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Medizin

Therapeutische Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bei Mäusen erfolgreich

Donnerstag, 17. Januar 2019

Humane Papillomviren (HPV) /Kateryna_Kon, stock.adobe.com
Humane Papillomviren (HPV) /Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Heidelberg – Ein therapeutischer Impfstoff konnte im Mausmodell durch humane Papillomviren (HPV) verursachten Gebärmutterhalskrebs bekämpfen. Bei der Hälfte der geimpften Nager bildeten sich die Tumoren zurück. Die Ergebnisse veröffentlichten Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Oncoimmunology (2019; doi: 10.1080/2162402X.2018.1524694).

„Eine therapeutische Impfung stimuliert das Immunsystem, sodass es infizierte oder entartete Zellen abtötet“, erklärt Angelika Riemer vom DKFZ. Das Ziel ist, einen Impfstoff für Menschen zu entwickeln, die bereits an Krebs oder Krebsvorstufen erkrankt sind und daher nicht mehr von einer Schutzimpfung profitieren.

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Ein Unterschied zwischen Schutzimpfung und therapeutischer Impfung zeigt sich an der Reaktion des Immunsystems: Nach einer Schutzimpfung bildet der Körper Antikörper, die ihn vor einer künftigen Infektion mit dem entsprechenden Krankheitserreger schützen. Eine therapeutische Impfung ruft dagegen zytotoxische T-Zellen auf den Plan. Diese Immunzellen sind in der Lage, Epitope der Papillomviren auf der Oberfläche infizierter Zellen oder Krebszellen zu erkennen und die dadurch als verdächtig identifizierten Zellen abzutöten.

Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Sie wird durch humane Papillomviren (HPV) verursacht, die die Schleimhautzellen infizieren und unkontrolliert wuchern lassen. Eine Infektion mit HPV kann außerdem zu Analkrebs und Krebserkrankungen im Mund-Rachen-Raum führen.

Diese Epitope stellen den wichtigsten Bestandteil des in der Studie getesteten Impfstoffs dar. Nach der Impfung der HPV-Mäuse werden diese Protein­strukturen in die Lymphknoten trans­portiert, um eine Immunantwort auszulösen. „Bei der Hälfte der geimpften Mäuse verschwanden die Tumoren vollständig“, berichtet die DKFZ-Forscherin.

Derzeit befindet sich der therapeutische Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs und andere HPV-bedingte Krebsarten noch in der präklinischen Entwicklungsphase. Um ihn künftig auch bei Menschen einsetzen zu können, müsse die Wirksamkeit der Impfung noch besser belegt werden, sagt Riemer.

Kombination aus verschiedenen Epitopen nicht immer von Vorteil

Aus der Entwicklung therapeutischer Impfstoffe gegen andere Krebserkrankungen ist bekannt, dass eine Impfung manchmal besser wirkt, wenn sie verschiedene Erkennungsmoleküle enthält. „In unserem ersten Versuch an Mäusen war es dagegen umgekehrt“, berichtet Riemer. Möglicherweise ist es bei HPV-Tumoren besser, nur eines, dafür aber ein richtig gutes Erkennungsmolekül zu verwenden. Das aber können nur weitere Untersuchungen zeigen.“ © gie/EB/aerzteblatt.de

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