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Medizin

Rheuma erhöht Risiko für weitere Erkrankungen

Donnerstag, 17. Januar 2019

/dpa

Oldenburg/Berlin – Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen des Bewegungs­apparates, der Lunge und der Psyche sind unter Rheumapatienten häufiger als unter gleichaltrigen Vergleichspersonen ohne rheumatoide Arthritis (RA). Das berichten Wissenschaflter des Departments für Versorgungsforschung der Universität Oldenburg und des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin im Journal of Rheumatology (2019; doi: 10.3899/jrheum.180668). Die Studie zeigt auch, dass Patienten mit vielen Begleiterkrankungen besonders selten von Rheumatologen behandelt werden.

Für die Studie haben die Forscher Krankenkassendaten von knapp 97.000 Rheumapatienten und 484.000 Vergleichspersonen mit ähnlichem Alters- und Geschlechtsprofil analysiert und 26 Begleiterkrankungen erfasst. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei 63 Jahren, 80 % waren weiblich.

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Wie sich zeigte, leiden Patienten mit einer Rheumadiagnose besonders häufig auch unter Bluthochdruck (62,5 %), Arthrose (44 %), hohen Blutfettwerten (40 %) und Depressionen (31,8 %). Im Vergleich zu den Kontrollen waren in der Studie die Komorbiditäten bei Personen mit RA häufiger, zum Beispiel bei Arthrose (44 % versus 21 %), Depression (32 % versus 20 %) und Osteoporose (26 % versus 9 %).

In einem zweiten Studienteil schickten die Forscher einen Fragebogen an die Verumteilnehmer der Studie, also an jene mit RA. 6.193 Studienteilnehmer erhielten den Fragebogen, 3.184 haben ihn beantwortet. Es zeigte sich: Je mehr Begleit­erkrankungen die Patienten aufweisen, desto höher sind ihre gesundheitlichen Einschränkungen und desto seltener befinden sie sich in Behandlung bei einem spezialisierten Rheumatologen.

„Es ist naheliegend, dass bei vielen Begleiterkrankungen der Hausarzt die führende Rolle übernimmt und gerade ältere Patienten nicht mehr für jede Komorbidität einen Spezialisten aufsuchen“, mutmaßt Katinka Albrecht vom Programmbereich Epidemiologie und Versorgungs­forschung des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin, wo das Verbundprojekt koordiniert wurde.

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie reagierte besorgt auf das Ergebnis: „Dass gerade diese Patientengruppe eine schlechtere rheumatologische Behandlung erhält, ist absurd und muss geändert werden“, sagte der Präsident der Fachgesellschaft, Hanns-Martin Lorenz. Gerade multimorbide Patienten sollten besonders intensiv rheumatologisch betreut werden, betonte der Leiter der Sektion Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg und medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des ACURA-Rheumazentrums Baden Baden. © hil/aerzteblatt.de

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