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Leprahilfe wünscht sich Ende der Diskriminierung Betroffener

Freitag, 18. Januar 2019

/dpa

Würzburg – Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) hat die soziale und strukturelle Diskriminierung von Leprakranken kritisiert. Es gebe keine Erkrankung auf der Welt, für die es so viele Gesetze gebe wie für Lepra, erklärte DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm aus Anlass des 65. Weltlepratags am 27. Januar. Doch diese richteten sich gegen die Betroffenen und dienten nicht ihrem Schutz.

Laut der Internationalen Vereinigung der Lepra-Hilfswerke (ILEP), der auch die DAHW angehört, existieren aktuell in 38 Ländern der Welt 179 Gesetze, die von Lepra betroffene Menschen diskriminieren. Dieser Umstand manifestiere das religiös und traditionell bedingte Stigma der Krankheit.

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Die Betroffenen erlebten oft Ablehnung, Scham und soziale Ausgrenzung. Sie scheuten sich, ärztliche Hilfe aufzusuchen oder anzunehmen, wodurch eine frühe Diagnose und Behandlung behindert werde. Dadurch steige das Risiko für die typischen Verstümmelungen und eine Übertragung auf Angehörige.

Seit Jahrhunderten erlebten von Lepra betroffene Menschen soziale Stigmatisierung, heißt es weiter. In den Schriften vieler Religionen wie dem Christentum, Hinduismus oder Buddhismus werde Lepra als Strafe für Sünden oder Tabubrüche benannt, im aktuellen oder früheren Leben.

In manchen Ländern werde bis heute angenommen, dass Lepra erblich sei, erkrankte Frauen hätten deshalb geringe Ehechancen. In anderen Ländern halte sich der Irrglaube, dass Lepra übertragen werde, wenn man einen Betroffenen auf der Straße überhole oder eine Mahlzeit mit ihm teile. Bleibe die Krankheit unbehandelt, könne sie zu sichtbaren Verstümmelungen und Behinderungen führen.

Die DAHW arbeitet eigenen Angaben zufolge seit mehr als 62 Jahren mit ihren Partnern vom ILEP erfolgreich zusammen. Das zeigten auch die Statistiken für 2017, die nun vorlägen. Danach sei die absolute Zahl der erkrankten Kinder innerhalb eines Jahres um acht Prozent auf „nur noch 17.000“ gesunken. Die Zahl der sichtbaren Behinderungen habe sich um 6,5 Prozent reduziert.

Insgesamt habe es 2017 mehr als 210.000 von Lepra Betroffene gegeben. Das seien mehr als 7.000 Fälle weniger als im Vorjahr. Indien sei dabei das Land mit den meisten gemeldeten Leprafällen. © kna/aerzteblatt.de

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