gehen pro Woche könnte bereits die kardialen Risiken vermindern.

© rme/aerzteblatt.de

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Avatar #722455
´hajodba@gmx.de
am Dienstag, 22. Januar 2019, 00:49

!Als "über 70-jähriger Typ-2-Diabetiker mir Trainingserfahrung" kann ich darüber nur müde lächeln"

In den "16 Jahren als Diabetes-Patient" habe ich es immer wieder
erleben müssen, dass man "uns mit allerlei Tipps" verspricht, die
"Blutzuckerwerte zu verbessern" und jetzt sogar auch noch "unser
Sterberisiko senken" zu können, Mit dieser "Studie" werden wohl
"Fakten und Wunschdenken" miteinander vermengt.

Um den "Folgen der Altersphysiologie", insbesondere dem "altersbe-
dingten Abbau von Muskulatur (Sarkopenie)" bei Senioren begegnen
zu könne, bedarf es eines "Konzepts für Kraft-Ausdauer-Training an
technischen Geräten". Dies ist dann ein "individualisiertes Training",
das zwar "effektiv" ist, jedoch "keine Gewähr" bietet, dass damit auch
das "Sterberisiko gesenkt" werden könne. Was "realistisch gesehen",
allerdings mit "Ausdauertraining" erst recht nicht möglich ist.

H. Jürgen Barth, Rodalbeb


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