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Medizin

Selbst-Akupressur hilft Brustkrebs­überlebenden

Freitag, 18. Januar 2019

/Lars Zahner, stockadobecom

Ann Arbor/Michigan – 2 unterschiedliche Varianten der Selbst-Akupressur haben in einer randomisierten klinischen Studie in JNCI Cancer Spectrum (2018; 2: pky0642019) Frauen, die nach einer erfolgreichen Brustkrebsbehandlung unter einer „Fatigue“ litten, geholfen, ihre Schmerzen, Ängste und depressiven Verstimmungen besser zu verarbeiten.

Viele Frauen leiden nach Chemo-, Strahlen- und/oder Hormontherapie unter einer Abgeschlagenheit, die als Fatigue bezeichnet wird und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen kann. Ein therapeutischer Ansatz, der den Frauen wieder zu einer positiven Lebenseinstellung verhelfen soll, ist die Akupressur. Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) unterscheidet 2 Formen: die entspannende Akupressur, die vor allem auf eine Verbesserung des Schlafes zielt, und die stimulierende Akupressur, die die Lebensenergie fördern soll.

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Die Behandlung besteht in der täglichen mechanischen Stimulierung bestimmter Punkte auf der Haut durch mehrminütige kreisende Bewegungen. Die Stimulation der Haut ist in beiden Formen gleich, sie erfolgt nach den Lehren der TCM aber an unterschiedlichen Stellen.

Ein Team um Suzanna Maria Zick von der Universität von Michigan in Ann Arbor hat die Behandlung in einer randomisierten Studie an 288 Frauen mit einer Standard­behandlung verglichen. Die Frauen wurden in 3 Sitzungen von einem TCM-Therapeuten in die Technik eingewiesen und führten die Akupressur dann selbst durch.

Die Auswirkungen auf die depressiven Verstimmungen und Angststörungen wurden mit der „Hospital Anxiety and Depression Scale“ (HADS) untersucht und die Schmerzen mit einer visuellen Analogskala und dem Brief Pain Inventory (BPI) bewertet.

Die depressiven Verstimmungen besserten sich laut Zick am häufigsten unter der entspannenden Akupressur: Bei 41,5 % der Frauen kam es zu einem Rückgang im HADS. Unter der stimulierenden Akupressur kam es bei 25 % zu einer Verbesserung gegenüber nur 7,7 % in der Kontrollgruppe.

Den Frauen gelang es mit beiden Akupressurformen gleich gut, ihre Ängstlichkeit zu vermindern. Der Unterschied im HADS zur Kontrollgruppe war hier signifikant. Auch die Schmerzen gingen unter den beiden Akupressurformen zurück. Unter der entspannenden Akupressur kam es laut Zick zu einem stärkeren Rückgang der Schmerzintensität. Die stimulierende Akupressur wirkte sich günstig auf die Schmerzverarbeitung im BPI aus. Die Frauen fühlten sich am Ende durch die Schmerzen weniger eingeschränkt.

Die besten Ergebnisse wurden nach 6 Wochen festgestellt. Bei der Abschluss­untersuchung nach 10 Wochen hatte sich der Effekt wieder etwas abgeschwächt. Nur der Rückgang in der Ängstlichkeit war jetzt noch signifikant.

Die Mediziner wollen jetzt versuchen, die Frauen durch eine App zu motivieren, die Akupressur konsequenter durchzuführen. Auch ein Massagestab, der die Anwendung erleichtert, ist in Arbeit.

Wie die Wirkung zustande kommt, ist nicht klar. Zick will eine Placebokomponente nicht ausschließen. Die Forschergruppe konnte jedoch in einer früheren Publikation in Frontiers of Neurology (2017; doi: 10.3389/fneur.2017.00298) Auswirkungen der Behandlung  auf die Hirnfunktion nachweisen. Die entspannende Akupressur verringerte die Konnektivität zwischen der hinteren Insula und dem dorsolateralen präfrontalen Cortex, während die stimulierende Akupressur diese eher verstärkte. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Sonntag, 27. Januar 2019, 00:06

@Mitdenker

Bei einer Studie, in der sowohl Patientinnen wie auch Behandler und Untersucher ganz klar WISSEN, wer welche Behandlung erhält, entsteht IMMER ein verzerrtes Ergebnis! Zudem fehlt eine richtig Kontrollgruppe.
Um eine solche Studie korrekt durchzuführen, müsste die Unterweisung der Frauen in der Akupressur von Personen durchgeführt werden, die selbst nicht wissen, ob sie die "echten" oder beliebige andere "Punkte" für die Behandlung benutzen.... und dann eine Gruppe "richtig" und eine andere "falsch" behandeln und DANN nach Unterschieden suchen
Es geht ja nicht darum, ob autosuggestive Techniken die Beschwerden verbessern, sondern darum, ob die "richtigen" Punkte für die Wirkung überhaupt notwendig sind.
Da es bis heute keinerlei Hinweise darauf gibt, dass etwas wie "Qi" existiert und noch dazu entlang von virtuellen "Meridianen" oder "Gefäßen" fließt und sich durch Nadeln aus bestimmten Metallen an anatomisch nicht definierten Orten "regulieren" lässt.
Wer an mehrere Existenzebenen und bis zu sieben "Körper" oder "Leibe" glauben will, darf das ja gern tun - aber sich bitte nicht mit dem Anschein von Wissenschaftlichkeit bemänteln.
Avatar #759489
MITDENKER
am Freitag, 25. Januar 2019, 19:14

TYPISCHE ABWERTUNGSKRITIK...

...der supergescheiten Skeptiker, die nur nicht bezüglich ihres eigenen Weltbilds skeptisch sind. Es ist total ok vom ÄRZTEBLATT eine randomisierte Studie (2 Gruppen, Vergleich mit Standardbehandlung etc.) abzudrucken, die in einer Krebs-Fachzeitschrift veröffentlich wurde. Ist m.E. egal, ob da das Oxytocin die Wirkung verursachte oder andere Endorphine oder oder... erfreulich ist erst einmal die Wirkung. Und ohne die Akupressur wäre die "Oxytocin-Wirkung" nicht eingetreten, wenn es die gewesen ist (ist ja auch nur eine Vermutung).
Nicht nur im Hinblick auf die Studienlage, auch hinsichtlich meiner eigenen Erfahrungen mit Akupunktur kann ich nur sagen - es gibt wenig bessere Therapiemethoden!
Avatar #725920
Syntaxie
am Montag, 21. Januar 2019, 23:53

Hormonell bedingt

>Die Ausschüttung von Oxytocin wird durch jede Art angenehmen Hautkontakts mit veranlasst.<
Mir fehlen die Worte, daß eine Forscherin sowas nicht bedenkt ...
Placebokomponente ... tss
Avatar #79783
Practicus
am Montag, 21. Januar 2019, 22:38

für den Müll!

Ohne Verblindung ist die ganze randomisierte Studie verbranntes Forschgungsgeld, das bei wichtigen Projekten fehlt!
Es gibt bis heute keine einzige auf Behandlerseite korrekt verblindete Akupunkturstudie! Es fehlt selbst eine wissenschaftlich nachvollziehbare Hypothese zur Wirkungsweise von Akupunktur... HÖRT ENDLICH AUF, FÜR DIESEN UNFUG GELD AUSZUGEBEN!
Avatar #755495
kapka
am Sonntag, 20. Januar 2019, 04:05

unqualifiziert???

Das einzig Unqualifizierte an dieser Meldung ist der Satz: "Zick will eine Placebokomponente nicht ausschließen." Wie lange soll man sich als mündiger Bürger diesen Unsinnv om Placeboeffekt noch anhören? Es gibt keine solchen Effekt, sondern einen Informationseffekt!!!!! Wenn ein Arzt einem Patienten sagt, dass er Krebs in Endstadium hat und noch 2 Monate zu leben hat, dann hat der Arzt mit keinem einzigen Wirkstoff auf den Patienten eingewirkt, dennoch wird diese Information massive Auswirkungen beim Patienten erzeugen, ganz allein auf Grund der erhaltenen Information. Kommt der Arzt nach 5 Minuten wieder rein und teit mit, dass man die Patientenakte Auf grund gleichen Namens vertauscht hat und der Patient ini Wirklichkeit kern gesund ist und keinen Krebs hat und noch viele Jahre leben wird, wird dies - wieder OHNE irgend einen Wirkstoff, ohne irgend etwas materielles- ganz sicher ebenfalls zu erheblichen Auswirkungen (positiver Art) beim Patienten führen. Es wirkt nur und ausschließlich die Information, aber das wird die seit der Zeit der Aufklärung ausschließlich materiell ausgerichtete Wissenschaft wohl nie kapieren. Deshalb versteht sie auch Homöopathie nicht, wo genau das gleiche gilt, nur steckt die Information (wieder ohne Materie) in den Globuli.
In Sachen angeblicher Placeboeffekt kommt mir die Wissenschaft manchmal vor wie auf dem Stand eines Wählscheibentelefons, während die Realität der Wirkung von Informationen schon längst auf dem Niveau eines modernen Smartphones angekommen ist. Mit den Diagnosemitteln, die man für ein Wählscheibentelefon braucht, wird man aber NIEMALS die Informationsverarbeitung eines Smartphoes nachweisen können (um mal bei diesme Sinnbild zu bleiben), daher ist derzeit jede wissenschaftliche Studie zu Homöopathie oder anderen Wirkungen von Informationen völlig unsinnig und erhält nur durch die statistische Auswertung der Anschein von Wissenschaft.
Avatar #555822
j.g.
am Freitag, 18. Januar 2019, 22:20

Ärzte?blatt

Mit solch unqualifizierten Meldungen erniedrigt sich das Ärzteblatt - unser Standesorgan - zu einer Boulevardgazette!
LNS

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