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Ärzteschaft

122. Deutscher Ärztetag wird sich mit Arztgesundheit befassen

Montag, 21. Januar 2019

/joyfotoliakid, stockadobecom

Berlin – Der kommende 122. Deutsche Ärztetag in Münster (28. bis 31. Mai 2019) wird sich in einem Schwerpunkt mit dem Thema Arztgesundheit befassen. Das hat jetzt der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) entschieden. In der Deklaration des Genfer Gelöbnisses von 2017 heißt es, Ärzte sollten auf ihre eigene Gesundheit, ihr Wohlergehen und ihre Fähigkeiten achten, um eine Behandlung auf höchstem Niveau leisten zu können.

„Wir machen die Passage aus dem Genfer Gelöbnis zum Thema und halten eine Innenschau“, schrieb Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer und Mitglied im Vorstand der BÄK, auch in der Januar-/Februarausgabe des Bayerischen Ärzteblatts. Es gehe „um den Mensch Arzt“. Der Erhalt der eignen Gesundheit solle einen anderen Stellenwert bekommen.

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Quitterer zufolge ist es in einer Zeit der geforderten Rundumverfügbarkeit ärztlicher Leistungen dringend geboten, darüber zu sprechen, was Ärzte leisten können und müssen. Die Frage dürfe gestellt werden vor dem Hintergrund einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakte pro Jahr in Deutschland, im Durchschnitt 17 pro Patient, erklärte er.

Es sei zwar richtig, dass jeder Kranke zu jeder Zeit und an jedem Ort die erforderliche medizinische Behandlung auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse erhalte. Die Notaufnahme eines Krankenhauses mit Bagatellerkrankungen zu überlaufen, gehöre aber nicht dazu.

„Die Forderungen nach einer Terminvergabe rund um die Uhr und nach immer mehr Sprechstunden bedienen eine falsche Erwartungshaltung bei den Patienten und bringen uns Ärzte in ein Dilemma. In die Position derer, die einerseits die Patienten nicht wegschicken dürfen, andererseits am Bedarf vorbei behandeln und damit wiederum die Patientenerwartung auf eine 24-Stunden-Versorgung von Befindlichkeiten nähren“, schreibt Quitterer.

Arztgesundheit bedeute sowohl die Einhaltung der Arbeitszeitgesetze in den Krankenhäusern als auch die Entlastung im ärztlichen Bereitschaftsdienst, wie dies in Bayern durch dessen Neuorganisation ermöglicht wurde. Eine gesunde „Work-life-balance“ geling dort nicht, wo der Beruf krank mache: Durch Arbeitszeitverdichtung infolge zunehmender Kommerzialisierung und Öko­nomi­sierung. Diese halte dort Einzug, wo sich Konzerne im Gesundheitswesen breit machten und Leistungszahlen forderten.

„Ich konstatiere, dass jemand, der nie an einem Operationstisch stand, nicht nachvollziehen kann, dass ein Operationssaal kein Fließband, sondern ein Hochrisiko­bereich ist“, schreibt Bayerns Ärztechef. Stattdessen kämen in immer kürzeren Abständen Gesetze, die ärztliches Tun reglementierten sowie Aussagen, die mit Wertschätzung des Berufsstandes nichts zu tun haben, „denn natürlich betreiben wir Ärzte in unserer Freizeit auch Sport – und das ist zu begrüßen“. © may/EB/aerzteblatt.de

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