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Bei Herz-Kreislauf-Symp­tomen um die Geburt herum an Schwanger­schafts-Kardiomyopathie denken

Freitag, 18. Januar 2019

/Anna Kovalchuk, stockadobecom

Frankfurt am Main – Die rechtzeitige Diagnose einer Schwangerschafts-Kardiomyo­pathie kann Leben retten. Darauf hat die Deutsche Herzstiftung hingewiesen. Schätzungen zufolge entwickelt sich bei einer von 1.000 bis 1.500 Schwangerschaften eine peripartale oder postpartale Kardiomyopathie.

„Ein möglicher Auslöser für diese Form der Herzschwäche ist das Stillhormon Prolaktin, das über eine komplexe molekulare Kette das Herz schädigt“, sagte Johann Bauersachs vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

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Die Herzstiftung verwies auf Symptome, auf die Schwangere und Mütter nach der Geburt achten sollten. Dazu gehörten Kurzatmigkeit bei Belastung, gegebenenfalls auch in Ruhe, Schwellungen der Unterschenkel und Knöchel, Müdigkeit, Abgeschla­genheit, Schwindel sowie Herzrasen oder Herzstolpern. Auch ein mehrfaches Wasserlassen in der Nacht und dass Schlafen im Liegen nicht möglich sei, gehörten dazu.

Die Symptome ähneln allerdings Beschwerden, die gegen Ende der Schwangerschaft und nach der Entbindung auch ohne die Schädigung auftreten können. „Sie werden deshalb häufig fehlgedeutet und zunächst nicht mit einer Schwäche des Herzens in Verbindung gebracht“, warnte Denise Hilfiker-Kleiner, Leiterin der Molekularen Kardiologie und Forschungsdekanin der MHH und Mitglied des Wissenschaftsrats.

Es sei daher wichtig, bei Schwangeren oder Wöchnerinnen in einem solchen Fall immer auch an eine Schwangerschafts-Kardiomyopathie zu denken. Als Risikofaktoren gelten unter anderem ein höheres Alter der Mutter, Rauchen, Mehrlingsschwangerschaften und Bluthochdruck.

Bei Verdacht reicht laut Herzstiftung ein EKG allein nicht aus. Zur Diagnose ist neben einer Ultraschalluntersuchung des Herzens auch ein Bluttest nötig, um die Proteine nachzuweisen, die eine Herzschwäche anzeigen. Mit diesen beiden Methoden lasse sich die Erkrankung schnell feststellen oder ausschließen.

Unter einer frühzeitig eingeleiteten Herzinsuffizienztherapie in Kombination mit dem Prolaktinblocker Bromocriptin und einer zumindest prophylaktischen Antikoagulation hat die schwangerschaftsbedingte Herzschwäche der Herzstiftung zufolge eine gute Prognose.

Je nach Schwere der Erkrankung könne es aber notwendig sein, die Patientin künstlich zu beatmen oder Herzunterstützungssysteme einzusetzen. „Hat die Patientin noch nicht entbunden, muss die Geburt im Team von Kardiologen, Frauen- und Kinderärzten sowie Anästhesisten sorgfältig geplant und überwacht werden“, betonte die Stiftung. © hil/aerzteblatt.de

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