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Politik

Rahmenvertrag zum Entlassmanagement in der medizinischen Rehabilitation festgelegt

Montag, 21. Januar 2019

/dpa

Berlin – GKV-Spitzenverband, Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und elf für die Erbringung von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation maßgebliche Verbände auf Bundesebene haben sich unter Moderation des erweiterten Bundesschiedsamts auf den Rahmenvertrag Entlassmanagement-Reha verständigt. Das hat der GKV-Spitzenverband auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblattes bestätigt.

Der Rahmenvertrag regelt demnach, dass die stationären medizinischen Reha­einrichtungen rechtzeitig eine Entlassung der Rehabilitanden planen und die erforderlichen Schritte für die Versorgung der Menschen nach ihrer Entlassung initiieren. „Das kann durchaus recht unterschiedlich sein“, erklärte eine Sprecherin des GKV-Spitzenverbands. Es werde Fälle geben, bei denen nichts zu regeln sei und andere, bei denen zum Beispiel ein Telefonat mit dem Arzt des Patienten geführt werden müsse, um eine weitere Versorgung sicherzustellen.

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Dem Rahmenvertrag zufolge haben Ärzte in Rehaeinrichtungen das Recht, insbesondere Arzneimittel, Heilmittel und Hilfsmittel zu verordnen, wenn dies notwendig ist, um die unmittelbare Anschlussversorgung nach der Reha zu sichern. Außerdem werden die Entlassungsberichte standardisiert. Die Krankenkassen wiederum sind verpflichtet, die Rehaeinrichtungen bei der Organisation der Anschlussversorgung zu unterstützen. Der Rahmenvertrag tritt am 1. Februar 2019 in Kraft. Die Rehaeinrichtungen haben sechs Monate Zeit, bis sie alle Regelungen des Rahmenvertrages umsetzen müssen.

Die Reha-Leistungserbringerverbände begrüßten die Einigung. „Das Gleichgewicht zwischen Aufgabenbeschreibung und Hinweis auf die Verantwortlichkeit für einen angemessenen Vergütungsrahmen für medizinische Rehabilitationsleistungen einschließlich des Entlassmanagements im Ergebnis der Verhandlungen ist ein wichtiger Schritt, um eine lückenlose medizinische beziehungsweise pflegerische Versorgung von Rehabilitanden zu gewährleisten“, erklärte Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Geriatrie als bevollmächtigter Vertreter der Reha-Leistungserbringerverbände.

2015 hatte der Gesetzgeber die Vorgaben zum Entlassmanagement erweitert. Die Kliniken erhielten ein Verordnungsrecht für erforderlichen Anschlussleistungen und die Krankenkassen wurden zur Unterstützung des Entlassmanagments verpflichtet. Die Umsetzung der Aufgaben des Entlassmanagements sollten durch einen Rahmenvertrag zwischen Krankenkassen, KBV und Spitzenverbänden der Reha-Leistungserbringer geregelt werden. Die Verhandlungen wurden im November 2015 aufgenommen und mit dem Ziel geführt, die Versorgung von Rehabilitanden zu verbessern, aber auch einen bürokratischen Aufwand auf Seiten der Rehabilitationseinrichtungen zu vermeiden.

Nach einem langjährigen Verhandlungsprozess, der mehrmals unterbrochen wurde, hatten die Vertragspartner in vielen Punkten einen Konsens gefunden. Über einen letzten strittigen Punkt erzielte man nun Einigkeit mit Hilfe des Bundesschiedsamtes. © may/aerzteblatt.de

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