NewsAuslandDeutschland setzt Hilfe für syrische Rebellenregion aus
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Deutschland setzt Hilfe für syrische Rebellenregion aus

Montag, 21. Januar 2019

Von einem Luftangriff zerstörte Gebäude in Idlib, Syrien /dpa

Idlib – Nach dem Vormarsch einer Al-Kaida-nahen Miliz in der letzten großen syrischen Rebellenprovinz Idlib hat Deutschland die Millionenhilfe für dieses Gebiet teilweise ausgesetzt. Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) stellte vorerst alle Maßnahmen ein, das Auswärtige Amt stoppte seine Stabilisierungsprojekte, wie beide Häuser mitteilten.

Aus dem BMZ hieß es am vergangenen Freitag, die Projekte seien suspendiert, aber nicht beendet. Das Ministerium hatte 2019 Mittel in Höhe von 17,4 Millionen Euro für Maßnahmen in der Region geplant, davon rund ein Drittel von anderen Ländern mitfinanziert. Das Auswärtige Amt teilte mit, betroffen seien Projekte im Umfang von 3,5 Millionen Euro, die zur Unterstützung lokaler Verwaltungsstrukturen vorgesehen seien.

Anzeige

Die humanitäre Lage ist Helfern zufolge extrem schwierig. Die Organisation Vision Hope International 2015 hat mit Geldern des BMZ eine Entbindungsklinik aufgebaut. Dort würden monatlich mehr als 3.000 Schwangere, gebärende Frauen und Kinder behandelt, sagte der Leiter von Vision Hope, Matthias Leibbrand. Das BMZ habe ihn vor einer Woche über die Aussetzung der Hilfe informiert.

Hilfsorganisationen befürchten nun „katastrophale medizinische Zustände“. „Die Situation ist sehr schlimm, die Menschen leiden bereits jetzt“, sagte der stellvertretende Leiter der Gesundheitsorganisation von Idlib, Mustafa al-Eido. Die Entscheidung werde zu einer humanitären Katastrophe führen. Von der Entscheidung seien 33 Gesundheitseinrichtungen betroffen, sagte al-Eido, auch Krankenhäuser, Blutbanken und Ambulanzzentren.

Mehr als vier Millionen Menschen, darunter etwa eine Million Flüchtlinge, lebten im Norden der Provinz Idlib. Das „Idlib Health Directorate“ ist nach eigenen Angaben eine freie Dachorganisation für Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen in der Region. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

9. Mai 2019
Brüssel – Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat die Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser im Nordwesten Syriens scharf verurteilt. Die jüngste militärische Eskalation in der Region mit
Mogherini verurteilt Angriffe auf Kliniken und Schulen in Syrien
8. Mai 2019
Beirut – Italien und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR wollen die Gesundheitsversorgung von syrischen Flüchtlingen im Libanon mit 1,9 Millionen Dollar (1,7 Millionen Euro) unterstützen. Ein
1,9 Millionen Dollar für Flüchtlinge im Libanon
7. Mai 2019
Köln/Idlib – Die Malteser haben neue Luftangriffe auf medizinische Einrichtungen im Nordwesten Syriens beklagt. So sei das von Malteser International unterstützte Krankenhaus Kafr Nobol in der
Malteser beklagen Luftangriffe auf Krankenhaus in Syrien
14. März 2019
Brüssel – Deutschland hat seine Hilfszusagen für die notleidenden Menschen in Syrien und für Flüchtlinge in den benachbarten Ländern um einen Milliardenbetrag aufgestockt. Entwicklungsminister Gerd
Deutschland gibt Milliardenbetrag für Opfer des Syrienkonflikts
18. Februar 2019
New York/Damaskus – Tausende Kinder in Rukban an Syriens Grenze zu Jordanien haben laut UN-Angaben Schutzimpfungen erhalten. Der größte Hilfskonvoi seit Beginn der Syrienkrise 2011 sei mit
UN: Schutzimpfungen für Tausende Kinder in Syriens Grenzgebiet
15. Januar 2019
Amman – Extreme Kälte und medizinische Mangelversorgung bedrohen laut UN-Angaben das Leben Zehntausender Kinder in Syrien. In Rukban an der südwestlichen Grenze zu Jordanien seien in nur einem Monat
Extreme Kälte bedroht Zehntausende Kinder in Syrien
26. November 2018
Genf – In sechs Ländern und Gebieten des östlichen Mittelmeerraums wurden vom 1. Januar bis zum 19. November diesen Jahres – das sind 323 Tage – mehr als 534 Angriffe auf die Gesundheitsversorgung
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER