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Politik

Krankenhäuser sehen Problem für Organspende in widersprüchlichen Dokumenten

Mittwoch, 16. Januar 2019

/dpa

Berlin – In der Organspende können widersprüchliche Dokumente, etwa eine Zustimmung im Organspendeausweis bei gleichzeitiger Ablehnung lebens­verlängernder Maßnahmen in der Patientenverfügung, das Aus für eine mögliche Organspende bedeuten. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mahnte heute an, dieses Problem anzugehen.

Für die Krankenhäuser sei die Eindeutigkeit der Patientenentscheidung für oder gegen die Organspende von herausragender Bedeutung, hieß es von der DKG. Denn nur so könne ein Krankenhaus den Wunsch des Spenders rechtssicher umsetzen. Darüber hinaus dürfe eine Organspende für die Krankenhäuser kein finanzielles Risiko bedeuten.

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„Natürlich wollen und dürfen die Krankenhäuser am Organspendeprozess nichts verdienen. Es darf aber auch nicht sein, dass sie durch indirekte und Opportunitäts­kosten mehrbelastet werden“, erklärte DKG-Präsident Gerald Gaß. Er rief dazu auf, dass eine vollständige Kostendeckung im Entnahmekrankenhaus gewährleistet werden müsse.

Das Anliegen des Gesetzgebers, die Rahmenbedingungen für die Organspende zu verbessern, begrüßte die DKG. Gaß bezeichnete es als „richtig und notwendig, die Finanzierung und die generellen Bedingungen zu verbessern“. Dazu gehöre auch die Freistellung der Transplantationsbeauftragten in den Kliniken. Darüber hinaus bedürfe es einer breiten öffentlichen Debatte.

„Nur so schaffen wir es, dass sich Menschen überhaupt zur Organspende bereit­erklären“, so Gaß. Aufklärung und Information seien die richtigen Mittel, um eine mündige Entscheidung treffen zu können und die derzeitige Quote von 11,5 postmortalen Organspendern pro einer Million Einwohner im Jahr 2018 zu steigern. © may/EB/aerzteblatt.de

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