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Pembrolizumab verlängert Überleben bei Plattenzell­karzinomen an Kopf und Hals

Mittwoch, 16. Januar 2019

/waranyu, stockadobecom

Köln – Patienten mit Plattenepithelkarzinomen im Mund, Rachen oder Kehlkopf können von einer Therapie mit dem monoklonalen Antikörper Pembrolizumab profitieren. Das berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nach einer frühen Nutzenbewertung. Patienten mit PD-L1-exprimierenden Tumoren haben demnach einen Zusatznutzen gegenüber einer patientenindividuellen Therapie nach Wahl des Arztes. Allerdings ist dieser Zusatznutzen laut IQWiG nicht quantifizierbar.

Der Hersteller hat dem Institut zufolge Daten aus einer Studie vorgelegt, in der Pembrolizumab mit drei Medikamenten verglichen wurde: Methotrexat, Cetuximab und Docetaxel. Von den 129 Studienteilnehmern mit PD-L1 exprimierenden Tumoren waren viele für den Vergleich mit Cetuximab und Docetaxel vorgesehen, die aber in Deutschland für diese Indikation nicht zugelassen sind. „Somit entsprach nur die Behandlung von 37 Studienteilnehmern der Fragestellung dieser Dossierbewertung. In einer so kleinen Teilpopulation können nur sehr große Effekte statistische Signifikanz erreichen“, berichten die IQWiG-Wissenschaftler. 

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Bei Betrachtung aller 129 Personen der Studie waren die Vorteile von Pembrolizumab beim Gesamtüberleben dagegen statistisch signifikant. Dasselbe galt für die Nachteile bei den immunvermittelten Nebenwirkungen. Die IQWiG-Autoren schließen daher durch eine statistische Hilfskonstruktion auf den Effekt von Pembrolizumab: Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass „sowohl der Zugewinn an Lebenszeit als auch die Nachteile bei den immunvermittelten Nebenwirkungen von Pembrolizumab gegenüber Methotrexat klinisch relevant sind“, so das IQWiG-Fazit. Aufgrund dieser statistischen Hilfskonstruktion und der geringen Zahl von Studienteilnehmern die zulassungsgemäß behandelt wurden, sei der Zusatznutzen aber nicht quantifizierbar.

Die Therapie mit Pembrolizumab geht zurück auf Forschungen des japanischen Immunologen Tasuku Honjo, der dafür im vergangenen Jahr den Nobelpreis für Medizin erhielt (zusammen mit seinem amerikanischen Kollegen James Allison).

Honjo beschrieb das Gen PD-1 und konnte zeigen, dass es die Information für einen Rezeptor auf der Oberfläche der T-Zellen enthält, der offenbar eine wichtige Rolle bei der Vermeidung von Autoimmunerkrankungen hat. Honjo beobachtete, dass auch Krebszellen den Liganden PD-L1 bilden können. Er vermutete, dass sich die Krebszellen dadurch einem Angriff des Immunsystems entziehen, was sich in ersten Experimenten an Mäusen bestätigte.

Mit Nivolumab wurde 2014 in den USA und 2015 in Europa das erste Immun­therapeutikum zugelassen, das den PD-1-Rezeptor blockiert. Im August 2018 wurde mit Pembrolizumab ein weiterer Antikörper gegen den PD-1-Rezeptor zugelassen. © hil/aerzteblatt.de

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