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Politik

Hebammenverband kritisiert zögernde Vorbereitungen auf Akademisierung

Mittwoch, 16. Januar 2019

/dpa

Berlin – Der Deutsche Hebammenverband (DHV) hat die Politik daran erinnert, dass laut einer Leitlinie der Europäischen Union (EU) die Hebammenausbildung auch in Deutschland an die Hochschulen überführt werden muss. Das Bundesgesundheits­ministerium habe zwar die Umsetzung der Akademisierung in Form eines dualen Studiums im Herbst bestätigt. Es bleibe allerdings nur noch ein Jahr Zeit, um die nötige Gesetzgebung anzugehen und umzusetzen.

„Die Akademisierung ist eine der größten Reformen für Hebammen. Kurz vor dem Start ist aber leider noch alles offen. Wir brauchen jetzt einen gesetzlichen Rahmen“, sagte die Präsidentin des Verbandes, Ulrike Geppert-Orthofer.

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In einigen Bundesländern werde die Akademisierung bereits vorangetrieben, lobte sie. Beispielsweise übernehme künftig in Schleswig-Holstein die Universität Lübeck die gesamte Ausbildung von Hebammen. Die dortige Hebammenschule werde geschlossen.

In den meisten Bundesländern liege jedoch ein Jahr vor dem Stichtag der EU noch kein Konzept zur Auswahl geeigneter Hochschulstandorte vor. Auch Fördermaßnahmen und Konzepte für die Lehrerinnen der Schulen, um zu promovieren und damit die geforderte Qualifikation zur Lehre an den Hochschulen zu erlangen, seien noch nicht vorhanden. „Offenbar fehlt in vielen Ländern noch der politische Wille, allen Hebammen die bestmögliche Ausbildung zukommen zu lassen“, kritisierte der Verband. 

Der DHV hat in einem Eckpunktepapier gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi) Vorschläge für die Gestaltung des Studiums, die praktische Ausbildung und die Finanzierung vorgelegt.

Die Verbände favorisieren darin das Konzept eines dualen, praxisintegrierenden Studienganges. Danach sollte die theoretische Ausbildung an der Hochschule stattfinden, die Verzahnung zwischen theoretischer und praktischer Ausbildung aber bestmöglich gewährleistet sein. „Besonders sind der Erhalt und der Ausbau der Finanzierung der praktischen Ausbildung an Kliniken und im ambulanten Bereich über den bestehenden Ausbildungsfonds nötig“, schreibt der DHV. 

Deutschland ist dem Verband zufolge das letzte Land in der EU, das Hebammen noch nicht an Hochschulen ausbildet. „Eine bestmögliche Ausbildung durch ein Studium ist notwendig und gewährleistet auch zukünftig eine hohe Qualität in der Geburtshilfe“, betonte der DHV. © hil/aerzteblatt.de

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