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Medizin

Diabeteswarnhunde erkennen Hyper- und Hypoglykämien

Freitag, 18. Januar 2019

/dpa

Bristol – Hunde können darauf trainiert werden, Über- und Unterzuckerungen bei ihren Besitzern zu erkennen. Die Zuverlässigkeit schwankte in einer Studie in PLOS ONE (2019; doi: 10.1371/journal.pone.0210092) allerdings von Tier zu Tier.

Die in Milton Keynes ansässige Stiftung „Medical Detection Dogs“ bildet als einzige in England Diabeteswarnhunde aus. Die Tiere lernen, eine Über- und Unterzuckerung ihrer Besitzer an den damit verbundenen Gerüchen zu erkennen und Alarm zu schlagen. Dies funktioniert im Einzelfall sehr gut, doch können sich die Diabetiker auch darauf verlassen, dass die Tiere jede Notsituation erkennen?

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Die Veterinärin Nicola Rooney von der Universität Bristol und Mitarbeiter wollten dies genauer wissen und haben deshalb Patienten mit Typ-1-Diabetes gebeten, 6 bis 12 Wochen lang immer dann ihren Blutzucker zu bestimmen, wenn ihre Hunde anschlugen. Selbstverständlich sollten die Patienten auch ihre normalen Messungen durchführen. Sie sind bei einer intensivierten Insulintherapie vor jeder Mahlzeit notwendig.

Insgesamt konnten die Forscher mehr als 4.000 Hypo- und Hyperglykämie-Ereignisse auswerten. Bei den einzelnen Patienten waren es zwischen 3 und 411 Ereignisse.

Ergebnis: Die hypoglykämischen Episoden wurden mit einer Sensitivität von 83 % erkannt, bei den hyperglykämischen Episoden lag die Sensitivität bei 67 %. Die Hunde gaben hin und wieder auch einen Fehlalarm. Der positive Vorhersagewert lag im Mittel bei 81 %. Das ist der Anteil der Warnmeldungen, bei denen der Blutzucker tatsächlich außerhalb des Zielbereichs lag.

Wie zu erwarten, waren nicht alle Hunde gleich gut im Erschnüffeln der Blutzucker­entgleisung. Immerhin 4 der 27 Hunde erreichten jedoch einen positiven Vorhersage­wert von 100 %. Sie schlugen nur an, wenn der Blutzucker tatsächlich entgleist war.

Die Zuverlässigkeit eines Diabeteswarnhundes hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Nach den Ergebnissen der Studie können Hunde nach Abschluss des Trainings Hypoglykämie leichter erkennen als Hyperglykämien. Später ist es andersherum. Die Hunde reagieren besser auf Hyperglykämien, die Reaktion auf Hypoglykämien lassen jedoch nach. Die Bereitschaft der Besitzer, den Hund zu belohnen, spielt eine Rolle und auch das Vertrauen in die Fähigkeit des Hundes.

Da Hunde Individuen mit einer eigenen Persönlichkeit sind, ist der Charakter des Tieres wichtig. Es gibt offenbar Hunde, die ihrer Aufgabe mit Freude und Motivation nachgehen, aber auch Hunde, die gerne etwas Neues ausprobieren. Diese Hunde erkunden, wie ihr Besitzer reagiert, wenn sie einmal keinen Alarm geben. Dabei können die Tiere nicht wissen, dass ihre Besitzer dadurch in eine lebensgefährliche Situation geraten. © rme/aerzteblatt.de

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