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Politik

Beiträge zur Pflegeversicherung müssen weiter steigen

Mittwoch, 16. Januar 2019

/Stockfotos-MG, stockadobecom

München – Angesichts immer zahlreicherer Pflegebedürftiger muss der Beitragssatz der Pflegeversicherung einer neuen Untersuchung zufolge bis zum Jahr 2045 von 3,05 auf 4,25 Prozent steigen. Das wären für ein heutiges Durchschnittseinkommen fast 550 Euro mehr im Jahr, wie die Bertelsmann Stiftung heute in Gütersloh mitteilte.

Eingerechnet dabei ist, dass es mehr Pflegekräfte geben soll und diese auch besser als heute bezahlt werden sollen. Bereits Anfang 2019 war der Beitragssatz zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte angehoben worden. Bis 2022 dürfte das Geld somit auch reichen. Doch ab 2025 wachsen die Ausgaben laut der Prognos-Erhebung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung weiter, ohne dass die Einnahmen entsprechend in die Höhe gehen.

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In ihrer Analyse gehen die Forscher davon aus, dass bis zum Jahr 2045 fünf Millionen Menschen in Deutschland Pflege benötigen werden. Im Jahr 2017 waren es 3,3 Millionen Hilfsbedürftige.

„Zur nachhaltigen Sicherung der Pflege bedarf es zusätzlicher Maßnahmen“, sagte Studienleiter Stefan Etgeton. Die Versorgung der Pflegebedürftigen sei auf längere Sicht nicht sicher – zumindest, „wenn es bei den Rahmenbedingungen bleibt, die wir heute haben“. Bald müsse die Politik deshalb über neue Finanzierungsmodelle für Pflege in Deutschland nachdenken – zum Beispiel über Steuergeld.

Er habe vor allem die Sorge, „dass die für die Versorgung in der Altenpflege benötigten Fachkräfte nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen“. Neben besserer Bezahlung und Personalausstattung gehe es den in der Pflege Beschäftigten vor allem um arbeitnehmerfreundlichere Arbeitsbedingungen, den Ausbau und die Anerkennung ihrer Kompetenzen und selbstbestimmtes Arbeiten. © dpa/kna/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #92214
H.-D. Falkenberg
am Montag, 4. März 2019, 15:44

Beiträge der Pflegeversicherung müssen weiter steigen

Dies ist allein deswegen schon notwendig, weil die aktuellen Tarifabschlüsse zu höheren Pflegesätzen führen werden. Mindestens 70, wenn nicht sogar bis zu 80 Prozent (je nach Arbeitgeber) machen die Anteile der Personalkosten in einem Heimentgelt aus. Diese müssen durch die Pflegekassen refinanziert werden, damit die Betreiber nicht darauf sitzen bleiben und Verluste (v)erwirtschaften. Ferner führen die Neueinstellungen zu einem weiteren Anstieg der Personalkosten, da es sich hierbei nicht um Ersatzeinstellungen handelt. Hinzu kommt, dass pflegefremde Kosten (z.B. Teile der Behandlungspflege) in Heimen durch Heimentgelte finanziert werden müssen, im ambulanten Bereich die Krankenkassen hierfür aufzukommen haben. Dieser Umstand ist bereits seit Jahren bekannt (1998 ?).
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